Prims

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Dieser Artikel behandelt den Nebenfluss Prims der Saar in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Eine ähnlich geschriebene Prim fließt in Baden-Württemberg zum Neckar.
Prims
Primsmündung bei Dillingen

Primsmündung bei Dillingen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2646
Lage Deutschland,
Rheinland-Pfalz, Saarland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Saar → Mosel → Rhein → Nordsee
Quelle bei Malborn im westlichen Hunsrück
49° 41′ 50″ N, 7° 1′ 32″ O
Quellhöhe ca. 636 m ü. NHN[1] Quelle der Großen Prims
Mündung Saar bei DillingenKoordinaten: 49° 20′ 25″ N, 6° 42′ 52″ O
49° 20′ 25″ N, 6° 42′ 52″ O
Mündungshöhe ca. 177 m ü. NHN[2]
Höhenunterschied ca. 459 m
Länge 91 km
Einzugsgebiet 737 km²[3]
Abfluss am Pegel Nalbach[4]
AEo: 712 km²
Lage: 7,51 km oberhalb der Mündung
NNQ (1977)
MNQ 1960/2015
MQ 1960/2015
Mq 1960/2015
MHQ 1960/2015
HHQ (1998)
555 l/s
1,98 m³/s
10,5 m³/s
14,7 l/(s km²)
136 m³/s
259 m³/s
Linke Nebenflüsse Allbach, Theel
Primstalsperre

Primstalsperre

Die Prims ist ein rechter Nebenfluss der Saar in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Schmitt erwähnt die 1850 geläufigen Namen Brims, Brems, Prims. Prinz wurde sie oberhalb Hüttersdorf genannt. Eine lateinische Urkunde Karls des Großen von 802 erwähnt den Namen Premantia. 1484 heißt sie Brims, 1520 Primpß, 1606 Brembs, 1633 Brimbs. Seit 1600 hieß sie auf französisch Brême.[5] In der amtlichen Beschreibung von 1849 wird der Fluss als flösbar beschrieben und seine Länge mit 13,5 Stunden angegeben. Brücken gab es damals in Krettnich, Bettingen und Dillingen.[6]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Prims entspringt in Malborn im Hunsrück, einer Gemeinde in Rheinland-Pfalz als kleine und große Prims. Zwischen den Höhenzügen von Ruppelstein (755 m ü. NHN) und „Steinkopf“ (683 m ü. NHN) liegen die Quellen auf einer Höhe von 645 m ü. NHN (kleine Prims) bzw. 636 m ü. NHN (große Prims).[2] Die Gemeinde Damflos passierend, tritt sie ins Saarland ein und wird bei Nonnweiler im Saarland zur Primstalsperre aufgestaut.

In ihrem weiteren Verlauf trifft die Prims nach der Unterquerung der Primstalbrücke auf die Orte Kastel und Primstal, fließt durch die Stadt Wadern, wo der Wadrill-Bach mündet, bzw. deren Stadtteile Krettnich und Lockweiler, dann vorbei an Dagstuhl, Bardenbach und durch Büschfeld, Schmelz, Nalbach, Saarwellingen und Dillingen. Bei Dillingen fließt die Prims nach 91 Kilometern auf dem Gelände der Dillinger Hütte in die Saar. Die Geländehöhe bei der Mündung beträgt 177 m ü. NHN. Der höchste Punkt im Einzugsgebiet ist der Sandkopf. Er liegt mit 757 m ü. NHN auf der Gemarkung von Neuhütten zwischen den Orten Züsch und Börfink.

Die Gesamtgröße des Einzugsgebietes beträgt 734 km².[2]

Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebendige Prims[7] ist ein Projekt zur Verbesserung der Wasserqualität des Flusses. Das Projekt dient als Modell für die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die erste Projektphase besteht in einer Bestandsaufnahme, die bereits abgeschlossen ist, die zweite aus der Festlegung und Umsetzung von geeigneten Maßnahmen. Dabei ist die Beteiligung der Öffentlichkeit (interessierte Bürger, Vertreter von Fischerei, Landwirtschaft, Wasserversorgungsunternehmen, Abwasserbeseitigern, Naturschutz und betroffene Gemeinden) vorgesehen. Das Modellprojekt wird vom Umweltministerium, dem Lehrstuhl für Physikalische Geographie der Universität des Saarlandes und dem BUND Saar entwickelt und umgesetzt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind Grundlage zur Entwicklung von Leitlinien zur landesweiten Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.

Biosphäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An ihren Ufern hat sich das bis zu 2,5 m hohe Springkraut verbreitet, das ursprünglich aus Indien stammt.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einigen Stellen der Prims, u. a. Wadern, Nalbach, Diefflen, leben in den Primsauen u. a. Biber, Eisvogel und Wasseramsel.[8]

Fischarten, die in der Prims häufig vorkommen, sind: Elritze, Groppe (Mühlkoppe), Bachforelle, Schmerle, Gründling, Barbe, Hasel, Döbel (Aitel)[9]

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kleine Prims (rechts)
  • Damflöschen (links)
  • Allbach (Altbach) (links)
  • Forstelbach (rechts)
  • Münzbach (links)
  • Kasteler Steinbach (links)
  • Imsbach (links)
  • Wiesbach (links)
  • Löster (rechts)
  • Wadrill (rechts)
  • Wahnbach (rechts)
  • Losheimerbach (rechts)
  • Sollbach (links)
  • Linbach (links)
  • Michelbacher Mühlenbach (rechts)
  • Hausbach (rechts)
  • Soldbach (links)
  • Goldbach (links)
  • Birrbach (links)
  • Blaubach (links)
  • Todenbach (links)
  • Hüttersdorfer Hombach (rechts)
  • Hüttersdorfer Mühlenbach (rechts)
  • Theel (links)
  • Piesbacher Aschbach (rechts)
  • Herrnbach (links)
  • Piesbach (rechts)
  • Etzelbach (rechts)
  • Rondelbach (rechts)

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nördlichen Teil des Einzugsgebietes an den Oberläufen der Löster, der Wadrill und der Prims zählen die oberen Siegen-Stufen des Devon zu den ausgeprägt vorkommenden geologischen Formationen. Unter anderem finden sich hier auch Hunsrückschiefer, welche zwischen den Quarzitriegeln weite Ausraumzonen bilden. Gedinne und untere Siegen-Stufe bilden in den nördlichen Oberläufen von Löster, Wadrill und Prims das Ausgangsgestein und setzen sich im Wesentlichen aus Quarziten und Schiefern zusammen. Das Rotliegend findet im Einzugsgebiet starke Verbreitung – das Oberrotliegend im nördlichen Bereich und das Unterrotliegend im Prims-Blies Hügelland, also im östlichen Teil. Ausgenommen hiervon sind die Einzugsgebiete von Ill und Wiesbach. Sie gehören zum Saarbrücker Sattel (Karbon).

Das Vorkommen von Vulkaniten beschränkt sich auf intermediäre Vulkanite und Intrusionen. Vereinzelt kommen solche im nordöstlichen Teileinzugsgebiet, in der Prims-Nahe Mulde und vor allem im mittleren Teileinzugsgebiet bei Limbach vor. Die sauren Rhyolithe, die im Einzugsgebiet vorkommen, sind flächenmäßig vernachlässigbar. Buntsandstein und Muschelkalk existieren nur in kleinen Anteilen am Rand der Merziger Muschelkalkplatte. Der Keuper wurde komplett abgetragen.

Landnutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezüglich der Landnutzung kann das Einzugsgebiet in zwei Teile gegliedert werden. Im nördlichen Teil überwiegt der Waldanteil. Im südlichen Teil findet man die für das überwiegend ländlich geprägte Zentralsaarland typische Kulturlandschaft – eine Mischung aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen, Wäldern, Streuobstwiesen und Weideland. Der Waldanteil im Einzugsgebiet beträgt 47 % (Bundesdurchschnitt 29,7 %). Der Anteil an Nadelwald liegt bei 19 %, der des Laubwalds entsprechend bei 28 %. Grünlandnutzung findet typischerweise in der Aue statt und ist mit 17 % vertreten. Rund 10 % der Fläche nehmen Daueranbau (Streuobstwiesen) in Anspruch. Etwa 12 % werden von Ackerflächen eingenommen. In der Summe sind so etwa 39 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Insgesamt sind 13 % Siedlungsfläche (Bundesdurchschnitt: 12,2 %).

Größere Siedlungen sind Dillingen/Saar, Losheim am See und Weiskirchen. Der Siedlungsschwerpunkt liegt im südlichen Bereich des Einzugsgebiets.

Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Niederschlagsverteilung spiegelt sich deutlich das Relief wider. Während in den höheren Bereichen des Hunsrücks bis zu 1227 mm Niederschlag gemessen werden, weisen die Niederschläge im tieferen Bereich mit 844 mm die niedrigsten Werte auf. Damit steigt die Niederschlagssumme von Südwesten nach Nordosten an. Der mittlere Niederschlag liegt bei 1027 mm. Zu allen Jahreszeiten fällt ausreichend Niederschlag.[10]

Die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge zeigt ein Maximum im Winter (November, Dezember) und ein Minimum im April.

Im Einzugsgebiet der Prims sind 16 Gewässerpegel eingerichtet die die Wasserstände der Gewässer permanent registrieren.

Pegel an der Prims und ihren Zuflüssen
Pegel Gewässer Einzugs­gebiet
[km²]
HHQ [m³/s] MQ [m³/s]
Dagstuhl Löster 61,80 31,40 1,260
Eppelborn Ill 120,00 71,40 1,650
Lebach Theel 207,00 141,00 2,940
Losheim 1 Losheimer Bach 12,50 8,28 0,207
Losheim 3 Losheimer Bach 15,00 3,63 0,182
Michelbach Prims 441,00 196,00 7,680
Nalbach Prims 712,00 259,00 10,80
Niederlosheim Hölzbach 13,60 8,90 0,294
Nonnweiler 1 Prims 18,50 9,40 0,345
Nonnweiler 2 Altbach 16,20 18,00 0,336
Nonnweiler 4 Prims 48,40 27,00 1,030
Nunkirchen Losheimer Bach 104,00 68,00 1,660
Rappweiler Hölzbach 8,95 5,48 0,193
Schieferstollen Wadrill 44,20 36,40 0,907
Weiskirchen Holzbach 4,20
Wadern Wadrill 71,30 60,40 1,310
*) Pegel im Einzugsgebiet der Prims mit Hauptwerten. Stand: Dezember 2005.[11]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Fluss benannt ist der Fußballplatz in Körprich, der, direkt am Primsufer gelegen, unter dem Namen Primstalstadion dem Fußballverein SV Borussia Körprich als Hauptspielort dient. Auch die Mehrzweckhalle in Schmelz liegt in unmittelbarer Nähe des Primsufers und trägt daher den Namen Primshalle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Honecker: Bewertung des naturnahen Retentionspotenzials in Gewässer-Aue-Systemen. Ein Beitrag zur integrierten Hochwasservorsorge am Beispiel des Einzugsgebiets der Prims. Hrsg.: Universität des Saarlandes, Fachrichtung Geographie. (= Saarbrücker Geographische Arbeiten. Band 49). Saarbrücken 2005, ISBN 3-924525-49-8.
  • Thomas Kreiter: Dezentrale und naturnahe Retentionsmaßnahmen als Beitrag zum Hochwasserschutz in mesoskaligen Einzugsgebieten der Mittelgebirge. Universität Trier, Fachbereich Geographie/Geowissenschaften, Trier 2007, S. 37 (Dissertation).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  2. a b c Thomas Kreiter: Dezentrale und naturnahe Retentionsmaßnahmen als Beitrag zum Hochwasserschutz in mesoskaligen Einzugsgebieten der Mittelgebirge. Universität Trier, Fachbereich Geographie/Geowissenschaften, Trier 2007, S. 37 (online [PDF; abgerufen am 26. Juli 2016] Dissertation).
  3. Neufestlegung der gesetzlichen Überschwemmungsgrenzen an der Saar – Teil I: Ergebnisse der Wasserspiegellagenberechnungen und gewässerkundliche Grundlagen an der Saar. Bundesanstalt für Gewässerkunde, 27. August 1993, S. 12, abgerufen am 27. Juli 2016 (PDF; 14,5 MB, Bericht BfG-1433).
  4. Pegel Nalbach / Prims. In: Themenportal Wasser. Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (Saarland), 2015, abgerufen am 27. Juli 2016 (PDF, Jahrbuchseite).
  5. Philipp Schmitt: Der Kreis Saarlouis und seine nächste Umgebung unter den Römern und Celten. Lintz, 1830, S. 152 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  6. Georg Baersch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier: Nach amtlichen Quellen bearbeitet ... Lintz, 1849, S. 5 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  7. Website Lebendige Prims
  8. Naturparke Deutschlands im Herzen Europas zwischen Mosel und Rhein. Naturpark Saar-Hunsrück, abgerufen am 26. Juli 2016.
  9. Fischbesiedlung der Prims. Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, abgerufen am 26. Juli 2016.
  10. Ulrich Honecker, 2005
  11. Pegel im Saarland (PDF; 180 kB)