Haplomastodon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Haplomastodon
Schädel von Haplomastodon im Naturkundemuseum Pisa (2013)

Schädel von Haplomastodon im Naturkundemuseum Pisa (2013)

Zeitliches Auftreten
Pliozän bis Spätes Pleistozän
1,8 Mio. Jahre bis 11.000 Jahre
Fundorte
Systematik
Tethytheria
Rüsseltiere (Proboscidea)
Elephantimorpha
Elephantida
Gomphotherien (Gomphotheriidae)
Haplomastodon
Wissenschaftlicher Name
Haplomastodon
Hoffstetter, 1950

Haplomastodon war eine Rüsseltier-Gattung der Familie Gomphotheriidae und lebte vom Pliozän bis zum Ende des Pleistozän in Südamerika.

Systematik und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haplomastodon bildet innerhalb der Familie der Gomphotherien und der Unterfamilie der Rhynchotherien ein Schwestertaxon zu den Gattungen Stegomastodon, Cuvieronius und Notiomastodon. Nach dem Stand der Forschung wird heute nur eine Art Haplomastodon chimborazi (Proaño, 1922) anerkannt, womit auch diese Gattung wie die genannten Schwestertaxons monotypisch ist.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haplomastodon war ein großes Rüsseltier. Es besaß, insbesondere im Vergleich zu der zeitgleich vorkommenden Gattung Notiomastodon, relativ kleine Stoßzähne. Auch waren die Backenzähne weniger komplex aufgebaut. Im Vergleich zu dem zur selben Zeit in Südamerika lebenden Cuvieronius, hatte es einen schmalen und kürzeren Schädel, ähnlich Stegomastodon.

Verbreitung und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet von Haplomastodon umfasste annähernd das gesamte nördliche und östliche Südamerika. Also von der West- bis zur Ostküste, wobei die nördlichen Regionen Kolumbiens und Venezuelas ausgenommen waren. Funde sind auch aus Brasilien, Ecuador und Bolivien bekannt. Im Gegensatz zum Hochland bewohnenden Cuvieronius und dem in der Pampa festgestellten Notiomastodon war Haplomastodon mehr ein Waldbewohner. Entsprechend wird davon ausgegangen, dass vor allem Laub und Zweige das Nahrungsspektrum dominierten.

Späte Funde lassen darauf schließen, dass Haplomastodon noch von Paläoindianern angetroffen wurde. Das Verschwinden fällt mit der quartären Aussterbewelle zusammen und ist auch zwingend in diesem Kontext einzuordnen. Die genauen Ursachen des Aussterbens sind Gegenstand eines unabgeschlossenen, teilweise kontrovers geführten, wissenschaftlichen Diskurses.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marco P. Ferretti: Anatomy of Haplomastodon chimborazi (Mammalia, Proboscidea) from the late Pleistocene of Ecuador and its bearing on the phylogeny and systematics of South American gomphotheres. Geodiversitas 32 (4), Florenz 2010, S. 663–721, doi:10.5252/g2010n4a3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]