Guillaume d’Estouteville

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kardinal Guillaume d’Estouteville (Gemälde etwa 1483)
Kardinalswappen

Guillaume VII. d’Estouteville OSB (* um 1403 in der Normandie, Frankreich; † 1483 in Rom) war ein französischer Kardinal.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guillaume d’Estouteville entstammte der Familie Estouteville, einem Haus des französischen Hochadels, und trat der Ordensgemeinschaft der Benediktiner in St-Martin-des-Champs bei. Er wurde zum Doktor des Kanonischen Rechts promoviert.

1439 wurde der adlige Benediktiner Bischof von Angers, trat dieses Amt aber nicht an. Im September d. J erfolgte bereits seine Ernennung zum Bischof von Digne. Von 1444 bis 1483 war er Abt von Mont-Saint-Michel auf der Klosterinsel vor der normannischen Küste, von 1453 bis 1482 schließlich Erzbischof von Rouen. Darüber hinaus wurde er zum Administrator zahlreicher Bistümer eingesetzt.

Im Konsistorium vom 18. Dezember 1439 kreierte ihn Papst Eugen IV. zum Kardinal und ernannte im Januar 1440 zum Kardinalpriester von Santi Silvestro e Martino ai Monti ihn. 1454 wurde er in den Rang eines Kardinalbischofs erhoben und erhielt das Bistum Porto-Santa Rufina. 1461 wurde d’Estouteville schließlich Kardinalbischof von Ostia, womit er zugleich zum Kardinaldekan avancierte. Beide Ämter hatte er bis zu seinem Tod inne. Zudem war er seit 1477 auch Camerlengo der Kirche.

Kardinal Guillaume d’Estouteville war Teilnehmer der Papstwahlen von 1447 (-> Nikolaus V.), 1458 (-> Pius II.), 1464 (-> Paul II.) und 1471 (-> Sixtus IV.); Als Dekan des Kardinalskollegiums leitete er die Konklave von 1464 und 1471. Beim Konklave 1458 war er ein Favorit, musste aber Kardinal Enea Silvio Piccolomini den Vortritt lassen.[1]

Er ist Begründer einer der fünf heute noch existierenden römisch-katholischen Apostolischen Sukzessionlinien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Dendorfer, Ralf Lützelschwab: Geschichte des Kardinalats im Mittelalter. Stuttgart 2011, S. 349
Vorgänger Amt Nachfolger
Giorgio Fieschi Dekan des Kardinalskollegiums
1461–1483
Rodrigo de Borja
Giorgio Fieschi Kardinalbischof von Ostia und Velletri
1461–1483
Giuliano della Rovere
Francesco Condulmer (Bischof von Porto)
John Kemp (Bischof von Santa Rufina)
Kardinalbischof von Porto-Santa Rufina
1455–1461
Juan Carvajal
Raoul (Rudolf) Roussel Erzbischof von Rouen
1453–1482
Robert IV. de Croixmare
Juan de Segovia Bischof von Saint-Jean-de-Maurienne
1452–1483
Etienne de Morel