i-Campus Schweinfurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ambox current red.svg Dieser Artikel beschreibt ein aktuelles Ereignis. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.
Carus-Park,
mit dem i-Campus Schweinfurt als künftigen Hauptnutzer

Der i-Campus Schweinfurt (auch: Johann-Lorenz-Bausch-Campus) ist ein Projekt für einen internationalen Hochschulcampus der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS), der im Carus-Park in Schweinfurt aufgebaut wird. Das Projekt läuft im Rahmen der Internationalisierung der Hochschule, mit neu eingeführten englischsprachigen Studiengängen in Schweinfurt (seit 2014) und Würzburg (seit 2016), die FHWS i-Campus genannt werden.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederwerrner Straße (oben links, diagonal) mit Willy-Sachs-Stadion

Der i-Campus Schweinfurt der FHWS wird auf einem einstigen Kasernenareal im Rahmen des neuen Stadtteils Carus-Park aufgebaut, der zum übergeordneten Nordwestlichen Stadtteil gehört. In Nachbarschaft zum i-Campus befindet sich einer der größten Sportparks Deutschlands, mit dem Willy-Sachs-Stadion, dem Eisstadion Icedome und zahlreichen weiteren Sportstätten unterschiedlichster Art. Der zukünftige i-Campus liegt 1 km nordwestlich der Innenstadt und 1,5 km nördlich des Mains. Das Areal befindet sich direkt an der Niederwerrner Straße, einer breiten Allee mit großem Baumbestand und Ausfallstraße (B 303) Richtung Bad Kissingen und zu zwei Autobahnanschlussstellen, an die A 71 Richtung Erfurt und die A 7 Richtung Kassel.

Der Campus 1 der FHWS liegt 500 m südlich vom zukünftigen i-Campus und besitzt zu ihm zwei direkte Verbindungen über die Richard-Strauß- und die Richard-Wagner-Straße. Zum zukünftigen i-Campus führt von der Innenstadt die Stadtbuslinie 21 Mozartstraße. Vom 1,5 km (Luftlinie) südlich gelegenen Hauptbahnhof führt seit 2016 der Campus-Express, eine direkte Stadtbuslinie, zum Campus 1.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

i-Campus (Aussprache deutsch) steht für internationalen Campus. Seit 2018 taucht in Veröffentlichungen der Stadt Schweinfurt auch der neue Name Johann-Lorenz-Bausch-Campus auf. Johann Lorenz Bausch war ein Mitbegründer der 1652 in Schweinfurt ins Leben gerufenen Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der heutigen Nationalen Akademie der Wissenschaften, heute mit Sitz in Halle an der Saale.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abzug der US-Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 wurde die 1945 gegründete U.S. Army Garrison Schweinfurt komplett aufgelöst. Fortan stand u. a. die Ledward Kaserne für den Aufbau eines neuen Stadtteils zur Verfügung (siehe: Carus-Park, Aufbau des Carus-Parks).

Idee für i-Campus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Bemühungen zu einer Nachnutzung der Ledward Barracks führten zunächst zu keinem Ergebnis, bis am 13. August 2013 eine unerwartete Wende veröffentlicht wurde. Die FHWS war intern bereits zuvor zur Überzeugung gekommen, dass angesichts der geburtenschwachen Jahrgänge eine internationalere Ausrichtung der Hochschule nötig sei. Fast gleichzeitig hatten die Amerikaner ihren Rückzug aus Schweinfurt verkündet. Im Januar 2013 trafen sich der Präsident der FHWS Professor Dr. Robert Grebner und Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé zu einem ersten Gespräch, bei dem Grebner die bereits weit gediehene Idee des i-Campus vorstellte.[1] Später stand jedoch hinter dem Projekt i-Campus wieder ein Fragezeichen, bis schließlich am 18. April 2015 offiziell bekannt gegeben wurde, dass die Entscheidung für den Bau des i-Campus von der Bayerischen Staatsregierung endgültig gefallen ist und Mittel bereitgestellt werden.[2]

Zuvor, im September 2014 waren bereits die ersten 60 Studenten aus aller Welt zu den beiden Studiengängen in englischer Sprache, Wirtschaftsingenieurwesen und Logistik, nach Schweinfurt gekommen, die zunächst in vorhandenen Räumlichkeiten im Campus 1[3] angeboten werden.[4] Sie laufen im Rahmen der seitdem bestehenden Bachelor-Studiengänge mit der Bezeichnung i-Campus FHWS[3] und sind nach dem sogenannten Twinprogramm aufgebaut, was eine Wechsel zwischen den Studiengängen ermöglicht.[3]

Planung und Baubeginn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baugrube des i-Campus im Januar 2018

Im Februar 2016 erhielt der gemeinsame Entwurf der Hamburger Architekten Wiking und Froh und des Berliner Landschaftsarchitekten Frank Kiessling den ersten Preis eines ausgelobten städtebaulichen Ideenwettbewerbes und wurde Grundlage für das Projekt.[5] Im November 2018 war bereits der Rohbau für den ersten Neubau fertiggestellt, ein großes Gebäude, in dem die Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen zusammengefasst wird. Zum Wintersemester 2020/21 soll das Gebäude eröffnet werden.

Da die Konversion der Militärflächen in Schweinfurt, im Gegensatz zu anderen Städten und der Conn-Kaserne im Landkreis Schweinfurt, sehr schnell voranschritt, wurde sie als Turbokonversion bekannt.[6]

Angebot und geplanter Endausbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Realisiert werden sollen alle nachfolgend aufgeführten Pläne in drei Stufen bis 2030.[7]

i-Campus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo
Auditorium Maximum im Campus 1 am südlichen Ende der zukünftigen Hochschulachse Schweinfurt

Im Rahmen des neuen Angebotes FHWS i-Campus werden bereits am Standort Schweinfurt seit dem Wintersemester 2014/15 im bestehenden Campus 1 für Studenten aus Deutschland und aller Welt englischsprachige Bachelor-Twin-Studiengänge der Fachrichtungen Logistics (Logistik) und Business and Engineering (Wirtschaftsingenieurwesen) angeboten.[3] In Würzburg gibt es seit dem Wintersemester 2016/17 englischsprachige Studiengänge in International Management. Das Angebot soll auf bilinguale (Deutsch/Englisch) Bachelor-Twin-Studiengänge[8] erweitert werden, eventuell auch mit den Fachrichtungen Maschinenbau in Schweinfurt und Informatik in Würzburg. 2019[9] soll der i-Campus-Studienbetrieb in Schweinfurt vom Campus 1 in die ersten neuen Räumlichkeiten im Carus-Park verlegt werden. Im Campus 1 soll dann wieder, wie ursprünglich, ausschließlich Lehrbetrieb in deutscher Sprache stattfinden.

Die Abteilung Schweinfurt der FHWS hat sich auf die MINT-Fächer spezialisiert, was im i-Campus fortgeführt werden soll: „Die Ausrichtung des geplanten FHWS i-Campus bietet ein mit den Unternehmen stark vernetztes, international ausgerichtetes, anwendungsorientiertes (MINT-) Studienangebot.“ (FHWS-Präsident Professor Dr. Robert Grebner)[10]

Neue Baumaßnahmen für das Angebot FHWS i-Campus sind ausschließlich in Schweinfurt geplant. Neben dem neuen Hauptgebäude sollen später hierfür weitere Gebäudekomplexe westlich einer neuen Nord-Süd-Campusachse entstehen. Diese Achse verläuft in Verlängerung zur Richard-Strauß-Straße, welche mittig auf das Haupt-Eingangsportal des bestehenden Campus 1, mit dem Auditorium maximum, führt. Die Richard-Strauß-Straße und die Nord-Süd-Campusachse sollen einmal zusammen die Hochschulachse Schweinfurt bilden.

i-Factory[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zum i-Campus wird bei der i-Factory das i englisch ausgesprochen, das hier nicht für international sondern für Informationstechnologie steht. In der i-Factory werden Wissenschaft und Wirtschaft in einem Netzwerk zusammengebracht, um den neuen Herausforderungen begegnen zu können. Beteiligt sind örtliche große und mittelständische Unternehmen. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart übernahm die Planung.[11] „Die i-Factory möchte Unternehmen direkten Zugang zu innovativen Forschungseinrichtungen der FHWS in den Fächern Informatik, Elektrotechnik, Mechatronik und Maschinenbau ermöglichen.“[10]

Zur Industrie 4.0 ist eine Digitale Fabrik in Planung:[10] „Diese ist eine, in einem 3D-Modell visualisierte, virtuelle Musterfabrik, in der voll automatisierte, mehrstufige Fertigungsverfahren kostengünstig in allen Details entwickelt und getestet werden können.“[10] Die Idee der i-Factory stammt, gleichsam wie vom i-Campus, von FHWS-Präsident Professor Dr. Robert Grebner.[12]

Die FH bekommt zudem ein Lehrzentrum mit dem ersten Studiengang Deutschlands für Robotik, mit 350 Studienplätzen. Er zielt schwerpunktmäßig auf die Programmierung und Anwendung für Robotersysteme mit künstlicher Intelligenz. „In fünf Jahren wollen wir die ersten Robotik-Ingenieure entlassen“, hofft FH-Präsident Grebner. Konkrete Baupläne für das neue Robotik-Zentrum gibt es bereits – es soll innerhalb der i-Factory entstehen.[13]

Fraunhofer-Institut?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Konzepterstellung der i-Factory durch das Fraunhofer-Institut entsteht die Möglichkeit zur Ansiedlung des Fraunhofer-Instituts und auch anderer außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Schweinfurt.[14]

Industrie on Campus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen könnten auch Projekträume im i-Campus Schweinfurt mieten (Industry on Campus).[10] „Sie ist noch ein Gedankenexperiment, sieht Produktionsflächen und Büros, Labor- und Seminarräume für Studierende der Hochschule und für die Industrie vor. Eine Verschmelzung also von Industrie und FH, die am Standort des einzigen Maschinenbau-Studiengangs in Unterfranken naheliegt.“[15]

i-Company[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine i-Company (das i wird hier ebenfalls englisch ausgesprochen und hat dieselbe Bedeutung wie bei der i-Factory) soll in Kooperation der FHWS mit dem Landkreis Haßberge und der IHK Würzburg-Schweinfurt aufgebaut werden.[10]

„Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft fördern soll auch das Pilotprojekt i-Company. Diese Kooperation von FHWS, dem Landkreis Haßberge und der IHK Würzburg-Schweinfurt soll kleinen und mittelständischen Unternehmen ausgewählte Studierende der Hochschule für Praktika und Projektarbeiten vermitteln. Der besondere Service der FHWS: Durch die i-Company werden organisatorische Aufgaben von der Hochschule übernommen. Beispielsweise sind keine Einzelverträge der Unternehmen mit internationalen Studierenden nötig. Rechtliche und versicherungstechnische Fragen sind bereits geklärt, sodass die Betriebe unkompliziert auf qualifizierte Studierende mit internationaler Erfahrung oder Herkunft zurückgreifen können. Zusätzlich übernimmt die i-Company die Koordination von Projektarbeiten an der Hochschule, die von Unternehmen beauftragt werden.“[10]

Studentendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Kasernenblocks um den Ehrenhof (Bild: siehe Artikelanfang) an der Niederwerrner Straße werden zu Studentenwohnheimen umgebaut und sollen ein Studentendorf bilden. Der Platz mit seiner Wiese soll als Treffpunkt und Mitte des Dorfes dienen. Es handelt sich um die drei Blocks, die den Platz direkt umgeben und einen weiteren, westlich davon, ebenfalls an der Niederwerrner Straße gelegenen Block.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schweinfurter Tagblatt: i-Campus: Das Trumpf-Ass in der Hand, 13. August 2013, S. 21
  2. Main Post, Online-Ausgabe vom 20. April 2015: Fachhochschule in Schweinfurt wird international
  3. a b c d FHWS International. Abgerufen am 14. August 2018.
  4. Schweinfurter Tagblatt: Die ersten Internationalen, 5. Februar 2015, S. 21
  5. Hannes Helferich: So lebt es sich künftig in Ledward. In: mainpost.de. 17. Oktober 2017, abgerufen am 20. Februar 2019.
  6. a b TV Touring Schweinfurt, 13. Juli 2016
  7. Schweinfurter Tagblatt, 25. Februar 2016
  8. schweinfurter 3/13: Zweisprachig studieren, S. 19
  9. Bayerischer Rundfunk, Bericht zur US-Konversion in Schweinfurt, 20. April 2015
  10. a b c d e f g Wirtschaft in Mainfranken. Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt: Der „i-Dreiklang“ der FHWS, März 2014, S. 28 f.
  11. mainpost.de: „Der Industrie 4.0 auf der Spur“, 30. September 2018. Abgerufen am 2. März 2019.
  12. Wirtschaft in Mainfranken: „Mit i-Campus und i-Factory neue Impulse setzen“, Mai 2016, S. 9
  13. mainpost.de: Robotik: „Neues Lehrzentrum und Studiengang für FHWS“, 20. Juli 2018. Abgerufen am 7. Februar 2019.
  14. Schweinfurter Tagblatt: Kommt das Fraunhofer-Institut in die Stadt? 25. Juli 2018
  15. Schweinfurter Tagblatt, 25. Februar 2016"