Infosperber

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Infosperber
Infosperber.png
Beschreibung Schweizer Internet-Zeitung
Erstausgabe 21. März 2011
Erscheinungsweise täglich aktualisiert
Chefredaktoren Christian Müller, Kurt Marti, Jürgmeier, Barbara Jud, Urs P. Gasche
Herausgeber Schweizerische Stiftung zur Förderung unabhängiger Information
Weblink www.infosperber.ch

Infosperber ist eine Schweizer Internet-Zeitung. Sie erscheint seit dem 21. März 2011 und wird täglich aktualisiert. Herausgeberin ist die gemeinnützige «Schweizerische Stiftung zur Förderung unabhängiger Information» (SSUI).

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitung wurde von dem ehemaligen TV-Journalisten Urs P. Gasche mit einigen Mitstreitern mit 150'000 Franken Stiftungskapital ins Leben gerufen.[1] Die verantwortliche Redaktionsleitung besteht aus Urs P. Gasche, Barbara Jud, Hanspeter Guggenbühl, Kurt Marti, Markus Mugglin, Christian Müller, Monique Ryser, Felix Schindler und Tobias Tscherrig. Zu den regelmässig Schreibenden gehören Anfang 2020 die Journalistinnen und Journalisten Richard Aschinger, Roman Berger, Christa Dettwiler, Synes Ernst, Amalia van Gent, Daniel Goldstein, Hanspeter Guggenbühl, Daniela Gschweng, Erich Gysling, Barbara Marti, Jürg Müller-Muralt, Nick Ramseyer, Helmut Scheben und Andreas Zumach.[2]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Motto «sieht, was andere übersehen» hat sich die Zeitung als publizistische Zielsetzung die Ergänzung zum Mainstream gesetzt und möchte dabei allein nach gesellschaftlicher oder politischer Relevanz gewichten. Zielpublikum sind Entscheidungsträger in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie alle, die ergänzende Informationen zu den grossen Medien suchen. Infosperber will die grossen Informations-Medien nicht konkurrenzieren, sondern diese ergänzen.

Inhaltlich im Vordergrund stehen: Grundrechte, Fundamentalismus, Flüchtlinge/Migration, Verschuldung und Finanzcasino, Klima, Energie und Verkehrspolitik, Lobbyismus, Sozialpolitik, Justiz, Wachstums- und Gesundheitspolitik, Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, Ukraine/Russland, neuer Kalter Krieg sowie nicht zuletzt die konkrete Medienkritik.[3]

Formales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infosperber ging am 21. März 2011 online und hat sich seitdem kontinuierlich entwickelt. Im Monat Juni 2012 verzeichnete die Plattform nach eigenen Angaben über 70'000 Besucher, die über 350'000 Seiten aufriefen.[4] Der formale Redaktionssitz ist in Spiegel (Gemeinde Köniz) bei Bern, die Mitglieder der Redaktionsleitung arbeiten jedoch im Home-Office-Betrieb. Infosperber versteht sich als gemeinnützige Plattform, sie zahlt keine Artikelhonorare.[4]

Infosperber finanziert sich fast ausschliesslich mit Spenden, so betrug Anfang 2020 der Spendenanteil über 90 Prozent. Journalistinnen und Journalisten im Berufsalter erhalten Löhne oder bescheidene Honorare. Pensionierte schreiben unbezahlt. Alle nicht-redaktionellen Aufgaben wie Buchhaltung, Marketing, IT-Unterstützung, Übersetzungen und Korrekturen erledigen Engagierte der Leserschaft unbezahlt.

Infosperber gewährt freie Nutzungsrechte, die Weiterverbreitung der Texte ist kostenfrei erlaubt, sofern sie integral ohne Kürzung und mit Quellenangaben verbreitet werden.[5]

Der Newsletter der Zeitung hat 15'550 Abonnenten (Stand: Ende 2019).[6] Es existiert eine App für mobile Geräte.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum fünfjährigen Jubiläum im Jahr 2016 schrieb Die Wochenzeitung, Infosperber habe sich als wichtige Ergänzung zum medialen Mainstream etabliert.[1]

Das Magazin vom Tages-Anzeiger bezeichnete 2018 Infosperber als «ein Forum für Altlinke mit Faible für Verschwörungstheorien[8]

Die Medienwoche schrieb 2020, dass Infosperber viel Zuspruch in sogenannten «Alternativmedien» und unter Verschwörungstheoretikern finde,[9] worauf die Redaktion von Infosperber reagierte.[10]

Der Amerikanist Michael Butter reiht Infosperber ein in die alternative Medien wie KenFM, Telepolis, NachDenkSeiten oder Rubikon, die alle eine Gegenöffentlichkeit zu den traditionellen Qualitätsmedien und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk bilden würden. Sie bedienten Verschwörungstheorien wie die von der „Lügenpresse“ und verkauften diese als seriöse Nachrichten.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Andreas Fagetti: Ein Portal für MeinungsmacherInnen. In: Die Wochenzeitung. Nr. 10/2016, 10. März 2016.
  2. Infosperber – Unabhängige News und Hintergründe zu Politik, Wirtschaft und Gesundheit. Abgerufen am 18. Mai 2020.
  3. Urs P. Gasche: SSUI Tätigkeitsbericht 2019. Abgerufen am 18. Mai 2020.
  4. a b FAQ. Kann sich Infosperber im Markt behaupten? In: Infosperber. Abgerufen am 14. Januar 2018
  5. Über uns. Freie Nutzungsrechte. In: Infosperber. Abgerufen am 14. Januar 2018.
  6. Tätigkeitsbericht 2019
  7. Neu: Infosperber-App für Android, iPad und iPhone. In: Infosperber, 28. April 2016
  8. Secondo, bei Fuss! In: Das Magazin, 11. August 2018
  9. Infosperber und die Grenzen eines Ergänzungsmediums (Oder: Wie gut schützt sich «die letzte Pforte vor dem Abgrund»?) In: Medienwoche, 12. Mai 2020
  10. Der verkrampfte Versuch, Infosperber in eine Ecke zu stellen. In: Infosperber, 17. Mai 2020
  11. Michael Butter: Verschwörungs(theorie)panik. „Filter Clash“ zweier Öffentlichkeiten. In: Heiner Hastedt (Hrsg.): Deutungsmacht von Zeitdiagnosen. Interdisziplinäre Perspektiven. transcript Verlag, Bielefeld 2019, ISBN 978-3-8376-4592-7, S. 197–211, hier S. 205 (abgerufen über De Gruyter Online).