Hansjörg Auer

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Hansjörg Auer

Hansjörg Auer (* 18. Februar 1984 in Zams) ist ein österreichischer Kletterer. Er wurde insbesondere durch die Free-Solo-Begehung der Route Weg durch den Fisch bekannt.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansjörg Auer begann 1996 mit dem Klettern. Ab 2004 gelangen ihm bei mehreren Expeditionen Erstbegehungen und Wiederholungen u. a. in Patagonien, Pakistan und im Yosemite Valley, so z. B. die Kompressor-Route am Cerro Torre oder Eternal Flame an den Trango-Türmen.

Beim Sportklettern gelangen ihm Erstbegehungen bis zum Schwierigkeitsgrad 8b/8b+ (Roxette nahe Längenfeld) sowie Wiederholungen bis zum Grad 8c+ (Darkside an der Chinamauer im Leutaschtal, 2009).

Für die 2013 erfolgte Erstbesteigung des Ostgipfels des Kunyang Chhishs über die Südwestwand wurde seine Dreierseilschaft für den Piolet d'Or 2014 nominiert. Bei der Preisverleihung vor Ort in Chamonix wurde ihnen jedoch kein Preis verliehen. Im Nachgang erhielt die Seilschaft nach Aussage Auers einen Anruf, dass ihnen im kleineren Rahmen doch der Piolet d'Or verliehen werden sollte, was sie unmittelbar ablehnten, wie auch das Angebot, in der Jury für die Preisvergabe 2016 mitzuwirken. Die Ablehnung begründete Auer mit der Beliebigkeit der Preisverleihung und der häufig unter Alpinisten vertretenen Meinung, unter den alpinen Spitzenleistungen nicht zwischen preiswürdigen und nicht preiswürdigen Leistungen differenzieren zu können.[1]

Auer wurde 2016 mit dem Paul-Preuss-Preis ausgezeichnet und Ehrenmitglied der Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft.[2]

Free Solo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immer wieder kletterte Auer Routen auch Free Solo. 2007 gelang ihm die Begehung der von Heinz Mariacher und Luisa Iovane erstbegangenen Route Moderne Zeiten (Schwierigkeitsgrad 6c+) an der Marmolata.

Am 29. April 2007 kletterte Hansjörg Auer die 37 Seillängen und 1220 m lange Route Weg durch den Fisch (Schwierigkeitsgrad 7b+) Free-Solo. Bereits 2004 hatte er die Route an der Marmolata-Südwand in den Dolomiten probiert. Am Tag vor der Free-Solo-Begehung hatte er sich noch einmal über der Route abgeseilt und sich die Schlüsselstellen eingeprägt (ca. 5 Stunden). Die Route durchstieg er schließlich in 2 Stunden und 50 Minuten ohne Sicherung. Die Begehung gilt als ein Meilenstein des Free-Solo-Kletterns.[3]

Bedeutendste Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpinklettern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstbegehungen
  • Fata Morgana (7c, 850 m), Jebel Misht (Oman), 2009 – zusammen mit Much Mayr[4]
  • Silberschrei (7c, clean), Heiligkreuzkofel – zusammen mit Thomas Scheiber
  • Vogelfrei (8b/8b+, 14 Seillängen, erste Rotpunktbegehung), Schüsselkarspitze, 2009 – galt als eines der letzten großen Projekte im Wettersteingebirge[5]
  • Erstbesteigung von Kunyang Chhish Ost (über die Südwestwand), Karakorum/Pakistan, Juli 2013 zusammen mit Matthias Auer und Simon Anthamatten
Wiederholungen
  • Svec-Gebel, With or without you (8a+/8b), Schüsselkarspitze, 2005 – erste Wiederholung
  • Steps across the Boarder – senkrecht ins Tao, (8a), Marmolata-Südwand, 2007 – vermutlich 3. Begehung[6]
  • El Niño (8a+/8b), El Capitan, Yosemite Valley, 2008[7]
  • Via della Cattefrale (8a, onsight), Marmolata, 2009 – zusammen mit Much Mayr
  • Hallucinogen Wall (5.13+ oder ca. 8a+, 16 Seillängen, erste freie Begehung), Black Canyon, Colorado, April 2011[8]
Free-Solo-Begehungen
  • Don Quixote (6a+), Marmolata
  • Comici (6b), Große Zinne
  • Moderne Zeiten (6c+), Marmolata
  • Weg durch den Fisch (7b+, 1220 m, 37 Seillängen), Marmolata, 2007
  • Locker vom Hocker (6c+), Schüsselkarspitze, 2007
  • Bayrischer Traum (8), Schüsselkarspitze, 2011
  • Mephisto (8), Heiligkreuzkofel, 2015[9]

Sportklettern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstbegehungen
  • Roxette (8b/8b+), Klettergarten Nösslach nahe Längenfeld, 2009
Wiederholungen
  • Coque au vin (8b+), Zillertal, 2009
  • Freetown (8c), Chinamauer im Leutaschtal, 2009
  • Darkside (8c+), Chinamauer im Leutaschtal, 2009
  • La femme blanche (8a+, onsight), Céüse, 2009

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansjörg Auer: Südwand: Vom Free-Solo-Kletterer zum Profibergsteiger. Malik – Piper Verlag, München 2017, ISBN 978-3-89029-480-3.

Filmographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hansjörg Auer: Südwand. Vom Free-Solo-Kletterer zum Profibergsteiger. Malik – Piper Verlag, 2017 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. Paul-Preuss-Preis. Internationale Paul Preuss-Gesellschaft, abgerufen am 14. Januar 2018.
  3. Hansjörg Auer schreibt Klettergeschichte auf oetztalclimbing.com; Abgerufen am 23. September 2010
  4. Heiße Tage im Oman in Klettern, Mai 2009, ISSN 1437-7462, S. 16
  5. Vogelfrei im Wetterstein in Klettern, Dezember 2009, ISSN 1437-7462, S. 16
  6. Nächster Paukenschlag von Hansjörg Auer auf oetztalclimbing.com; Abgerufen am 23. September 2010
  7. Yosemite Valley 2008 auf oetztalclimbing.com; Abgerufen am 23. September 2010
  8. klettern, Juli/August 2011, ISSN 1437-7462; S. 18
  9. Mephisto – Free Solo auf bergsteigen.com. Abgerufen am 21. Juli 2017.