Krupka

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Krupka
Wappen von Krupka
Krupka (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Teplice
Fläche: 4660,5843[1] ha
Geographische Lage: 50° 41′ N, 13° 51′ OKoordinaten: 50° 41′ 4″ N, 13° 51′ 29″ O
Höhe: 300 m n.m.
Einwohner: 12.788 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 417 42
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung
Bürgermeister: PhDr. Ing. Zdeněk Matouš (Stand: 2018)
Adresse: Mariánské nám. 22/13, Bohosudov
417 42 Krupka 1
Gemeindenummer: 567639
Website: www.krupka-mesto.cz
Lage von Krupka im Bezirk Teplice
Karte

Krupka (deutsch Graupen) ist eine Stadt im Ústecký kraj in Tschechien. An die historische Bedeutung und Größe der alten Bergstadt erinnert die gut erhaltene Denkmalzone mit Bauten aus der Zeit der Gotik und Renaissance.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talkessel mit dem historischen Zentrum der Stadt (rechts im Bild die Kirche Mariä Himmelfahrt)

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in Nordböhmen unmittelbar am Fuß des Südabfalls des Erzgebirges.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Bohosudov (Mariaschein), Fojtovice (Voitsdorf), Horní Krupka (Obergraupen), Krupka (Graupen), Maršov (Marschen), Nové Modlany (Neu Modlan), Soběchleby (Sobochleben), Unčín (Hohenstein) und Vrchoslav (Rosenthal).[3] Grundsiedlungseinheiten sind Bohosudov, Dolní Krupka (Untergraupen), Dolní Maršov (Unter Marschen), Fojtovice, Habartice (Ebersdorf), Horní Krupka, Krupka-střed, Kyšperk (Geiersberg), Maršov, Maršov-sídliště, Maršovské sídliště-jih, Medvědí vrch, Mohelnice (Müglitz), Nové Modlany, Pod státní silnicí, Soběchleby, U Svatého Prokopa, Unčín und Vrchoslav.[4]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Bohosudov, Fojtovice u Krupky, Habartice u Krupky, Horní Krupka, Krupka, Maršov u Krupky, Mohelnice u Krupky, Nové Modlany, Soběchleby u Krupky, Unčín u Krupky und Vrchoslav.[5]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenberg Petrovice (Peterswald), Telnice (Tellnitz)
Dubí (Eichwald) Nachbargemeinden Chlumec (Kulm), Přestanov (Priesten)
Proboštov (Probstau), Teplice (Teplitz-Schönau) Srbice (Serbitz), Modlany (Modlan) Chabařovice (Karbitz)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt und Burg Graupen im 1908

Die Geschichte der Stadt ist eng mit der Zinngewinnung im östlichen Erzgebirge verbunden. Der Ort Graupen soll schon 1146 bestanden haben, die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahre 1330. Nach ersten Zinnfunden erlebte Graupen seine Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert. Während der Hussitenkriege 1426 und 1429, im Dreißigjährigen Krieg und nach zahlreichen Stadtbränden wurde die Stadt mehrmals zerstört. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt kommt schon in den Errichtungsbüchern von 1384 und 1394 vor, besteht aber, da sie 1633 zerstört wurde, in ihrer jetzigen Gestalt erst seit 1669.[6]

1478 wurden durch den König Wladislaw II. die Stadtrechte bestätigt und ein Stadtwappen (Wappenbrief) verliehen. 1497 wurde die Graupener Schützengesellschaft (die älteste Schützenbruderschaft Böhmens) gegründet.

Die Stadt wechselte mehrfach ihre Besitzer. 1529 fiel sie durch Kauf, 1547 nochmals durch Zwangsübergabe an den König von Böhmen Ferdinand I. und wurde damit Königliche Freie Bergstadt. Im 17. Jahrhundert war sie im Besitz der Herren Sternberg und wurde 1710 durch Graf Franz Clary-Aldringen erworben.

Durch Kriegsschäden und wachsende Konkurrenz ging der Bergbau im 17. Jahrhundert zurück und Graupen wandelte sich in eine Industriestadt, in der zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem Abbau von Braunkohle begonnen wurde. Im 20. Jahrhundert kam die Gewinnung von Wolframit, Molybdänit und Flussspat hinzu.

Am 5. August 1904 vernichtete ein Großbrand Teile des unteren Stadtteils.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Graupen 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. 1930 lebten in Graupen 4.082 Menschen. Davon waren 3.282 Deutschböhmen und 364 Tschechen. Aufgrund des Münchner Abkommens gehörte Graupen von 1938 bis 1945 zum Landkreis Teplitz-Schönau, Regierungsbezirk Aussig, im deutschen Reichsgau Sudetenland. Die deutschen Einwohner wurden 1945 enteignet und vertrieben. Nach 1945 zogen viele Neubürger aus Zentralböhmen, Slowaken sowie Roma in diese Region. 1956 wurde die Erzförderung eingestellt, 1969 auch der Flussspatbergbau.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1845 war Graupen überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 1408 in 252 Häusern[6][7]
1857 3403 am 31. Oktober[8]
1869 2320
1880 2904
1890 3304
1900 3543 deutsche Einwohner[9]
1910 4102
1921 3882
1930 4092 [10] nach anderen Angaben 3882 Einwohner, davon 3356 Deutsche[11]
1939 3912 [10]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs[12]
Jahr 19501 19612 19702 19803 19913 20013 20113
Einwohner 2943 8548 8320 9336 12620 13318 13147
1 Krupka mit Vrchoslav
2 Krupka mit Vrchoslav, Bohosudov, Fojtovice, Horní Krupka, Maršov, Nové Modlany und Unčín
3 Krupka mit Vrchoslav, Bohosudov, Fojtovice, Horní Krupka, Maršov, Nové Modlany, Unčín und Soběchleby

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtskirche Mariaschein
Kirche St. Anna mit Umfassungsmauer

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wallfahrtskirche in Mariaschein im Ortsteil Bohosudov
  • Kirche Mariä Himmelfahrt (Kostel Nanebevzetí Panny Marie), im 13. Jahrhundert erbaut
  • ehemalige Spitalkirche Hl. Geist (Špitalni kostel sv. Ducha), erstmals 1454 erwähnt
  • Friedhofskirche St. Anna (Kostel sv. Anny) von 1516
  • Ruine der St.-Prokop-Kirche
  • Burg Graupen (Hrad Krupka)
  • Ruine der Geiersburg (Hrad Kyšperk) aus dem 14. Jahrhundert.

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besucherbergwerk „Alter Martin“

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand von Arlt (* 18. April 1812 in Obergraupen, Böhmen; † 7. März 1887 in Wien), österreichischer Chirurg und Augenarzt
  • Joseph Dittrich (* 25. April 1794 in Marschen, Böhmen; † 5. Oktober 1853), römisch-katholischer Geistlicher in der Oberlausitz

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/567639/Krupka
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/567639/Obec-Krupka
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/567639/Obec-Krupka
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/567639/Obec-Krupka
  6. a b Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis, Prag 1833, S. 203–207.
  7. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 197, Ziffer 15.
  8. Statistische Übersichten über die Bevölkerung und den Viehstand in Österreich. Wien 1859, S. 39, rechte Spalte.
  9. Meyers Großes Konversations-Lexikon 6. Auflage, Band 8, Leipzig und Wien 1907, S. 253.
  10. a b Verwaltungsgeschichte Landkreis Teplitz-Schönau (M. Rademacher, 2006)
  11. Genealogie Sudetenland
  12. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 25. Januar 2016 (PDF, tschechisch).

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krupka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien