Heinkel He 114

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Heinkel He 114
Heinkel he 114 san diego air and space museum 2.jpg
Rumänische He 114 auf dem Siutghiolsee
Typ: Aufklärungsflugzeug
Entwurfsland: Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Hersteller:

Heinkel

Erstflug: 1936
Indienststellung: 1938
Stückzahl: 98

Die Heinkel He 114 war ein deutsches katapultfähiges Schwimmer-Aufklärungsflugzeug der 1930er-Jahre. Sie wurde als Konkurrenzmuster zur Arado Ar 95 und Focke-Wulf Fw 62 entwickelt.

Geschichte und Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ein Nachfolgemuster für die He 60 gesucht wurde, entwickelt man die Heinkel He 114. Dieser Anderthalbdecker mit extrem kurzem Unterflügel sollte als Nahaufklärer verwendbar sein und vom Katapult eines Kriegsschiffes starten können.

Das Flugzeug war in Ganzmetall-Schalenbauweise ausgeführt und ein einstieliger, verspannter Anderthalbdecker mit Y-Stielen und freitragendem Normalleitwerk sowie einem starren, verspannten Ganzmetall-Schwimmerwerk. Der erste Prototyp He 114 V1 flog 1936 mit einem 950-PS-Motor Daimler-Benz DB 600. Ein zweiter Prototyp (He 114 V2, Kennzeichen D-UGAT) war anfangs mit einem 670-PS-Motor Jumo 210 ausgerüstet. Mit einem BMW-132-Motor ausgerüstet führte diese Maschine dann die ersten längeren Tests als Bordflugzeug von der Gneisenau aus durch. Die He 114 V3 (D-IOGD) erhielt einen 880-PS-Sternmotor BMW 132Dc mit Zweiblattpropeller, die He 114 V4 (D-IDWS) erhielt einen 950-PS-Sternmotor BMW 132K mit Dreiblattpropeller. Dazu unterschieden sich die vier V-Muster in der Ausführung der Schwimmer. Der fünfte Prototyp He 114 V5 (D-IQRS) mit einem BMW-132Dc-Sternmotor war schließlich der Serienprototyp.

He 114 V2 mit Jumo 210

Diesen Maschinen folgten zehn Vorserienmuster He 114 A-0 mit BMW-Motoren, von denen die ersten als V6 bis V9 bezeichnet wurden. Die Vorserienmaschine He 114 V8 (D-IGED) war der Prototyp für 33 Maschinen der Serie He 114 A-1 mit 880 PS leistenden BMW 132Dc, die als Trainer genutzt wurden. Die He 114 V9 (D-IHDG) wurde der Prototyp für die Serie He 114 A-2 mit 970-PS-Motor BMW 132K, die bei der Küstenfliegergruppe 506 und als Bordflugzeug zum Einsatz kamen. 1939 erhielt die Luftwaffe noch 14 Maschinen der Baureihe He 114 C-1, die über zwei starre MG nach vorn verfügte, sowie der unbewaffneten Serie He 114 C-2.

Ab 1938/1939 ersetzte die He 114 dann die wegen ihrer schwachen Flugleistungen wenig wirksame Heinkel He 60. Als Bordflugzeuge wurden sie auf den Schlachtschiffen der Scharnhorst-Klasse stationiert, aber bei Kriegsbeginn durch die Arado Ar 196 ersetzt. Auch die Hilfskreuzer Atlantis, Widder und Pinguin hatten anfangs je zwei He 114 A-2 an Bord. Auf Atlantis und Pinguin wurden sie im Laufe deren Kriegsfahrten durch Ar 196 ersetzt. Neben den Einsätzen von den Hilfskreuzern war die He 114 im Kriegseinsatz bei der Luftwaffe über der Ostsee und dem Schwarzen Meer.

Drei Flugzeuge wurden als Ersatz für früher gelieferte He 60 nach Spanien geschickt. Nach Schweden wurden zwölf He 114 A-2 als He 114 B-1 verkauft und dort als S 12 von 1941 bis 1947 geflogen. Die noch am 1. April vereinbarte Lieferung von vier Maschinen an Dänemark unterblieb. Rumänien kaufte sechs He 114 B-2, drei mit Jumo-210- und drei mit Daimler-Benz-DB-600-Motoren. Nach dem Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion folgten mindestens zwölf He 114 A-2 als He 114 B-3. In Rumänien wurden die letzten acht Maschinen erst 1960 außer Dienst gestellt.

Insgesamt sollen 98 He 114 aller Versionen gebaut worden sein. Die Konkurrenzentwürfe Arado Ar 95 und Focke-Wulf Fw 62 wurden in noch geringeren Stückzahlen gebaut. Standardbordflugzeug und Küstennahaufklärer der Luftwaffe wurde letztendlich die Ar 196.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten (He 114 V 2)[1] Daten (He 114A-2)[2]
Besatzung 2
Spannweite 13,8 (oben)
6,00 m (unten)
13,60 m (oben)
6,00 m (unten)
Länge 11,85 m 11,65 m
Höhe 5,23 m
Flügelfläche 42,70 m² 42,30 m²
Flächenbelastung 77,8 kg/m² 87,00 kg/m²
Leistungsbelastung 4,88 kg/PS 3,82 kg/PS
Leermasse 2100 kg 2300 kg
Rüstmasse 2195 kg 2420 kg
Nutzlast 70 kg 200 kg
Startmasse 3316 kg 3670 kg
Triebwerk ein flüssigkeitsgekühlter Zwölfzylinder-V-Motor Jumo 210a ein luftgekühlter Neunzylinder-Sternmotor BMW 132K
Startleistung
Nennleistung am Boden
Nennleistung (Höhe)
Volldruckhöhe
680 PS (500 kW) bei 2700/min
680 PS (500 kW) bei 2700/min
650 PS (478 kW) bei 2700/min in 4000 m
2000 m
960 PS (706 kW) bei 2250/min
810 PS (596 kW) bei 2200/min
830 PS (610 kW) bei 2250/min in 850 m
1000 m
spez. Kraftstoffverbrauch 220 gr/PS h 240 gr/PS h
Höchstgeschwindigkeit 270 km/h in Bodennähe
305 km/h in 2000 m Höhe
270 km/h in 4000 m Höhe
330 km/h in Bodennähe
335 km/h in 1000 m Höhe
310 km/h in 2000 m Höhe
Marschgeschwindigkeit 240 km/h in Bodennähe
240 km/h in 2000 m Höhe
230 km/h in 4000 m Höhe
270 km/h in Bodennähe
295 km/h in 1000 m Höhe
270 km/h in 2000 m Höhe
Landegeschwindigkeit 105 km/h 120 km/h
Steigzeit 9,8 min auf 2000 m Höhe
20,6 min auf 4000 m Höhe
27,4 min auf 5000 m Höhe
4,3 min auf 1000 m Höhe
10,0 min auf 2000 m Höhe
18,2 min auf 3000 m Höhe
Gipfelhöhe 6500 m 4900 m
Reichweite 500 km bei Höchstgeschwindigkeit in 2000 m Höhe
700 km bei Marschgeschwindigkeit in 2000 m Höhe
830 maximal
880 km bei Höchstgeschwindigkeit in 1000 m Höhe
920 km bei Marschgeschwindigkeit in 1000 m Höhe
1000 km maximal
Startrollstrecke 400 m 380 m
Startstrecke 510 m auf 15 m
Landestrecke 500 m aus 15 m 460 m aus 15 m
Bewaffnung keine ein bewegliches 7,92-mm-MG 15 im Drehkranz
optional 1–2 starre 7,92-mm-MG 17 auf dem Rumpf

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian König, Axel Kleckers: Das große Bordflugzeug. Arado Ar 95 und Heinkel He 114. Helios, Aachen 2018, ISBN 978-3-86933-215-4.
  • Volker Koos: Ernst Heinkel Flugzeugwerke 1933–1945 (= Typenbücher Deutsche Luftfahrt). Heel, Königswinter 2003, ISBN 3-89880-217-5, S. 68 ff.
  • Heinz J. Nowarra: Die Deutsche Luftrüstung 1933–1945. Band 2: Flugzeugtypen Erla–Heinkel. Bernard & Graefe, Koblenz 1993, ISBN 3-7637-5466-0, S. 207 ff.
  • Faksimile-Nachdruck: Heinkel. Chronik und Typenblätter der Firma Heinkel-Flugzeugbau. 3. Auflage. Aviatic, Oberhaching 1996, ISBN 3-925505-08-3, S. 93 ff.-.
  • William Green: Floatplanes (= War Planes of the Second World War. Band 6). 3. Auflage. MacDonald, 1968, S. 74 ff. (englisch, SBN 356 01450 9, SBN 356 01450 9).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinkel He 114 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Typenblätter Heinkel, S. 94
  2. Typenblätter Heinkel, S. 98