Pommelsbrunn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Pommelsbrunn
Pommelsbrunn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Pommelsbrunn hervorgehoben
Koordinaten: 49° 30′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 468 m ü. NHN
Fläche: 50,05 km²
Einwohner: 5155 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91224
Vorwahl: 09154
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 147
Gemeindegliederung: 22 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
91224 Pommelsbrunn
Webpräsenz: www.pommelsbrunn.de
Bürgermeister: Jörg Fritsch (SPD)
Lage der Gemeinde Pommelsbrunn im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Pommelsbrunn ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Pommelsbrunn, Luftaufnahme (2016)
Pommelsbrunn Ortsmitte, Luftaufnahme (2016)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pommelsbrunn liegt rund fünf Kilometer östlich von Hersbruck im Osten des Landkreises Nürnberger Land. Der östliche Gemeindeteil Hartmannshof grenzt an den Landkreis Amberg-Sulzbach. Durch Pommelsbrunn verläuft die Bundesstraße 14. Das Gemeindegebiet wird von der Pegnitz und ihren Zuflüssen Högenbach und Hirschbach durchflossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pommelsbrunn besteht aus 22 Ortsteilen[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hirschbach, Etzelwang, Weigendorf, Birgland, Alfeld, Happurg, Hersbruck und Vorra.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pommelsbrunn, 2005

Als Paumolsprunne wird der Ort im Salbuch des Klosters Engelthal von 1312 erstmals erwähnt. Paumol leitet sich von Paumold ab und bedeutet Baumwald, Prunne deutet auf Brunnen oder Quelle hin.[3] Pommelsbrunn liegt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag. 1349 fiel es mit der Burg Lichtenstein oberhalb des Ortes und anderen pfälzischen Landstrichen durch Heirat an den böhmischen König und späteren Kaiser Karl IV. Durch einen Gebietstausch Karls mit seinem Schwiegersohn kam Pommelsbrunn 1373 mit weiten Teilen der Oberen Pfalz an den Markgrafen Otto und wurde bayerisch. Im Ersten Markgrafenkrieg (1449–1450) wurde Pommelsbrunn niedergebrannt. Im Landshuter Erbfolgekrieg (1504) eroberten die Nürnberger ausgedehnte pfälzische Gebiete, der Ort wurde erneut niedergebrannt und fiel an die Reichsstadt Nürnberg. Die Grundherren waren Nürnberger Patrizierfamilien. Im Dreißigjährigen Krieg zog der schwedische König Gustav Adolf mit seinen Truppen durch das Gemeindegebiet.[4] Jahrhundertelang bestand das Dorf Pommelsbrunn nur aus 39 Anwesen.[4] Nach den Napoleonischen Kriegen, der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches und der Zerschlagung der Reichsstände kam Pommelsbrunn 1806 zum Königreich Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Pommelsbrunn wurde im Rahmen der Gebietsreform am 1. Januar 1972 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Eschenbach, Hohenstadt (teilweise), Hubmersberg, Arzlohe (teilweise) und Pommelsbrunn gebildet.[5] Hartmannshof kam am 1. Januar 1977 hinzu.[6]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist mehrheitlich evangelisch. In Pommelsbrunn, Hartmannshof und in Heldmannsberg gibt es katholische Kirchen, evangelische Kirchen befinden sich in Pommelsbrunn, Eschenbach, Hohenstadt und Hartmannshof.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 56,5 %
 %
40
30
20
10
0
31,3 %
30,0 %
26,8 %
11,9 %
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Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Pommelsbrunn setzt sich aus 20 Gemeinderäten und dem 1. Bürgermeister zusammen.

CSU SPD GRÜNE FWG Gesamt
2014 6 6 3 5 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Jörg Fritsch (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Doppeladler steht für die beiden ehemals wichtigsten Herrschaftsinhaber im Gemeindegebiet: die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach/Brandenburg-Bayreuth und die Reichsstadt Nürnberg. Die Markgrafen führten den roten brandenburgischen Adler im Wappen, die Reichsstadt Nürnberg den schwarzen Reichsadler. Auf den Ort Eschenbach verweist der Spitzenschildfuß aus dem Wappen der Ebner von Eschenbach, die ehemals wichtigsten Grundherren in Eschenbach. Die sieben Spitzen stellen die sieben Orte der Gemeinde dar. Der Herzschild mit dem Bären erinnert an die bereits im Mittelalter ausgestorbenen Herren von Lichtenstein. Die Farben Silber und Blau erinnern an das Kurfürstentum Bayern, das ebenfalls für das Gemeindegebiet von Bedeutung war.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Mildenau im Erzgebirge besteht eine Städtepartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Badhaus

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Pommelsbrunn

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pommelsbrunn erinnert unterhalb des Naturfreundehauses ein Denkmal an die gefallenen und vermissten deutschen Soldaten der Umgebung im Zweiten Weltkrieg. Vor Pommelsbrunn Richtung Hubmersberg befindet sich ein KZ-Mahnmal.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe beim Pommelsbrunner Ortsteil Heldmannsberg befindet sich das 42 Hektar umfassende Naturschutzgebiet Schottental bei Heldmannsberg.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pommelsbrunn gibt es den Sportverein SC Pommelsbrunn (mit je einer Fußball-, Tennis-, Leichtathletik- und Gymnastikabteilung). Darüber hinaus gibt es den SV Hartmannshof, den SC Eschenbach und den SV Hohenstadt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Pommelsbrunn nur eine kleine Gemeinde ist, hat das Dorf ein eigenes Industriegebiet, das sich am Bahnhof befindet, zu bieten.

Bahnstationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Pommelsbrunn gibt es drei Bahnstationen mit unterschiedlichen Verbindungen:

  • Pommelsbrunn wird seit 12. Dezember 2010 durch die S-Bahn Nürnberg, Linie S1, bedient. Dazu erhielt es auch einen neuen ortsnahen Haltepunkt. Damit endete zugleich für den am westlichen Ortsrand gelegenen Bahnhof der Personenverkehr, dieser Bahnhof behält jedoch weiterhin seine Funktion als Betriebsstelle ohne Personenverkehrshalte.
  • Der Bahnhof Hartmannshof ist Endpunkt der S1. Dort halten außerdem die Regional-Express-Züge Nürnberg–Weiden/Schwandorf.
  • Der Haltepunkt Hohenstadt wird von der Regionalbahnen der Verbindung NürnbergHersbruck (rechts der Pegnitz)Neuhaus an der Pegnitz bedient.

Siehe auch Bahnstrecke Hersbruck–Pommelsbrunn

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pommelsbrunn hat eine Grundschule und mehrere Kindergärten. Außerdem befindet sich in Pommelsbrunn ein Altenheim.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Pommelsbrunn verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Pflaumer (1905–1985), Künstler, von 1931 an in Hohenstadt lebend

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helga Manderscheid: 700 Jahre Pommelsbrunn, Jubiläumsband, 2012.
  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pommelsbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111028/162209&attr=OBJ&val=1433
  3. Hersbrucker Zeitung vom 21./22. April 2012, Lokalteil S. 9: Vom Neandertaler-Zahn bis zur S-Bahn
  4. a b Monatsblatt Hersbruck, Ausgabe Januar 2012, S. 5: Informationen aus der Gemeinde Pommelsbrunn / Pommelsbrunn und seine Geschichte
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 481.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 719.
  7. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014
  8. Pommelsbrunner Badhaus
  9. Geotop: Bastei von Pommelsbrunn (PDF; 167 kB)
  10. Urzeitbahnhof Hartmannshof