Hunas

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Hunas
Gemeinde Pommelsbrunn
Koordinaten: 49° 30′ 13″ N, 11° 32′ 55″ O
Höhe: 464 m ü. NN
Einwohner: 20 (1. Jul. 2020)[1]
Postleitzahl: 91224
Vorwahl: 09154
Hunas, Ortseingang
Hunas, Ortseingang

Der Weiler Hunas liegt im Landkreis Nürnberger Land im Bundesland Bayern und ist einer von 22 Ortsteilen der Gemeinde Pommelsbrunn. Der kleine Ort liegt nördlich von Hartmannshof auf einer Hochfläche der Hersbrucker Alb. Man erreicht den Weiler von Hartmannshof aus über eine an der Firma Sebald Zement vorbeiführende Straße. Die Entdeckung der Höhlenruine von Hunas verlieh dem Ort überregionale Bedeutung.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Hunas leitet sich vermutlich von einer Siedlung eines Honung, Huning, Hunan oder später in verkürzter Form eines Hono, Honi oder Huno ab. Um 1300 hieß es Honus bzw. Honunges, 1391 Honings, 1529 Huneas, 1733 Hunnas, 1840 Hunas. Honung ist ein altdeutscher Familienname.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon um 1300 wurde Hunas im Urbar der Propstei Hersbruck des Klosters Bergen erwähnt. Der Ort war Eigentum des Klosters Bergen bei Neuburg an der Donau. Im Grundstücksverzeichnis der ehemaligen Hersbrucker Propsteigüter zu Hunas wurden 1539 Äcker und Waldungen „Vnnterm Haunstein“ registriert. Anfang des 16. Jahrhunderts kam das ganze Gebiet an die Reichsstadt Nürnberg, 1806 an das Königreich Bayern. Der Weiler Hunas wurde der Gemeinde Hartmannshof zugeordnet. Diese wurde am 1. Januar 1977 in die Gemeinde Pommelsbrunn eingegliedert.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Wohnstallhaus

Der Ort ist ländlich geprägt. Es gibt dort keine Geschäfte und keine Gasthäuser. Im Ort befinden sich einige als Baudenkmal ausgewiesene Gebäude.

Steinberg-Höhlenruine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinberg-Höhlenruine, letzte Führung im Oktober 2016

Die Steinberg-Höhlenruine, auch unter dem Namen Höhlenruine von Hunas bekannt geworden, wurde im Mai 1956 von dem Erlanger Universitätsprofessor Florian Heller entdeckt. Die Heller’schen Grabungen wurden 1964 abgeschlossen, 1983 wieder aufgenommen und 2016 beendet. Die Ablagerungsschichten stellten sich als ein weit über Bayern hinaus einzigartiges Archiv dar, in dem das Klima und die Umweltbedingungen des Eiszeitalters über einen langen Zeitraum hinweg dokumentiert waren. Neben zahlreichen Artefakten wurde dort auch der Weisheitszahn eines Neandertalers gefunden.[3]

Ein Teil der Funde sowie eine Kopie des Neandertaler-Zahns kann in dem 2011 eröffneten Museum Urzeitbahnhof Hartmannshof im ehemaligen Bahnhofsgebäude des nahe gelegenen Bahnhofs Hartmannshof besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hunas (Pommelsbrunn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Pommelsbrunn Ortsteil Hunas, abgerufen am 16. Oktober 2020
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 719.
  3. Gemeinde Pommelsbrunn, Hunas (Abgerufen am 31. Oktober 2016)