Hermann Wilhelm Vogel

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Bild einer Todesanzeige von Vogel, erschienen 1898 in den Photographische Mitteilungen.
Todesanzeige Hermann Wilhelm Vogel 17. Dezember 1898 der Photographische Mitteilungen 1898.
Vogel im Jahre 1864 und 1894

Hermann Wilhelm Vogel (* 26. März 1834 in Dobrilugk; † 17. Dezember 1898 in Charlottenburg) war ein deutscher Fotochemiker und Entdecker der Farbsensibilatoren für die naturgetreue Farbwiedergabe von Fotografien.

Leben[Bearbeiten]

Vogel ging bis 1845 zur Schule in Dobrilugk, wo er anschließend 1848–51 mit Unterbrechungen eine Kaufmannslehre absolvierte. Danach studierte er Chemie und Physik an der Gewerbeakademie Berlin und war seit 1858 Assistent von Karl Friedrich Rammelsberg und Heinrich Wilhelm Dove sowie seit 1860 Assistent am mineralogischen Museum. 1863 gründete er „zusammen mit einigen Freunden den ›Photographischen Verein zu Berlin‹“,[1] aus dem 1869 der bis Ende des 19. Jahrhunderts von ihm geleitete Verein zur Förderung der Photographie hervorging; auch gab er seit 1864 die Photographischen Mitteilungen (Berlin) heraus.

Zugleich übernahm er 1864 den Lehrstuhl für Photochemie an der Berliner Gewerbeakademie. 1868 war er Mitglied der norddeutschen nach Aden entsandten Sonnenfinsternisexpedition und der oberägyptischen Expedition.

1865 besuchte er die photographischen Ateliers in Prag, Dresden, Berlin, Potsdam und das von Jacob Wothly in Aachen. Über diese Reise führte er Tagebuch.[2] In dieser Zeit trat er auch der Société française de Wothlytypie bei und erhielt von diesem die Lizenz zur Anfertigung von Bildern nach dem neuartigen Wothlytypie-Verfahren.

1870 ging er zum Photographenkongreß nach Cleveland (Ohio), bereiste den Norden der USA und Kanada. Ende 1870 beteiligte er sich an der nach Sizilien gehenden englischen Sonnenfinsternisexpedition und 1875 an der Sonnenfinsternisexpedition nach den Nikobaren.

1876 und 1883 bereiste er abermals Nordamerika. Ab 1872 war er Vorsitzender des Vereins für deutsches Kunstgewerbe und ab 1884 Vorsteher des phototechnischen Laboratoriums der Technischen Hochschule in Charlottenburg.

Mit dem Fotochemiker und Erfinder Johann Baptist Obernetter arbeitete Vogel über orthochromatische Prozesse, die Bilder farbiger Gegenstände in richtigem Tonwert liefern.[3]

Vogel starb am 17. Dezember 1898 um 9:30 an Herzversagen und wurde auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof in Berlin-Schöneberg beigesetzt.[4] Ihm zu Ehren erhielt am 26. August 1965 in einem Quartier, in dem die Straßen nach Pionieren der Fototechnik benannt wurden, die Vogelzeile in Spandau, Ortsteil Staaken ihren Namen.[5] Sie liegt zwischen dem Meydenbauerweg und der Gruberzeile.

Werk, Bedeutung und Schüler[Bearbeiten]

Vogels Untersuchungen erstrecken sich über alle Gebiete der Fotografie. Besonders hervorzuheben sind:

Ab 1873 beschäftigte er sich spezieller mit Spektralfotografie und Spektralanalyse, auch konstruierte er 1877 ein Universalspektroskop. Vogel galt als überzeugter Verfechter der nach Jacob Wothly benannten „Wothlytypie“.

Zu den bekanntesten und profiliertesten Fotografieschülern Vogels gehört Alfred Stieglitz. .[6]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Die Photographie auf der Londoner Weltausstellung des Jahres 1862 (Verlag H. Neuhoff, 1863)
  • Lehrbuch der Photographie (Robert Oppenheim, Berlin 1870, als Digitalisat abrufbar bei googlebooks: eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  • Praktische Spektralanalyse irdischer Stoffe (2. Aufl., Berlin 1888 ff.);
  • Die chemischen Wirkungen des Lichts und die Photographie (2. Aufl., Leipzig 1883);
  • Die Photographie farbiger Gegenstände in den richtigen Tonverhältnissen (Berlin 1885);
  • Vom Indischen Ozean bis zum Goldland Reisebeobachtungen (Berlin 1877);
  • Lichtbilder nach der Natur (Berlin 1879)
  • über das Spiritistentreiben (Berlin 1880)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hermann Wilhelm Vogel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ludwig Hoerner: Photographie und Photographen in Hannover und Hildesheim. Festschrift zum 150jährigen Geburtstag der Photographie. Herausgegeben von den Photographen-Innungen Hannover und Hildesheim, hergestellt im Berufsförderungswerk Bad Pyrmont in den Ausbildungsberufen Schriftsatz, Reprofotographie, Druckformherstellung, Flachdruck und Buchbinder im Rahmen der Umschulung, 1989
  2. Tagebuch eines Wiener Photographen. In: Photographische Correspondenz: Zeitschrift für wissenschaftliche und angewandte Photographie und die gesamte Reproduktionstechnik. Hrsg. v. Sekretär der Photographischen Gesellschaft in Wien. Gerolds & Sohn, Wien 1865.
  3. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14, Leipzig 1908, S. 867; online über Zeno.org
  4. Foto des Grabsteins in Berlin
  5. Vogelzeile. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  6. Wolfgang Baier: Quellendarstellungen zur Geschichte der Fotografie. 2. Auflage, Schirmer/Mosel, München 1980, ISBN 3-921375-60-6, S. 533