Landesbank Hessen-Thüringen

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  Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale
Helaba-Logo
Staat Deutschland
Sitz Frankfurt am Main und Erfurt
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 500 500 00[1]
BIC HELA DEFF XXX[1]
Gründung 1. Juni 1953
Website www.helaba.de
Geschäftsdaten 2015[2]
Bilanzsumme 172,256 Mrd. Euro
Einlagen 47,727 Mrd. Euro
Kundenkredite 93,194 Mrd. Euro
Mitarbeiter 6.148
Leitung
Verwaltungsrat Gerhard Grandke (Vorsitzender)
Vorstand Herbert Hans Grüntker (Vorsitzender)
Der Main Tower ist der Sitz der Helaba in Frankfurt am Main

Die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, kurz Helaba, ist eine Geschäftsbank mit Stammregionen in Hessen und Thüringen sowie Ausrichtung auf das Großkundengeschäft. Sie ist außerdem Landesbank für die beiden Bundesländer, Kommunalbank für deren Kommunen und Verbundbank für die dortigen Sparkassen. Zum Juli 2012 hat sie das Verbundbankgeschäft der ehemaligen WestLB für die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen sowie in Brandenburg übernommen.[3]

Mit etwa 6150 Mitarbeitern gehört der Helaba-Konzern zu den größeren deutschen Landesbanken. Die Helaba ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihre beiden Hauptsitze sind Frankfurt am Main und Erfurt. Die Bank betreibt mit der Landeskreditkasse zu Kassel eine Niederlassung in Kassel und seit Juli 2012 eine in Düsseldorf. International ist sie mit Niederlassungen und Repräsentanzen in Paris, London, New York, Madrid, Moskau, Shanghai und Singapur vertreten. Die Frankfurter Sparkasse ist eine hundertprozentige Tochter der Helaba. Zum Helaba Konzern gehören auch die Direktbank 1822direkt, die LBS Hessen-Thüringen und die WIBank. Letztere realisiert Förderprogramme des Landes Hessen. Zum Konzern gehören auch die Tochtergesellschaften Helaba Invest Kapitalanlagegesellschaft, die Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) und die OFB-Gruppe, die in der Immobilienprojektentwicklung tätig ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1953 entstand die Hessische Landesbank Girozentrale aus dem Zusammenschluss der 1940 gegründeten Hessischen Landesbank Darmstadt Girozentrale, der 1840 gegründeten Nassauischen Landesbank Wiesbaden und der 1832 gegründeten Landeskreditkasse zu Kassel. In den 1970er Jahren brachte der Helaba-Skandal die Hessische Landesbank in erhebliche Bedrängnis. Am 1. Juli 1992 wurde durch einen Staatsvertrag über eine gemeinsame Sparkassenorganisation zwischen Hessen und Thüringen die gemeinsame Landesbank geschaffen. Sie war damit die erste über Ländergrenzen hinaus bestehende Landesbank.

Im Jahr 2005 erwarb die Helaba die in finanzielle Schieflage geratene Frankfurter Sparkasse[4] und stieg damit wieder verstärkt ins Privatkundengeschäft ein, das sie bereits bis 2003 über ihre Niederlassung Darmstadt sowie am Standort Kassel durch die Landeskreditkasse zu Kassel betrieben hatte.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2012 übernahm die Helaba die von der WestLB herausgelöste Verbundbank (NRW-Sparkassen, mittelständischen Firmenkunden und Kommunen), sowie risikogewichtete Aktiva in Höhe von 8,3 Milliarden Euro. Die Verbundbank wurde mit einem Unternehmenswert von null Euro und einer Barkapitalerhöhung von 1 Milliarde Euro in die Helaba eingegliedert. Mit der Verbundbank wechselten 451 Mitarbeiter von der WestLB zur Helaba und arbeiten seit September 2013 in früheren Büroräumen der IKB Deutsche Industriebank am Standort Düsseldorf-Golzheim. Zukünftig betreut die Helaba in ihrer Funktion als Verbundbank 167 Sparkassen, davon 34 in Hessen, 16 in Thüringen, 106 in Nordrhein-Westfalen und 11 in Brandenburg.[3][5]

Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Unternehmenssparte Großkundengeschäft beinhaltet Finanzdienstleistungen für Unternehmen, Banken sowie institutionellen Investoren.
  • Zur Unternehmenssparte Privatkunden und Mittelstandsgeschäft zählen neben der Verbundbank die Landesbausparkasse Hessen-Thüringen, die Frankfurter Sparkasse mit der Direktbank 1822direkt sowie die Frankfurter Bankgesellschaft.
  • Im öffentlichen Förder- und Infrastrukturgeschäft als dritter Unternehmenssparte nimmt die Helaba über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen WIBank im Auftrag des Landes Hessen öffentliche Förderaufgaben wahr, insbesondere in den Bereichen Wohnungs- und Städtebau, Infrastruktur, Wirtschaft, Landwirtschaft und Umwelt.

Beteiligungs- und Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Helaba ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Organe der Bank sind die Trägerversammlung, der Verwaltungsrat und der Vorstand.

Eigentümer und Träger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Übernahme des WestLB-Verbundgeschäfts (1. Juli 2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Übernahme des WestLB-Verbundgeschäfts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen (85 %)
  • Land Hessen (10 %)
  • Freistaat Thüringen (5 %)

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorstand der Helaba besteht aus dem Vorstandsvorsitzenden Herbert Hans Grüntker, Thomas Groß (stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes), Jürgen Fenk, Detlef Hosemann, Rainer Krick, Klaus-Jörg Mulfinger und Norbert Schraad.

Frühere Vorstandsvorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundsteinlegung des Main Towers in Frankfurt fand im Oktober 1996 statt, drei Jahre später zog die Helaba ein. Mit einer Höhe von 200 Metern ist er der vierthöchste Wolkenkratzer in Deutschland. Zuvor hatte die Bank ihren Sitz im angrenzenden Garden Tower.

Zweiter Sitz der Landesbank ist ein aus mehreren Gebäuden bestehender Bürokomplex aus den 1990er-Jahren im Südwesten der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt im Stadtteil Brühlervorstadt auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnereien von Ernst Benary.

EU-Bankenstresstests[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2011 teilte die Helaba bereits vor Präsentation der Ergebnisse des EU-Bankenstresstests mit, dass sie aufgrund von kurzfristig geänderten Regularien der CEBS durch den Stresstest gefallen sei. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde hat die Kapitaleinlage des Landes Hessen in Höhe von 1,92 Milliarden Euro nicht als „hartes Kernkapital“ gewertet. Dadurch entstand bei der Helaba eine Unterdeckung von 1,497 Milliarden Euro bei einer geforderten Mindestquote von 9 %, aus diesem Grund ist die Helaba in formeller Hinsicht durchgefallen. Aufgrund dieser Ereignisse untersagte die Helaba im Vorfeld eine Veröffentlichung der Ergebnisse.[6] Durch diese Schritte wollte die Helaba in der Öffentlichkeit einen zu großen Imageschaden und den Eindruck eines möglichen Kapitalengpasses vermeiden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Helaba: Aktuelle Geschäftsbericht 2015 nach IFRS. Abgerufen am 7. Juni 2016.
  3. a b Helaba: Helaba übernimmt Verbundbankgeschäft der WestLB rückwirkend zum 1. Juli 2012. 2. Juli 2012, abgerufen am 31. Juli 2015 (Presseinformation).
  4. Focus: Für 725 Millionen: Helaba kauft Frankfurter Sparkasse. 14. Mai 2005, abgerufen am 31. Juli 2015.
  5. Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen: Strukturschaubild 2015. Abgerufen am 31. Juli 2015 (PDF-Datei; 85 kB).
  6. Helaba: Helaba besteht aus formalen Gründen den EBA-Stresstest nicht. 7. Dezember 2011, abgerufen am 31. Juli 2015 (Presseinformation).
  7. BBC: German bank Helaba 'to pull out of stress tests'. 14. Juli 2011, abgerufen am 31. Juli 2015 (englisch).

Koordinaten: 50° 6′ 45″ N, 8° 40′ 20″ O