Hrob

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Hrob
Wappen von Hrob
Hrob (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Teplice
Fläche: 1109,1433[1] ha
Geographische Lage: 50° 39′ N, 13° 44′ OKoordinaten: 50° 39′ 29″ N, 13° 43′ 31″ O
Höhe: 356 m n.m.
Einwohner: 2.042 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 417 04
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Karel Hirsch (Stand: 2013)
Adresse: U Radnice 234
417 04 Hrob
Gemeindenummer: 567558
Website: www.mestohrob.cz
Lageplan
Lage von Hrob im Bezirk Teplice
Karte

Hrob (deutsch Klostergrab) ist eine Stadt im Ústecký kraj in Tschechien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hrob liegt am Südhang des Erzgebirges am Fuß des Bouřňák. Unterhalb der Stadt befinden sich zwei künstliche Seen, entstanden nach dem Braunkohleabbau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Hrob besteht aus den Ortsteilen Hrob (Klostergrab), Křižanov (Krinsdorf), Verneřice (Wernsdorf) und Mlýny (Grundmühlen).[3] Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Hrob, Křižanov u Hrobu, Mlýny und Verneřice u Hrobu.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Mal erwähnt wurde Klostergrab am 6. Mai 1282 beim Verkauf des Ortes vom Benediktinerkloster Teplice an das Kloster Osek.

Vermutlich bereits Anfang des 14. Jahrhunderts setzte in der Umgebung von Klostergrab Bergbau auf Silber und silberhaltige Bleierze ein. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich der Bergbauflecken zu einem florierenden Ort, dem 1458 König Georg von Podiebrad das Recht zum Abhalten eines wöchentlichen Marktes verlieh. 1594 wurde der Marktflecken von Kaiser Rudolf II. zur Bergstadt ernannt. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entdeckte man in der Umgebung der Stadt zudem Braunkohle und begann mit deren Nutzung.

1580 bestätigte der Papst die Auflösung des Klosters von Dux und Klostergrab gelangte in das Eigentum des Prager Erzbischofs. Zu diesem Zeitpunkt nahmen die Einwohner auch das Gedankengut Martin Luthers an. Nach dem Erlass des Majestätsbriefes, in dem Kaiser Rudolf II. im Jahr 1609 den evangelischen Ständen des Königreichs Böhmen Religionsfreiheit gewährte, erfolgte 1611 in Klostergrab der Bau der ersten reformierten Kirche in Böhmen. Dies wurde jedoch von dem katholischen Bevölkerungsteil als unrechtmäßig angesehen, so dass der Stadthauptmann von Osek die Kirche 1617 wieder abreißen ließ.

Durch diesen Abriss kam es in Böhmen zu großen Unruhen, die letztendlich zum Prager Fenstersturz, dem Auslöser des Dreißigjährigen Krieges, führten. Erst 300 Jahre später wurde im Ort wieder eine evangelische Kirche errichtet.

Der Silberbergbau kam im Dreißigjährigen Krieg zum Erliegen und wurde nach mehreren vergeblichen Versuchen erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder in nennenswertem Umfang aufgenommen. Die Grube "St. Barbara" förderte 1824/25 5,3 Kilogramm Silber. Der Verfall des Silberpreises Ende des 19. Jahrhunderts führte letztlich zur Einstellung des Erzbergbaus.

Zu dieser Zeit hatte man im Braunkohlenbergbau jedoch schon den Schritt von den kleinen oberflächennahen Nebenerwerbsgruben hin zum industriellen Abbau Tiefbau (später Tagebau) vollzogen. Aufgrund des Kohlebergbaus zählte Klostergrab von Anbeginn an zu den nordböhmischen Industrieorten. Neben Kohle wurden Steine abgebaut, im Ort gab es eine Glaserei, Bleifabrik, Spinnerei, Mühlen, Sägewerke, Brauerei, Kartonagefabrik, Kieswerke usw.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[5]
1869 1358
1880 1660
1890 2256
1900 3562
1910 3771
Jahr Einwohnerzahl
1921 3560
1930 3602
1950 2126
19611 3059
19701 2648
Jahr Einwohnerzahl
19801 2396
19911 2063
20011 1989
20111 1959
1 Hrob mit Křižanov, Verneřice und Mlýny

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche
Mírové náměstí / Platz des Friedens
  • Grundmauern der 1617 zerstörten ersten protestantischen Kirche
  • Katholische Kirche der Heiligen Barbara
  • Evangelische Auferstehungskirche: Die Kirche steht in der Tradition der 1617 zerstörten protestantischen Kirche. Sie wurde 1900/1902 im Jugendstil nach Planungen des Architekturbüros Schilling & Graebner errichtet. Das Gebäude ist dringend sanierungsbedürftig. Die Kosten können vom Eigentümer, der Hussitischen Kirche jedoch derzeit nicht aufgebracht werden (Stand April 2014).[6]
  • Barockdenkmäler auf dem Marktplatz
  • Steinbrunnen
  • Kapelle der Jungfrau Maria in Křižanov
  • Touristische Bahnstrecke Most–Moldava mit Eisenbahnbrücken
  • Bergbaustolln
  • Sägewerk in Mlýny

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Müller: Beiträge zur Geschichte der Bergstadt Klostegrab. In: Erzgebirgs-Zeitung. 48. Jahrgang, 1927, S. 87–90; 144–147; 162–166. (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hrob – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/567558/Hrob
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/567558/Obec-Hrob
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/567558/Obec-Hrob
  5. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 25. Januar 2016 (tschechisch).
  6. "Zwei Helfer für ein Halleluja", Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 10. April 2014 PDF S.20–22 auf euroregion-elbe-labe.eu, abgerufen am 28. Oktober 2015