Hochwaldbahn

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Dieser Artikel beschreibt die Bahnstrecke Hochwaldbahn. Für das gleichnamige Eisenbahnverkehrsunternehmen siehe HWB Verkehrsgesellschaft.
Trier–Türkismühle[1][2]
Strecke der Hochwaldbahn
Streckennummer (DB): 3131
Kursbuchstrecke (DB): zuletzt 625 Trier–Hermeskeil
264 Hermeskeil–Türkismühkle
Streckenlänge: 72,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 17,5 
Minimaler Radius: 190 m
Bahnhof, Station
Trier Hbf 137 m ü. NN
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
0,0 Moselstrecke nach Koblenz Hbf
   
1,7 L 145
   
2,4 Ruwer (DB)
   
4,1 Grünhaus-Mertesdorf 137,5 m ü. NN
   
5,4 Kasel (Kr Trier)
   
7,3 Waldrach
   
3x Ruwerquerung
   
11,0 Sommerau
   
4x Ruwerquerung
   
12,2 Gusterath
   
2x Ruwerquerung
   
15,7 Pluwig 233,5 m ü. NN
   
Pluwigerhammer
   
2x Ruwerquerung
   
18,2 Hinzenburg
   
2x Ruwerquerung
   
21,7 Lampaden
   
24,7 Hentern
   
26,8 Zerf
   
2x Ruwerquerung
   
33,4 Schillingen
   
Ruwerquerung
   
36,9 Kell (Bz Trier)
   
Reinsfeld / Hunsrückstraße
   
44,1 Reinsfeld (Kr Trier) 495 m ü. NN
   
A 1
   
bis hier Rückbau[A 1]
Brücke (groß)
B 407
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Hunsrückquerbahn von Langenlonsheim
Bahnhof, Station
50,3 Hermeskeil (Museumseisenbahn) 476 m ü. NN
Brücke über Wasserlauf (groß)
51,7 Lösterbachtalbrücke
   
Landesgrenze Rheinland-Pfalz/Saarland
   
56,9 Bierfeld
Tunnel
57,4 A 1 Tunnel unter Anschlussstelle (135 m)
Tunnel
57,6 Bierfelder Tunnel (260 m)
Haltepunkt, Haltestelle
58,0 Nonnweiler Ort
Brücke über Wasserlauf (groß)
58,5 Nonnweiler-Viadukt (Prims)
Bahnhof, Station
58,8 Nonnweiler 397 m ü. NN
   
Primstalbahn nach Wadern
Straßenbrücke
A 1 (2x)
Brücke (mittel)
A 62
   
62,1 Otzenhausen
Haltepunkt, Haltestelle
64,0 Schwarzenbach
Tunnel
64,1 Schwarzenbacher Tunnel (abgetragen)
   
67,1 Sötern
Straßenbrücke
67,6 A 62
   
68,3 Eckelhausen Bostalsee
Haltepunkt, Haltestelle
70,0 Gonnesweiler/Bostalsee
Straßenbrücke
72,3 L 135 (ehem. B 269) Saarbrücker Straße
Brücke über Wasserlauf (groß)
72,4 Nahe
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
72,5 Nahetalbahn von Saarbrücken Hbf
BSicon STR.svg
Bahnhof, Station
72,7 Türkismühle
(Museumseisenbahn)
364 m ü. NN
BSicon STR.svg
Strecke – geradeaus
Nahetalbahn nach Bingen Hbf

Als Hochwaldbahn, auch Ruwertalbahn, wird die von Trier über Hermeskeil nach Türkismühle verlaufende Bahnstrecke bezeichnet. Der nördliche Abschnitt von Trier bis Hermeskeil wurde 1998 stillgelegt, die südliche Teilstrecke wurde noch bis 2012 im Güter- und Museumsbahnverkehr befahren.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Streckenverlauf orientierte sich weitgehend am Verlauf der Ruwer im Ruwertal, die von 28 – meist Steinbogenbrücken – überquert wurde. Am Oberlauf der Ruwer weitet sich das Tal. Die Hochebene zwischen Kell und Hermeskeil ist hauptsächlich von Wiesen und Weiden geprägt. Erst ab Hermeskeil dominieren wieder die Wälder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Sonderzug überquert 1994 eine der 28 Ruwerbrücken
Der Bahnhof Waldrach 1996

Die Hochwaldbahn wurde am 15. August 1889 eröffnet. Die Streckenlänge von Trier nach Hermeskeil betrug circa 50 Kilometer. Von Hermeskeil nach Türkismühle sind es weitere 23 km. Ursprünglich führte die Ruwerstrecke kreuzungsfrei aus dem Trierer Hbf heraus, indem mit einer langgezogenen Rampe die Eisenbahnbrücke in Trier-Nord unterfahren und das Gleis wieder auf die Höhe des Bahnhofs gebracht wurde. Diese Strecke wurde kurz nach der Stilllegung 1986 abgebaut und mit der Werkshalle einer Papierfabrik überbaut. Die „Hintertür“, das „alte Gütergleis“, existiert noch und mündet in den nördlichen Bereich des Trierer Hauptbahnhofs. Mehrere Hauptgleise müssen gekreuzt werden, um den Bahnsteig zu erreichen.

Der Personenverkehr wurde zwischen Hermeskeil und Türkismühle bereits am 1. Juni 1969 eingestellt, der Güterverkehr wurde hier noch bis zum 5. November 2000 bedient. Zwischen Pluwig und Hermeskeil wurde der Personenverkehr am 31. Mai 1981 eingestellt, zwischen Trier-Ruwer und Pluwig am 2. Juni 1984. Auch der Güterverkehr zog sich in Etappen zurück: Waldrach–Hermeskeil bis 2. Juni 1991, Trier-Ruwer–Waldrach bis 10. August 1998.

Ein gegründeter Verein zur Erhaltung der Gleisanlage konnte den Streckenabbau nicht verhindern. Seit dem 10. August 1998 ist die Strecke zwischen Trier und Hermeskeil stillgelegt und die Strecke zwischen Ruwer und Hermeskeil abgebaut, zwischen Hermeskeil und Türkismühle gibt es Museumsfahrten mit Schienenbussen und historischen Lokomotiven der Hochwaldbahn e.V. Hermeskeil. Im ehemaligen Bahnbetriebswerk Hermeskeil befindet sich ein privates Dampflokmuseum. 2008 wurde das Gleis zwischen Trier-Nord und dem Bahnübergang Ruwerer Straße von der RWE AG saniert, um an der Ruwerer Straße eine Trafo-Umladestation zu errichten.

Von Trier-Ruwer bis Hermeskeil nutzt heute der Ruwer-Hochwald-Radweg die ehemalige Bahntrasse.

Der Abschnitt Hermeskeil - Türkismühle ist seit 31. August 2012 wegen Ablauf der Betriebsgenehmigung betrieblich gesperrt. Gemäß einer Bekanntmachung des saarländischen Verkehrsministeriums vom 15. Dezember 2015[3] plant das Saarland die endgültige Aufgabe der Strecke und anschließenden Bau eines Radweges auf der Trasse. Vor einer endgültigen Entscheidung soll aber noch ein Gutachten erstellt werden, das Aufschluss über die anstehenden Investitionen geben soll. Das Land Rheinland-Pfalz erwägt, zumindest einen Teil der anstehenden Kosten des saarländischen Teils der Strecke zu übernehmen, um eine Trassensicherung zu erreichen[4].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochwaldbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Gleis der Hunsrückquerbahn läuft ab der Autobahnbrücke bis hierher parallel. Vor dem Rückbau war die Strecke bis hier her zweigleisig mit einer Ausweiche. Das Streckenende ist folglich an der ersten Bahnhofsweiche kurz vor der Brücke über die B407.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. www.eisenbahntunnel-portal.de Bilder/Zeichnungen der Tunnelportale
  3. Bahnreport, Heft 2/2016, S. 80
  4. ebd.