Gründlach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Fluss Gründlach. Zum Adelsgeschlecht siehe Gründlach (Adelsgeschlecht).
Gründlach
Gründlach durchfließt Heroldsberg

Gründlach durchfließt Heroldsberg

Daten
Gewässerkennzahl DE: 242332
Lage Mittelfranken, Bayern, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Quelle In Kleingeschaidt
49° 33′ 25″ N, 11° 10′ 32″ O
Quellhöhe ca. 405 m ü. NN
Mündung Nahe Eltersdorf in die RegnitzKoordinaten: 49° 32′ 35″ N, 10° 58′ 39″ O
49° 32′ 35″ N, 10° 58′ 39″ O
Mündungshöhe 278 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 127 m
Länge ca. 20 km
Einzugsgebiet 99,2 km²[1]
Abfluss am Pegel
(35,3 % des Einzugsgebiets)[2]
NNQ
MNQ
MQ
MHQ
HHQ (1995)
8 l/s
41 l/s
259 l/s
4,67 m³/s
8,06 m³/s

Die Gründlach ist ein rechtsseitiger Zufluss der Regnitz in Mittelfranken (Bayern) und ein Gewässer II. Ordnung.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründlach entspringt in Kleingeschaidt, fließt durch das gemeindefreie Gebiet Geschaidt und anschließend durch Heroldsberg, wo sie am Wasserwerk mit dem von Kalchreuth kommenden Bosenbach zusammenkommt. Am südlichen Ortsrand fließt die bei Günthersbühl (Stadt Lauf an der Pegnitz) auf ca. 420 m ü. NN (49° 32′ 7″ N, 11° 12′ 54″ O) entspringende Simmelberger Gründlach zu und die Gründlach unterquert die Gräfenbergbahn. Ab dort bildet sie die Grenze zwischen Heroldsberg und Geschaidt, später zwischen dem Kalchreuther Forst und Geschaidt. Im Sebalder Reichswald durchquert sie die gemeindefreien Gebiete Kraftshofer Forst, in dem der Verlauf des Baches sehr windungsreich ist, und Neunhofer Forst.

Nach der Unterquerung der A 3 erreicht die Gründlach Nürnberger Stadtgebiet. Hier kann es im Herbst und im Frühjahr zu Überschwemmungen der Landstraße nach Kalchreuth kommen. Kurz nachdem sie den Wald verlässt, wird südlich der „Lachgraben“ abgezweigt, welcher Neunhof am Nordrand passiert. Der Kothbrunngraben, welcher östlich von Buchenbühl entspringt, fließt bei Boxdorf zu. Bei Großgründlach fließt der Gründlach der Nonnengraben zu. Danach durchquert sie Kleingründlach und mündet schließlich nach etwa 20 km nahe Eltersdorf in die Regnitz.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bosenbach (rechts)
  • Simmelberger Gründlach (links)
  • Gockerlersbr. Graben (rechts)
  • Nonnengraben (rechts)
  • Kothbrunngraben (links)
  • Weidengraben (rechts)
  • Schwalbenzahlgraben (links)
  • Bucher Landgraben - Hirschsprunggraben (links)

Morphologischer Flusstyp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründlach weist überwiegend gewundene Fließgewässerabschnitte auf. Die freien Mäander entwickeln sich mit Ausnahme der regulierten Abschnitte im Bereich von Ortschaften im eigenen Alluvion.

Typisches Mäander des Gründelbachs

Geotop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa einen Kilometer westlich von Heroldsberg ist der Flusslauf als Geotop 572R002 [3] vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesen. Der Gründelbach mäandert hier über eine längere und unverbaute Strecke. Er bildet dabei zahlreiche Gleit- und Prallhänge aus.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der geschützte Biber (Castor fiber) kommt an den Gründlachauen im Nürnberger Stadtgebiet vor und bedingt durch seine Dammbauwerke lokale Überschwemmungen. Die Weichholzauen und weit verzweigten Nebengewässer der Gründlach bieten ideale Lebensraumbedingungen für den Nager, der bis Mitte des 20. Jahrhunderts an dem Fließgewässer bereits ausgestorben war. Im Jahr 1970 wurden vier aus Schweden stammende Biber nördlich von Nürnberg an der Gründlach im Sebalder Reichswald wiederangesiedelt.[4]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gründlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochwasser-Aktionsplan Main
  2. Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 6. September 2011)
  3. Geotop: Gründlach östlich Heroldsberg (572R002) (Abgerufen am 4. März 2014)
  4. Arten- und Biotopschutzprogramm Bayern Stadt Nürnberg. Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, März 1996, abgerufen am 5. September 2017 (deutsch).
  5. Grüne Liste der Landschaftsschutzgebiete in Bayern. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), 15. Juli 2016, abgerufen am 6. August 2017 (deutsch).
  6. Gebietsdaten NATURA 2000: Gebiets-Nr. 6533-471 Gebietsname Nürnberger Reichswald. Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU), abgerufen am 6. August 2017 (deutsch).
  7. Steckbriefe der Natura 2000 Gebiete 6432-371 Irrhain (FFH-Gebiet). Bundesamt für Naturschutz (BfN), April 2015, abgerufen am 6. August 2017 (deutsch).