Großgründlach

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Großgründlach
Statistischer Bezirk 79
Statistischer Distrikt 790Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Stadt Nürnberg
Wappen von Großgründlach
Koordinaten: 49° 31′ 38″ N, 11° 0′ 30″ O
Höhe: 302 m ü. NN
Fläche: 5,09 km²
Einwohner: 4675 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 919 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 90427
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des statistischen Bezirks 79 Großgründlach in Nürnberg
Großgründlach, Ansicht von Süden

Großgründlach ist ein Gemeindeteil von Nürnberg und liegt im Knoblauchsland an der Grenze zu den Stadtgebieten von Fürth und Erlangen. Er gehört zum Statistischen Stadtteil 7 Nordwestliche Außenstadt und bildet zusammen mit Reutles und Kleingründlach den statistischen Bezirk 79.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name kommt von dem Regnitz-Nebenfluss Gründlach, der den Ort, in Mühlbach und Gründlach aufgeteilt, durchquert.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich nördlich der Stadt nahe der Einflugschneise des Nürnberger Flughafens und ist im Nordosten mit Reutles zusammengewachsen. Im Westen liegt das deutlich kleinere Kleingründlach. Großgründlach hat 4.880 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2009).

Statistische Nachbarbezirke
Nachbargemeinden Neunhof
Boxdorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großgründlach wurde 1021 das erste Mal urkundlich erwähnt ("Crintilaha") und ist somit der älteste Stadtteil Nürnbergs, der urkundlichen Erwähnung nach sogar 29 Jahre älter als Nürnberg selbst (1050). Der Ort wurde am 1. Juli 1972 im Rahmen der Gemeindegebietsreform aus dem Landkreis Fürth ausgegliedert und nach Nürnberg eingemeindet.[2][3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Großgründlacher Hauptstraße auf die Kirche aus südlicher Richtung

Neben anderen historischen Fachwerk- und Steinhäusern macht sich insbesondere das Gasthaus Goldener Schwan an der Hauptstraße imposant bemerkbar: Ein giebelständiges Gebäude mit mächtigem Satteldach, dessen Hausteingiebel von 1776 stammt.

Bemerkenswert sind der ummauerte Kirchhof mit wehrhaftem Kirchenbau (vgl. die Wehrkirche im benachbarten Kraftshof) und das westlich anschließende Barockschloss, welches von einer Quadermauer umgeben ist. Der Kirchhof dient auch heute noch als Friedhof.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der viereckige Turm der Kirche St. Lorenz (St. Laurentius), die bereits 1303 nachweisbar und seit 1348 von Zisterzienserinnen in Nutzung ist (siehe auch Kloster Himmelthron), wurde im Osten über dem Chor (Chorturm) errichtet; die drei unteren Geschosse sind steinsichtig (mit je einer Sonnenuhr an der Ost- und Südseite), das achteckige Glockengeschoss ist verputzt.

Im Innern finden sich Ausstattungsstücke aus verschiedenen Zeiten: Grabplatte, Glasmalereien, barockes Grabdenkmal, Emporenanlage mit Orgel, Türbeschläge.

Im Osten am Ortsausgang von Reutles steht die ebenfalls sehenswerte St.-Felicitas-Kapelle, die vermutlich 1370 gebaut wurde. Der Turm der ganz in rotbraun gestrichenen Kapelle wurde erst 500 Jahre später gebaut.

Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss wurde über fast quadratischem Grundriss als zweigeschossiger verputzter Bau um einen Innenhof errichtet. Die Südseite besteht aus neun Achsen, wobei die mittlere Torachse durch einen Risaliten und ein Zwerchhaus im Mansarddach ausgezeichnet ist. Es befindet sich bis heute seit 1766 im Privatbesitz der Haller von Hallerstein und wird daher auch Hallerschloss genannt.

Teile der barocken Garten- und Parkanlage sind erhalten; nach Westen wird eine Allee in die Landschaft geführt (diese Allee wurde 2004 niedergelegt und mit Winterlinden neu gepflanzt).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine direkte Anbindung an den ÖPNV mit Bussen nach Nürnberg (Linien 290 und 29, früher Linie 33), Fürth (Linie 179, früher Linie 83, davor Linie S) und Erlangen (Linie 290) ist gegeben. Eine regelmäßige Busverbindung mit Erlangen besteht zudem mittels Umsteigen zu den Linien 20 und 30 an der Haltestelle Reutleser Straße. Nahezu perfekt ist Großgründlach an das Autobahnnetz angebunden. Die A3 ist innerhalb von 5 Minuten über die Anschlussstelle Erlangen Tennenlohe erreicht und die A73 kann über die Anschlussstellen Erlangen Eltersdorf und Fürth Steinach jeweils innerhalb weniger Minuten erreicht werden.

Der Haltepunkt Großgründlach lag in Kleingründlach an der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg. Er wurde bis zum 2. Juni 1991 von Zügen angefahren. Nach der Aufgabe des Haltepunktes, der davor im Regelverkehr schon selten angefahren wurde ("Zug hält nicht in Großgründlach") wurde einige Jahre danach die Anbindung Großgründlachs an den Bahnhof Vach via Linienbedarfstaxi aufrechterhalten. Auch diese Anbindung wurde mittlerweile eingestellt.

Schutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 352 Hektar große Landschaftsraum der Gründlach mit ihren Nebengräben zwischen der Autobahn A 73 im Westen, der Stadtgrenze im Norden, Osten und Südwesten und der Würzburger Straße und Neunhof im Süden ist als Landschaftsschutzgebiet Gründlachtal - Ost ausgewiesen.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio: Bayern I: Franken, 2. Aufl., München 1999, S. 404f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großgründlach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 244–245, S. 245 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 602.
  3. Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Nürnberg 2016. Dezember 2015, ISSN 0944-1514, 18 Statistische Stadtteile und Bezirke, S. 19–20, S. 19 (nuernberg.de [PDF; 6,3 MB; abgerufen am 1. November 2017]).
  4. Grüne Liste der Landschaftsschutzgebiete in Mittelfranken. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), 15. Juli 2016, abgerufen am 17. August 2017.