Heilwurz

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Heilwurz
Heilwurz (Seseli libanotis)

Heilwurz (Seseli libanotis)

Systematik
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Selineae
Gattung: Sesel (Seseli)
Art: Heilwurz
Wissenschaftlicher Name
Seseli libanotis
(L.) W.D.J.Koch

Die Heilwurz (Seseli libanotis), genauer Berg-Heilwurz[1] genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Sturm

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heilwurz ist eine sommergrüne zwei- bis mehrjährige (bis zu 8 Jahre) krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern. Sie stirbt nach der Samenbildung ab. Die oberirdischen vegetativen Pflanzenteile sind kahl. Der reich verzweigte Stängel ist nur unterhalb der Blütenstände etwas behaart. Die Blattspreiten sind einfach bis doppelt gefiedert, die Fiederabschnitte eiförmig-lanzettlich, am Grunde keilförmig verschmälert und stachelspitzig.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der doldige Blütenstand enthält 20 bis 40 Döldchen. Die Stiele der Döldchen sind wie die Blütenstiele mehr oder weniger dicht abstehend bewimpert. Die Blüten sind zwittrig. Die Kelchblätter sind bis zu 1 Millimeter lang und am Rand bewimpert. Die Kronblätter sind weiß.

Die Frucht ist bis zu 4 Millimeter lang, etwa doppelt so lang wie breit und dicht mit abstehenden Haaren (Trichome) besetzt.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 44.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Heilwurz handelt es sich um einen Hemikryptophyten.[1]

Es erfolgt Bestäubung durch Insekten oder Selbstbestäubung.[1]

Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch den Wind oder Klettausbreitung.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heilwurz ist in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet. In Europa kommt sie von Südeuropa (Iberische Halbinsel, Apennin, Balkan) nordwärts bis Südostengland, südliches Norwegen, Ostseegebiet vor. Sie kommt in Mitteleuropa selten bis zerstreut vor.

Die Heilwurz kommt in Deutschland sehr zerstreut bis selten im mittleren und südlichen Teil des Gebiets vor. Selten ist sie auch im Ostseegebiet anzutreffen.

Seseli libanotis wächst in Deutschland thermophilen Staudengesellschaften. Sie gedeiht am besten auf sonnigen bis schwach beschatteten, mäßig trockenen, kalkhaltigen, basischen Böden. Sie ist eine Charakterart des Verbandes Geranion-sanguinei.[2]

Seseli libanotis scheint ganz außerordentlich unter Tritt zu leiden. Vielleicht ist dies mit dem einmaligen Blühen und mit der in diesem Zusammenhang notwendigen Verjüngung durch Sämlinge zusammenhängend. An häufiger von beispielsweise Kletterern begangenen Felsflächen fehlt die Heilwurz.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der österreichischen Exkursionsflora von 2008 werden zwei Unterarten unterschieden,[3] bei anderen Autoren sind es Synonyme:

  • Seseli libanotis (L.) W.D.J.Koch subsp. libanotis: Sie tritt zerstreut auf trockenen Magerwiesen, in Rasenbändern im Fels und auf felsigen Hängen in der montanen bis subalpinen und teilweise in der alpinen Höhenstufe in den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Tirol auf.
  • Seseli libanotis subsp. intermedium (Rupr.) P.W.Ball: Sie tritt zerstreut aber lokal häufig auf trockenen Magerwiesen, auf halbruderalen Halbtrockenrasen und in trockenen Gebüschrändern in der collinen bis submontanen Höhenstufe in den Bundesländern Wien, dem Burgenland und Niederösterreich auf. Die Vorkommen beschränken sich auf das pannonische Gebiet.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Seseli libanotis (L.) Koch, Berg-Heilwurz. In: FloraWeb.de.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 713.
  3. Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 844.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heilwurz (Seseli libanotis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien