Import

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Import (lat. in „in… hinein “ und portare „tragen, bringen“: „hineintragen, einführen“) ist im internationalen Handel die Bezeichnung für die Einfuhr von Waren und Dienstleistungen (Wirtschaftseinheiten), die ihren ständigen Sitz außerhalb des jeweiligen Landes haben.[1] Das Gegenteil von Import ist der Export. Der Export saldiert sich mit dem Import je nach Überschuss zum Nettoimport oder Nettoexport.

Deutsche Import- und Exportzahlen

Bei der Berechnung des Imports in Deutschland geht das Statistische Bundesamt von Statistiken des Generalhandels aus. Die Importzahlen umfassen Fracht- und Versicherungskosten CIF. Die deutsche Bundesbank ergänzt den Außenhandelssaldo um den Saldo der Primäreinkommen, die Ergänzungen zum Warenhandel und den Saldo der laufenden Übertragungen zur Leistungsbilanz.

Importregelungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für bestimmte Güter sind Importgenehmigungen einzuholen, da einzelne Warenkategorien Mengenbeschränkungen (Einfuhrkontingente) aufgrund internationaler Handelsabkommen unterliegen. In Deutschland benötigt man beispielsweise zur Einfuhr folgender Güter eine Genehmigung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA):

Zur Ausgestaltung der Handelsverträge hinsichtlich Kostenübernahme für Transport, Verpackung, Versicherung und den Gefahrenübergang am Kaufgegenstand werden meist die von der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris seit 1936 veröffentlichten Incoterms (Aktuelle Fassung von 2010) als standardisierte Vertragsklauseln angewandt.

Der Importeur hat bei der Einfuhr in das Wirtschaftsgebiet der Europäischen Union für die Entrichtung der fälligen Zölle und Einfuhrumsatzsteuer Sorge zu tragen.

Zur Absicherung der Abwicklung können Dienstleistungen von Banken in Anspruch genommen werden. Hierzu zählen Dokumenteninkassi oder auch Akkreditive.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nicht-EU-Land erhebt die Schweiz Zölle auch auf Waren der angrenzenden EU-Länder. Für verschiedene Waren, beispielsweise Kriegswaffen oder Medikamente ist häufig eine Einfuhrbewilligung erforderlich. Für den Import von vielen landwirtschaftlichen Produkten benötigen man eine Generaleinfuhrbewilligung (GEB). Sie wird unter anderem vom Bundesamt für Landwirtschaft auf Gesuch hin natürlichen und juristischen Personen sowie Personengemeinschaften erteilt, die im schweizerischen Zollgebiet Wohnsitz oder Sitz haben. Die GEB gibt kein automatisches Anrecht auf die Einfuhr eines Produkts zum tiefen Kontingentszollansatz (KZA) bzw. Nullzoll; dazu benötigt man eine Zuteilung eines Kontingentanteils oder eine Ausnützungsvereinbarung. Bei vielen landwirtschaftlichen Produkten werden Zollkontingente verteilt z.B. durch Versteigerungen. Besitzt ein Importeur einen Kontingentsanteil, so kann er die entsprechenden Waren zum tieferen KZA/Nullzoll einführen. Besitzt ein Importeur keinen Anteil am Kontingent, muss er den wesentlich höheren Ausserkontingentszollansatz (AKZA) bezahlen. Importe zum AKZA sind jederzeit und in unbeschränkter Menge möglich.

Internationaler Vergleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Importquote als Differenz zwischen Export- und Nettoexportquote

In der Abbildung sind für die Länder der Triade, also die drei größten Volkswirtschaften der Welt, die Exporte im Verhältnis zum jeweiligen BIP dargestellt, außerdem der Nettoexport im Verhältnis zum BIP. Die Importquoten sind auch im Bild versteckt als Differenz zwischen Exportquote und Nettoexportquote. Steigende Export- und Importquoten sind ein Hinweis auf zunehmende internationale Verflechtung des Welthandels im Zuge der Globalisierung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lequiller, F; Blades, D.: Understanding National Accounts. Paris: OECD 2006, pp. 139-143 Onlinezugriff OECD