Helmuth Ellgaard

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Helmuth Ellgaard 1970

Helmuth Ellgaard (* 3. März 1913 in Hadersleben, heute Dänemark; † 22. April 1980 in Kiel) war ein deutscher Pressezeichner und Illustrator. Ellgaard wurde bekannt durch seine zahlreichen Filmplakate, die er zwischen 1954 und 1961 schuf.

Leben und Werk[Bearbeiten]

H. Ellgaard, Illustration für die Olympischen Sommerspiele 1936

Helmuth Ellgaard wurde im damals deutschen Hadersleben geboren. Die Eltern gehörten zur deutschen Minderheit der Stadt. Schon früh interessierte sich Ellgaard fürs Zeichnen und Malen. 1928 zog die Familie nach Kiel. 1934 besuchte Ellgaard die Fachhochschule für Kunst und Gestaltung in Kiel und arbeitete nebenher als Bühnenbildner beim Kieler Stadttheater und als Pressezeichner für die „Kieler Neuesten Nachrichten“. Sein künstlerisches Vorbild wurde Theo Matejko.

H. Ellgaard (mit Skizzenblock), Kriegsreporter in Frankreich 1940.

1939 ging Ellgaard nach Berlin, wo er die Schauspielerin Lotte Berger heiratete. Ein Sohn, Peter, wurde 1940 geboren, ein weiterer, Holger, 1943. Helmuth Ellgaards Arbeiten erschienen unter anderem in der „Berliner Illustrirten Zeitung“ beim Deutschen Verlag (der Ullstein Verlag während der NS-Zeit). 1940 wurde ihm der Carl-Schnebel-Preis für „hervorragende illustrative und pressezeichnerische Leistungen“ verliehen, in denen er den „großdeutschen Schicksalskampf“ unter der Rubrik Achtung Tiefflieger darstellte (Titelblatt der Sirene Nr. 11/1940).[1]

Arbeit am Filmplakat, 1962

Während des Zweiten Weltkrieges war er offizieller Kriegsberichterstatter in einer Propagandakompanie und folgte als Leutnant der Luftwaffe bei vielen Einsätzen mit seinem Skizzenblock. Während der Jahre 1945-1948 illustrierte Ellgaard unter anderem die Jugendzeitschrift „Ins neue Leben“ des Minerva-Verlages in West-Berlin und die „Neue Berliner Illustrierte“ sowie „Die Frau von heute“, die beide beim Allgemeinen Deutschen Verlag in Ost-Berlin erschien. Zu seinen Auftraggebern gehörten einige Buchverlage, so illustrierte er beispielsweise „Abenteuer mit der Filmkamera“ von Paul Lieberenz (1946) oder „Das Mädchen Fleur“ von Friedrich Berg (1946).

Helmuth Ellgaard verließ mit seiner Familie 1949 Berlin, um ins oberbayerische Bad Tölz zu ziehen. Er war entscheidend an der Erstehung der illustrierten Zeitschrift „Revue“ beteiligt, so half er Helmut Kindler mit einer „handgemachten“ Null-Nummer, die notwendige Lizenz für die Herausgabe der Zeitschrift bei den Alliierten zu bekommen. 1952 zog die Familie nach München. Bei der „Revue“ war er als Bildredakteur und Pressezeichner bzw. Illustrator bis 1956 tätig. In fast jeder Nummer der „Revue“ waren Illustrationen von Helmuth Ellgaard zu sehen und viele dieser Arbeiten waren im Stile des Retro-Futurismus.

Nach 1956 arbeitete Ellgaard als freier Pressezeichner und Illustrator, nunmehr wohnhaft in Hamburg. Wichtige Auftraggeber waren die Filmindustrie, für die er zahlreiche Plakate entwarf, sowie Zeitschriften und Buchverlage, beispielsweise das Filmplakat für „Die Brücke“ aus dem Jahr 1959, Illustrationen zu Fortsetzungsroman, heitere Bilder zu Alltagssituationen und Zeichnungen von technischen Utopien.

Seine neuen Vorbilder waren nun der Amerikaner Norman Rockwell und der Däne Kurt Ard. Er illustrierte Bücher für den Ehapa Verlag und Romane für den Bastei Verlag. Seine Arbeiten erschienen in der „Quick“, „Bunten“, „Heim und Welt“, „Kristall“, „Bild“ und vielen mehr. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er auch bekannt durch seine vielen Filmplakate, die den deutschen Film der 1950er und 1960er Jahre widerspiegeln. Darunter z. B. die Plakate zu den Filmen „Die Brücke (1959)“, „Und abends in die Scala“ und „Es geschah am hellichten Tag“.

Ein Großteil seiner Arbeiten wurde 2003 von seinen Söhnen dem „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ in Bonn als Geschenk übergeben.[2]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Einige typische Arbeiten von Helmuth Ellgaard

Filmplakate 1954–1961[Bearbeiten]

Geordnet nach Entstehungszeit, danach der Auftraggeber / Filmverleih sowie Weblink zum Plakat falls vorhanden.

Die Liste ist noch nicht komplett und wird weiter vervollständigt.

  • 1954, Die Hölle von Silverrock, Gloria Film
  • 1955, Unternehmen Pelikan, Gloria Film
  • 1955, Rosenmontag, Gloria Film
  • 1956, Terror, Gloria Film
  • 1957, Banktresor 713, Deutsche Film Hansa
  • 1957, Der stille Don, Deutsche Film Hansa
  • 1957, Made in Germany, Deutsche Film Hansa
  • 1957, Einmal eine Große Dame sein, Deutsche Film Hansa
  • 1957, Es wird alles wieder gut, Deutsche Film Hansa
  • 1958, Grabenplatz 17, Deutsche Film Hansa
  • 1958, Und abends in die Scala, Deutsche Film Hansa[3]
  • 1958, Das Mädchen vom Moorhof, Deutsche Film Hansa
  • 1958, Der Stern von Santa Clara, Deutsche Film Hansa
  • 1958, Rivalen der Manege, Deutsche Film Hansa
  • 1958, Petersburger Nächte, Deutsche Film Hansa
  • 1959, Spion für Deutschland, Deutsche London Film
  • 1959, Die Brücke, Deutsche Film Hansa[4]
  • 1959, Es geschah am hellichten Tag, Deutsche Film Hansa[5]
  • 1959, Ein Mann geht durch die Wand, Deutsche Film Hansa
  • 1959, Hunde, wollt ihr ewig leben, Deutsche Film Hansa
  • 1959, Ein Engel auf Erden, Deutsche Film Hansa
  • 1959, Nacht fiel über Gotenhafen, Deutsche Film Hansa [6]
  • 1959, Orfeu Negro, Deutsche Film Hansa [7]
  • 1959, Und ewig singen die Wälder, Deutsche Film Hansa
  • 1959, La Paloma, Deutsche Film Hansa
  • 1959, Alt Heidelberg, Deutsche Film Hansa
  • 1960, Das Erbe von Björndal, Deutsche Film Hansa
  • 1960, Der Greifer, Deutsche Film Hansa
  • 1960, Jäger Gejagte
  • 1960, Ein Stern fällt vom Himmel, Deutsche Film Hansa
  • 1960, Kauf Dir einen bunten Luftballon, Deutsche Film Hansa
  • 1960, So ein Millionär der hat’s schwer, Deutsche Film Hansa
  • 1960, Von allen geliebt, Deutsche Film Hansa
  • 1961, Barbara, Deutsche Film Hansa
  • 1961, Das Wunder des Malachias,UFA Film Hansa
  • 1961, Ruf der Wildgänse, UFA Film Hansa
  • 1961, Transport, UFA Film Hansa
  • 1961, Nur der Wind, UFA Film Hansa

Literatur[Bearbeiten]

  • Museumsmagazin. Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Nr 3/2003, ISSN 1433-349X, S. 18–19.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helmuth Ellgaard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verleihungsurkunde des Carl-Schnebel-Preises
  2. Pressemittteilung vom 3. April 2003 des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
  3. Filmplakat
  4. Filmplakat
  5. Filmplakat
  6. Filmplakat
  7. Filmplakat