Infarm

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Infarm - Indoor Urban Farming GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 2013
Sitz Berlin
Mitarbeiterzahl 600[1]
Branche Vertical Farming
Website infarm.de
Stand: 19. September 2019

Infarm ist ein im Jahr 2013 in Berlin gegründetes Start-up-Unternehmen, das mit dem Konzept des Vertical Farming ökologisch erzeugte Kräuter und Gemüsesorten direkt in Restaurants oder in Verkaufseinrichtungen etabliert hat und dort vermarktet bzw. verkauft.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im August 2013 von drei Israelis (Guy Galonska, Erez Galonska und Osnat Michaeli) im Berliner Ortsteil Kreuzberg, Glogauer Straße 6, als GmbH gegründet. Ausgangspunkt war ihr Wunsch, für den Eigenbedarf stets frische Kräuter bereitzuhaben. Der Firmenname ist ein Kofferwort aus Indoor und Urban Farming.

Mit Eigenkapital begannen sie schließlich, in einem einfachen umgebauten Wohnwagen Samen, die weder chemisch noch gentechnisch behandelt wurden, zu züchten. Danach wurden die Setzlinge in übereinander gestellte Brutschränke (Modularsystem) gebracht, wo sie unter optimalen Bedingungen bzgl. Licht, Feuchtigkeit und Nährstoffen heranwachsen können. Die Wachstumsprozesse werden digital überwacht und gesteuert und benötigen so wenig Personal. Erklärtes Ziel war bereits sehr früh, „mit Infarm ein Netzwerk von Farmen [zu] schaffen, das so nah wie möglich am Endverbraucher produziert.“[2]

Im Frühjahr 2018 fanden sich Investoren, die dem Start-up als weitere Finanzhilfe 20 Millionen Euro bereitstellten.[3]

Für das Infarming mit dem Motto „wir schaffen eine Umgebung, in der Wachstumsprozesse der Natur so genau wie möglich reproduziert werden“ (und ohne lange Lieferwege), haben die Firmengründer bis Anfang 2018 bereits 50 Berliner Restaurants, beispielsweise Starkoch Tim Raue und den Israeli Meir Adoni,[4] als Mieter von je zwei ihrer Farmen gefunden.[5]

Außerdem gewannen die Unternehmer Supermärkte und Lagerhäuser in Berlin wie Edeka- und REWE-Filialen sowie die Metro AG als Anwender.[3] Im Spätsommer 2020 hat Infarm Partnerschaften mit mehr als 30 großen Lebensmitteleinzelhändlern in mehreren Ländern abgeschlossen.[1]

In den genannten Firmen hat Infarm seine gläsernen transparenten Hochregale aufgestellt, deren Betrieb sie selbst finanzieren. In diesen Schränken wachsen die Pflänzchen bis zur Erntereife unter den Augen der Kunden heran. Die Kräuter und Gemüsepflanzen, die auch aus anderen Klimazonen stammen können, werden von Infarm-Mitarbeitern zweimal wöchentlich geerntet und samt Wurzeln an der Frischtheke verkauft. „So bleiben wichtige Nährstoffe und Vitamine länger erhalten, bis der Kunde sie zuhause von den Wurzeln befreit“ heißt es in einer entsprechenden Begründung.[5]

Weitere Partner gibt es in Düsseldorf, Hannover, Hamburg, Rostock und Wiesbaden. Mit weiteren Interessenten aus deutschen Städten aber auch aus Zürich, Kopenhagen und Paris liefen im Herbst 2018 Verhandlungen.[5][6]

Die Firmengründer verfolgten das Ziel, bis Mitte 2019 1000 Indoor-Farmen in Europa zu betreuen, das in Spandau unterhaltene Forschungszentrum auszubauen und das Sortiment beispielsweise um Chili oder Kohl zu erweitern.[3]

Im Juli 2018 beschäftigte Infarm 150 Mitarbeiter.[2] Die Zahl stieg zum Ende des Jahres 2018 bereits auf 250.[7]

Im September 2020 wurde eine Finanzierungsrunde in Höhe von 170 Millionen US-Dollar bekannt.[8][9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b CMS berät Infarm bei Finanzierungsrunde über 170 Millionen Dollar, abgerufen am 19. September 2020.
  2. a b Jan Thomas: Infarm bietet Landwirtschaft vor Ort. Berlin Valley, 16. Juli 2018, abgerufen am 6. Oktober 2018.
  3. a b c Lisa Knienrzyk: 20 Millionen Euro für Vertical-Farming-Startup Infarm, abgerufen am 28. September 2018.
  4. Homepage Leyla, abgerufen am 25. Mai 2020.
  5. a b c Thomas Dräbing: Geerntet im Supermarkt. In: Berliner Zeitung, 28. September 2018, S. 6 (Printausgabe).
  6. Maximilian Braun: Infarm lässt Kräuter und Salat im Supermarkt sprießen auf FAZ-net, abgerufen am 25. Mai 2020.
  7. 100 Millionen Dollar für Gemüse: Berliner Start-up überzeugt Investoren. 11. Juni 2019, abgerufen am 12. Juni 2018.
  8. Infarm: Investoren stecken 170 Mio. Dollar in das Berliner Hightech-Gewächshaus-Startup. Abgerufen am 17. September 2020.
  9. Gewächshäuser-Startup Infarm sammelt 170 Millionen Dollar ein. 17. September 2020, abgerufen am 19. September 2020.