Hans Schneeberger

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Hans Schneeberger (* 7. Juni 1895 in Brandberg, Tirol; † 19. November 1970 in Salzburg) war ein österreichischer Kameramann und mit Sepp Allgeier, Albert Benitz, Walter Riml und Richard Angst, der sogenannten Freiburger Schule, wegbereitender Kameramann des Berg- und Sportfilms.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war als Tiroler Kaiserjäger Teilnehmer im Ersten Weltkrieg und wurde für seine hervorragenden Leistungen in den Felsen der Tofana, wo die Österreicher gegen die Italiener kämpften, mit der großen Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet, welche ihm noch Kaiser Franz Joseph I. persönlich überreichte. Auch wurde er ein zweites Mal mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und zwar für seine großartigen Leistungen am Schreckenstein, ebenfalls während der Kämpfe gegen die Italiener. Diese goldene Tapferkeitsmedaille wurde nur an ganz wenige Kriegsteilnehmer zweimal vergeben. Die zweite Ehrung war nur symbolisch und wurde die Medaille nur in Form einer schriftlichen Auszeichnung vergeben. Hans Schneeberger hat dann die zweite Goldene, welche er eben nur in Symbolform erhielt, in die große Silberne Tapferkeitsmedaille umgetauscht.

Hans Schneeberger war schon als kleines Kind Vollwaise, wurde aber vom ehemaligen Arbeitgeber seines Vaters insofern unterstützt, als er Volksschule und Realschule besuchen konnte.

Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule München und arbeitete als Skilehrer und Bergführer, um sich sein Studium finanzieren zu können. Durch diese Tätigkeiten kam er in Kontakt mit Filmleuten, 1922 erhielt er eine kleine Schauspielrolle in Das Wunder des Schneeschuhs. Danach ließ er sich von Arnold Fanck an der Kamera ausbilden und gab sein Debüt 1923 als Co-Chefkameramann bei Der Berg des Schicksals.

Bedeutung erhielt Schneeberger in den folgenden zehn Jahren als Kameramann von Arnold Fanck, dessen Filme er fast alle szeno- und fotografierte, sowie als Mitarbeiter und zeitweiliger Lebensgefährte von Leni Riefenstahl. Bei ihrem Regiedebüt Das blaue Licht (1932) übernahm er die Kameraführung. Schneeberger arbeitete fortan in über 120 Filmen aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien und England (bei Alexander Korda) mit. Bei Aufnahmen im Freien bestand seine Leistung darin, die Natur nicht bloß rein dokumentarisch, sondern als Spannungselement in den Film einfließen zu lassen. Hierbei avancierte er zu einem der bedeutendsten Vertreter des impressionistischen Kamerastils im deutschsprachigen Film. Bei Studioaufnahmen wiederum wusste er die Lichteffekte bestmöglich auszunutzen.

Seine besten Leistungen erbrachte er in Der heilige Berg (1925/1926), Die weiße Hölle vom Piz Palü (1929/1935), Rivalen der Luft (1934) und Das Wunder des Fliegens (1935). Nach 1933 waren seine Arbeiten als Bergkameramann jedoch nur noch selten gefragt und er diente meist nur noch in Unterhaltungsfilmen. Herausragend war nach 1933 seine Arbeit an Gustav Ucickys Verfilmung von Alexander Puschkins Novelle Der Postmeister. Hans Schneeberger wurde in Neu-Anif beigesetzt.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]