Köniz

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Köniz
Wappen von Köniz
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0355i1f3f4
Postleitzahl: 3098 Köniz
3097 Liebefeld
3095 Spiegel bei Bern
3084 Wabern
3145 Nieder-/Oberscherli
3144 Gasel BE
3172 Niederwangen bei Bern
3173 Oberwangen im Wangental
3174 Thörishaus Dorf
UN/LOCODE: CH KNZ (Köniz),
CH LFL (Liebefeld),
CH WBR (Wabern),
CH NWA (Niederwangen),
CH CHT (Thörishaus)
Koordinaten: 598221 / 197101Koordinaten: 46° 55′ 30″ N, 7° 24′ 55″ O; CH1903: 598221 / 197101
Höhe: 572 m ü. M.
Fläche: 51,10 km²
Einwohner: i40'938 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 801 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
16,4 % (2014)[2]
Gemeindepräsident: Ueli Studer (SVP)[3]
Website: www.koeniz.ch
Das «Schloss» im Zentrum von Köniz

Das «Schloss» im Zentrum von Köniz

Karte
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Köniz (berndeutsch Chünitz [χʏnɪt͡s]) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland im Kanton Bern in der Schweiz.

Köniz liegt südwestlich der Stadt Bern und ist mit 41'706 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016), darunter 7'733 Ausländerinnen und Ausländer, die viertgrösste Gemeinde im Kanton Bern und die zwölftgrösste der gesamten Schweiz. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 51 km². Die Gemeinde gilt als die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Trotz der hohen Einwohnerzahl hat die Gemeinde teilweise noch dörflichen Charakter, da sich die Einwohner auf viele einzelne Dörfer verteilen.

Köniz bietet sehr viele Arbeitsplätze. Swisscom und die Berner Kantonalbank unterhalten grosse Standorte in Liebefeld, mehrere Bundesämter befinden sich in der Gemeinde, sowie zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gemeindegebiet ist Altsiedelland; es gibt verschiedene bronze- und eisenzeitliche Fundstellen, römische Gutshöfe (villae rusticae) und frühmittelalterliche Gräberfelder.

Erstmals erwähnt wurde Köniz im Jahre 1011 als Chunicis. Die heutige reformierte Pfarrkirche (ehem. Sankt Peter und Paul) geht in ihren ältesten aufrecht stehenden Teilen in die Zeit um 1100 zurück. Vorgängerbauten sind zu vermuten, archäologische Ausgrabungen fehlen bislang.

Der Sitz des Bundesamtes für Veterinärwesen befindet sich in Köniz-Liebefeld

Der Sage nach soll die Kirche auf eine Stiftung des burgundischen Königs Rudolf II. und seiner Gattin Bertha zurückgehen. Die Pfarrei umfasste nicht nur das heutige Gemeindegebiet, sondern auch die rund 5 km entfernte Gegend der späteren Stadt Bern. 1191 wurde sie somit Pfarrkirche der neu gegründeten Stadt, bis diese 1276 zu einer eigenen Pfarrei erhoben wurde.

Seit unbekannter Zeit bestand an der Kirche ein Stift der Augustiner-Chorherren, welches 1226 von König Heinrich VII., dem Sohn und Stellvertreter des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II., dem Deutschen Orden geschenkt wurde. Der Orden errichtete an der Pfarrkirche eine Kommende, die zur Ballei Schwaben-Elsass-Burgund gehörte, sowie eine Niederlassung in Bern. Einer der Ordensbrüder amtete als Pfarrer. Mit der Entstehung der Pfarrei Bern wurde die dortige Niederlassung zur eigenständigen Kommende erhoben, deren Vorsteher der jeweilige Berner Stadtpfarrer war.

Die Kommende Köniz wurde 1528 anlässlich der bernischen Reformation säkularisiert, jedoch 1552 dem Orden auf Druck der katholischen Kantone wieder zurückgegeben. 1729 verkaufte der Orden die Kommende an Bern. Es wurde eine Landvogtei eingerichtet, die bis zum Untergang des Alten Bern 1798 bestand. Die politische Gemeinde Köniz in der heutigen Form entstand 1846.

1920 wurde die Einwohner-Gemeindeversammlung durch ein Gemeindeparlament, den Grossen Gemeinderat, abgelöst. Zu Beginn umfasste dieser 30 Sitze, seit 1934 sind es 40. Auch auf 1934 wurde ein vollamtliches Gemeindepräsidium eingeführt und die Anzahl Sitze im Gemeinderat (Regierung) von 13 auf 11 reduziert.[4]

Liebefeldpark (2009)

2012 erhielt Köniz den Wakkerpreis des Schweizerischen Heimatschutzes (SHS) zugesprochen.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Ueli Studer (SVP).

Die Exekutive ist ein fünfköpfiger Gemeinderat, dieser besteht seit den Gemeindewahlen 2017 aus Annemarie Berlinger-Staub (SP), Thomas Brönnimann (Grünliberale), Christian Burren (SVP), Hans-Peter Kohler (FDP) und Hansueli Pestalozzi (Grüne).[6]

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindelegislative ist das 40-köpfige Gemeindeparlament, dessen Sitze sich wie folgt verteilen:[7][8]

6
10
3
4
1
2
6
8
10 
Von 40 Sitzen entfallen auf:
Partei 1961 1965 1969 1974 1977 1981 1985 1989 1993 1997 2001 2005 2009 2013 2017
SP 12 12 10 10 10 11 9 10 10 12 12 12 10 10 10
SVP 11 12 11 10 10 10 8 9 9 8 9 8 8 9 8
FDP (inkl. JF) 12 11 11 9 10 9 8 8 8 9 9 9 7 5 6
Grüne1 1 2 2 3 2 2 3 5 5 5 6
glp 1 3 4
EVP 2 2 2 2 2 2 2 3 3 3 3 3 3 2 3
BDP 5 5 2
CVP 2 2 2 3 3 3 3 3 2 2 2 2 1 1 1
Rechte2 3 2 2 5 3 5 3 2 1
LdU 1 1 4 3 2 1 2 2 1 1

1 beinhaltet Demokratische Alternative/Grüne Partei (1977-1993), Grüne Freie Liste (1993, 2001, 2005), Grünes Bündnis (1997, 2001, 2005), Grüne Köniz (seit 2009) und Junge Grüne (seit 2013)

2 Sammelbegriff für folgende Parteien und Listen: Nationale Aktion/Schweizer Demokraten (1977-1989, 2001), Auto-Partei (1993), Partei für gerechte Steuerpolitik (PGSP, 2001), „SD, FPS und PGSP“ (1997), „SD und PGSP“ (2005)

Nationale Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SP 25.6 %, SVP 21.9 %, GPS 11.7 %, FDP 11.0 %, BDP 10.5 %, glp 7.9 %, EVP 4.4 %, CVP 3.0 %, EDU 1.3 %, Piraten 1.3 %.[9]

Dörfer der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Könizer Quartiere
Quartier Köniz

Die Gemeinde Köniz besteht aus zahlreichen Ortschaften (Stand 31. Dezember 2016):

Ortschaft Einwohner BFS-Code
Wabern 7'565 355001
Köniz 7'030 355004
Liebefeld 6'169 355003
Spiegel 4'591 355002
Schliern 4'201 355006
Niederscherli 2'286 355011
Niederwangen 1'822 355005
Oberwangen 1'385 355008
Ried 1'188 ?
Thörishaus 1'153 355010
Schwanden 1'132 ?
Mittelhäusern 920 ?
Gasel 775 355007
Oberscherli 466 355009
Hahlen 325 ?
Liebewil 140 ?
Moos 114 ?
Ulmiz 110 ?
Mengestorf 104 ?
Schlatt 101 ?
Oberried 76 ?
Herzwil 53 ?
Total 41'706

Achtung: Da die BFS-Codes das Gemeindegebiet vollständig abdecken, müssen die Ortschaften ohne Code in einem der elf Gebiete von Ortschaften inbegriffen sein, die einen solchen zugeteilt erhielten.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 1'400 Unternehmen befinden sich in der Gemeinde Köniz. Darunter Konzerne wie Swisscom, Adval Tech Holding oder Haag-Streit Holding und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen (KMU), sowie diverse Bundesbetriebe: Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Landestopografie, Eidgenössisches Institut für Metrologie, Bundesamt für Migration, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Landwirtschaftliche Forschungsanstalt (Agroscope) und das Institut für Virologie und Immunologie.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Armand Baeriswyl: Archäologische Untersuchungen im Schloss in Köniz: Neue Ergebnisse und Hypothesen zum Bau- und Funktionstyp der Ritterordenskommende. In: Mittelalter, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins 6, 2001, S. 81–94.
  • Otto Büssard: Köniz, Bilder aus der Vergangenheit, Heimatkundlicher Beitrag zur Dorfgeschichte von Köniz, Ortsverein Köniz, 1979
  • Helvetia Sacra Abt. IV, Die Orden mit Augustinerregel. Bd. 7: Die Serviten, die Pauliner-Eremiten, die Lazariter und Lazariterinnen, die Templer, die Johanniter und der Deutsche Orden in der Schweiz. Basel 2006, ISBN 978-3-7965-2153-9.
  • Peter Mosimann: Auf historischen Wegen. Köniz und Umgebung. Stämpfli, Bern 2009, ISBN 978-3-7272-1201-7.
  • Susanne Ritter-Lutz: Kirche und Schloss Köniz, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 2012. ISBN 978-3-03797-058-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köniz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Köniz Kennzahlen. Bevölkerung. In: admin.ch. Bundesamt für Statistik, 2014, abgerufen am 14. März 2015.
  3. Die Mitglieder des Gemeinderats. Gemeinde Köniz, abgerufen am 6. Mai 2016.
  4. Otto Büssard: Köniz, Bilder aus der Vergangenheit, Heimatkundlicher Beitrag zur Dorfgeschichte von Köniz, Ortsverein Köniz, 1979, S. 43–48
  5. Köniz feierte den Wakkerpreis 2012. Gemeinde Köniz, 2012, abgerufen am 6. Mai 2016.
  6. Gewählte Kandidatinnen und Kandidaten. Gemeinde Köniz, 24. September 2017, abgerufen am 29. September 2017 (PDF, deutsch).
  7. Sitzverteilung der Parteien im Könizer Parlament 1920 bis 2013. Gemeinde Köniz, abgerufen am 6. Mai 2016 (PDF, 21 kB).
  8. Verteilung der Sitze, Parlament Köniz 2017. Gemeinde Köniz, 24. September 2017, abgerufen am 26. September 2017.
  9. Kanton Bern: Wahlplattform, abgerufen am 19. März 2016
  10. Wirtschaftsstandort Köniz. Gemeinde Köniz, abgerufen am 6. Mai 2016.
  11. Susanne Ritter-Lutz: Kirche und Schloss Köniz. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 910, Serie 91). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2012, ISBN 978-3-03797-058-4.
  12. René Moeri: Köniz. Kirche, Schloss. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 214). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1976, ISBN 978-3-85782-214-8.