Heute stirbt hier Kainer

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Film
OriginaltitelHeute stirbt hier Kainer
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 89 Minuten
Stab
Regie Maria-Anna Westholzer
Drehbuch Michael Proehl,
Maria-Anna Westholzer
Musik Matti Rouse
Kamera Armin Dierolf
Schnitt Stefan Blau
Besetzung
Kainers letzte Reise geht in die hessische Provinz nach Oberöhde (Drehort: Bahnhof Münzenberg)

Heute stirbt hier Kainer ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2021. In der Hauptrolle spielt Martin Wuttke einen todkranken Einzelgänger, der sich noch einmal auf eine letzte Reise begibt, um sein Leben zu beenden. Der Film wurde erstmals am 21. April 2021 im Ersten gezeigt.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Kainer erfährt von seinem Arzt, dass er einen Gehirntumor habe und bald sterben werde. Kainer beschließt daraufhin, zu einer letzten Reise aufzubrechen. Nur mit einem Koffer, in dem sich eine Waffe mit einer Patrone und ein paar Zeitschriften befinden, macht er sich auf den Weg. Da sein Heimatdorf mittlerweile auf dem Boden eines Stausees liegt, entscheidet er sich dafür, aufs Land zu fahren. Mit einem Fahrschein, den ihm ein Obdachloser für eine großzügige Spende gibt, fährt er mit dem Schienenbus nach Oberöhde, einem Dorf irgendwo in Hessen.

Kainer möchte seine Ruhe und über den Zeitpunkt seines Ablebens selbst entscheiden. Er quartiert sich auf dem Bauernhof der alleinerziehenden Marie Abel ein. Diese sucht nach dem Weggang ihres Mannes einen Gesprächspartner, Kainer geht aber lieber allein spazieren. Im Dorf gerät er schnell zwischen die Fronten eines Streits um ein Dorflokal. Da der eine Kontrahent, ein italienischer Gastwirt und Maries Schwager, dem anderen gedroht hat, hält man den im Trainingsanzug durch die Gegend laufenden Neuling für einen herbeigerufenen Mafioso. Als Maries Sohn Emil mit Kainers einziger Patrone einen Hahn erschießt, wirft dies Kainers Pläne über den Haufen. Also geht er mit Marie abends bei ihrem Schwager im Restaurant etwas trinken, es entwickelt sich – trotz Kainers abweisender Art – eine gewisse Sympathie zwischen den beiden. Als sich der alkoholkranke Heinz Graber, der im Streit ums Lokal geholfen hat, Maries Schwager zu betrügen, an Kainer wendet und diesen bittet, ihn zu erschießen, lehnt Kainer ab. Graber schießt sich selbst in den Kopf, ist aber nicht sofort tot, sodass Kainer mit zwei weiteren Schüssen nachhelfen muss.

Der arrogante Kommissar Decker nimmt die Ermittlungen auf. Marie gibt Kainer ein Alibi und sagt, dass Kainer mit ihr im Bett war – was sie kurz darauf von Kainer einfordert. Beim anschließenden Spaziergang wird Kainer von den Dorfschlägern angegriffen, die von dem zweiten Kontrahenten des Streits auf ihn angesetzt wurden. Er kann sich aber mühelos wehren. Als einer der Schläger ihn mit einer Waffe bedroht, geht der Jäger Gert Graber dazwischen. Er unterhält sich mit Kainer bei einem Spaziergang, erfährt seine Geschichte und auch, dass Kainer Grabers Bruder erlösen musste. Decker versucht, den Streit ums Dorflokal für sich zu nutzen und verspricht dem einen Kontrahenten, den angeblichen Mafioso Kainer aus dem Weg zu räumen. Mit Marie als Geisel lockt er Kainer zum Bauernhof und will sich mit ihm duellieren. Dies wird durch die Ankunft der schwer bewaffneten Dorfschläger auf dem Hof vereitelt. Es kommt zu einer wilden Schießerei, bei der am Ende nur Decker, Kainer und Marie am Leben bleiben. Decker will Kainer erschießen, wird aber von Graber von einem Hochstand aus erschossen.

Kainer geht zu einem See, um sich zu erschießen, muss aber feststellen, dass sich keine Patrone mehr im Magazin befindet. Kainer beginnt zu lachen und wirft die Waffe in den See. In der Schlusssequenz scheint der Protagonist, der immer vom See seines Heimatdorfes geträumt hat, der Pistole ins Wasser zu folgen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 4. September 2019 bis zum 10. Oktober 2019 in Mossautal, Hirzenhain, Niddatal, Frankfurt am Main und Umgebung gedreht.[1]

Den Ort Oberöhde in Hessen, in den Kainers letzte Reise geht, gibt es in der Realität nicht. Hierbei handelt es sich um einen fiktiven Ort, der unter anderen durch Drehorte in Münzenberg, Hirzenhain und Friedberg nachgestellt wurde.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films gibt dem Film 2 von 5 Sternen und schreibt: „Eine überzeichnete Provinzposse mit schwarzem Humor und Western-Anleihen, die durch abrupte Stimmungswechsel und äußeren Aufwand auffällt. Der Umgang mit den formalen Versatzstücken bleibt allerdings recht durchwachsen, sodass das Ergebnis eher zwiespältig ist“[3]

Kritiker Thomas Gehringer gibt dem Film in seiner Besprechung bei tittelbach.tv insgesamt 5 von 6 Sternen. Es handele sich um eine Provinzposse, die im Western-Style realisiert und stimmungsvoll inszeniert wurde. Martin Wuttke in dieser Rolle sei ein Ereignis. Die Nebenfiguren seien prägnant, so unter anderen Christian Redl und Jule Böwe. Justus von Dohnányi würde den Kommissar als wahres Ekelpaket spielen. Zusammenfassend schreibt Gehringer: „Verzweiflung, Hingabe, Gewalt und Tod vor stimmungsvoll fotografierter Landschaft, einfalls- und wendungsreich, manchmal auch einfach nur gaga, bis hin zum sinnfreien Finale mit simpler Freude am Ballern.“[4]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Erstausstrahlung am 21. April 2021 im Ersten sahen 3,82 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 12,5 % entsprach.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heute stirbt hier Kainer bei crew united, abgerufen am 22. April 2021.
  2. David Heßler: „Heute stirbt hier Kainer“ (ARD): Drehorte in der Wetterau, Handlung und Schauspieler im Überblick. In: Wetterauer Zeitung. 21. April 2021, abgerufen am 22. April 2021.
  3. Heute stirbt hier Kainer. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 22. April 2021. 
  4. Thomas Gehringer: Fernsehfilm „Heute stirbt hier Kainer“. In: tittelbach.tv. 2021, abgerufen am 22. April 2021.
  5. Felix Maier: Primetime-Check Mittwoch, 21. April 2021. In: Quotenmeter.de. 22. April 2021, abgerufen am 22. April 2021.