Iqaluit

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Iqaluit
ᐃᖃᓗᐃᑦ
Hafengebiet von Iqaluit
Hafengebiet von Iqaluit
Lage in Kanada
Iqaluit ᐃᖃᓗᐃᑦ (Kanada)
Iqaluit ᐃᖃᓗᐃᑦ
Iqaluit
ᐃᖃᓗᐃᑦ
Staat: Kanada
Territorium: Nunavut
Region: Qikiqtaaluk
Koordinaten: 63° 45′ N, 68° 33′ W63.75-68.55Koordinaten: 63° 45′ N, 68° 33′ W
Fläche: 961 km²
Einwohner: 6699 (Stand: 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 7 Einw./km²
Zeitzone: UTC
Gemeindenummer: 867
Postleitzahl: X0A 0H0
X0A 1H0
Vorwahl: +1 222, 975, 979
Gründung: 1974
Bürgermeister: John Graham
Webpräsenz: www.city.iqaluit.nu.ca/i18n/english/index.html

Iqaluit ist die Hauptstadt des seit 1. April 1999 bestehenden kanadischen Territoriums Nunavut und zugleich Verwaltungssitz der Region Qikiqtaaluk (Baffin). Die Stadt hat 6.699 (Stand: 2011) Einwohner (davon knapp 85 % Inuit)[2] und wurde 2001 in den Rang einer ville bzw. city erhoben. Das Inuktitut-Wort Iqaluit bedeutet „Ort mit viel Fisch“.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Iqaluit, bis 1. Januar 1987 Frobisher Bay genannt, liegt am hinteren Ende der Frobisher-Bucht auf der südlichen Baffin-Insel im Nordpolarmeer. Der Ort hat sich aus einem US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt entwickelt, der mit Zustimmung der kanadischen Regierung 1942 entstanden war und 1963 in den Besitz der kanadischen Luftwaffe (Royal Canadian Air Force) überging.

In der Region waren seit rund 4.000 Jahren Vorfahren der heutigen Inuit ansässig, zunächst Menschen der Dorset-Kultur, dann der Thule-Kultur. Als erster Europäer erreichte Martin Frobisher 1576 auf der Suche nach der Nordwestpassage die später nach ihm benannte Bucht (ohne allerdings bis an ihr Ende vorzudringen). Im 18. und im 19. Jahrhundert kamen immer wieder Forscher, Händler und Walfänger an die Küsten des südlichen Teils der Baffin-Insel und schließlich Missionare.

1950 verlegte die Hudson’s Bay Company ihren bis dahin am 50 Kilometer entfernten Ward Inlet gelegenen Handelsposten an eine Stelle an der Frobisher Bay, die Mitte der 1950er Jahre von der kanadischen Regierung zu einer Mustersiedlung mit Namen Apex (von den Inuit Niaqunngut genannt) ausgebaut wurde. Heute ist das 5 Kilometer vom Zentrum Iqaluits entfernte Apex ein Vorort der Hauptstadt. 1955 begann der Aufbau der DEW Line („Distant Early Warning Line“, Frühwarnsystem), und seither hat sich die Einwohnerzahl verfünffacht.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Nunavut-Parlamentsgebäude in Iqaluit
Anglikanische, einem Iglu nachgeformte Kirche St. Jude in Iqaluit
Eingang zum Sylvia-Grinnell-Territorialpark am Stadtrand

Am Regierungssitz Iqaluit befinden sich Regierungsgebäude und ein Parlamentsgebäude, das Gerichtsgebäude für Nunavut (Prozesse finden aber auch an anderen Orten statt), ein 2008 neu erbautes Polizeipräsidium und ein Gefängnis. Außerdem besitzt Iqaluit mehrere Kirchen, so die römisch-katholische Kirche „Our Lady of the Assumption“, die anglikanische Kirche „St. Simon“ in Apex, eine Kirche der Pfingstler (Pentecostal Church) und sogar ein Bahai-Haus. Die anglikanische Kirche „St. Jude“, in ihrer äußeren Form einem Iglu nachempfunden, die als der wohl schönste Sakralbau der Arktis galt, wurde 2004 bei einem Brandanschlag zu großen Teilen zerstört, woraufhin sie abgerissen wurde; ein Wiederaufbau mit veränderter Architektur wird – abhängig von verfügbaren Mitteln – angestrebt. Besuchenswert sind das „Nunatta Sunakkutanngit Museum“ (historische und archäologische Sammlung) und das „Unikkaarvik“- Besucherzentrum (u. a. Sammlung erlesener Inuit-Kunst). Ferner verfügt Iqaluit über ein Klinikum und weitere Einrichtungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Iqaluit führt Matty McNair, eine u. a. mit der ersten Frauenexpedition zum Nordpol erfahrene Polarreisende, zweiwöchige Trainings für Polarexpeditionen durch.[4]

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Es gibt sieben Schulen in der Stadt, welche von der Grundschule bis zur Klasse 12 High School führen. Davon sind sechs öffentliche Schulen und eine private Einrichtung. Neben auf englisch lehrende Schulen befindet sich eine Schule in der Stadt in der ausschließlich in französischer Sprache unterrichtet wird.

Es gibt zwei Hochschulen in der Stadt. Das Nunavut Arctic College (Nunatta Campus) sowie die Akitsiraq Law School.

Medien[Bearbeiten]

Die Nunatsiaq News ist eine wöchentlich und zugleich die größte erscheinende Zeitung in der Stadt. Die zweite größere Zeitung ist die News/North.

Es befinden sich mehrere Hörfunksender in der Stadt. CBC Radio One sendet aktuelle Nachrichten, sowie lokale Nachrichten und weitere Informationssendungen. Ein weiterer Sender ist The New Triple 9, der aktuelle Musikcharts sendet, sowie der französischsprachige Lokalsender CFRT-FM.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Flughafen von Iqaluit ist gut ausgebaut. Am 5. Februar 2006 landete hier sogar ein Airbus A380 bei einem Probeflug in die Arktis, um dort Kältetests durchzuführen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Iqaluit ist Ausgangspunkt für Touren in den Qaummaarviit-Geschichtspark, den Sylvia-Grinnell-Territorialpark und den sich bis nahe Kimmirut erstreckenden Katannilik-Territorialpark. Aufgrund der vielfältigen Flora und Fauna ist der Soper Heritage River Park sehenswürdig.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Iqaluit
Klimadiagramm
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Canadian Climate Normals 1971-2000: Iqaluit Airport; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Iqaluit
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −22,5 −23,8 −18,8 −9,9 −0,9 6,8 11,6 10,3 4,7 −2,0 −8,9 −18,5 Ø −5,9
Min. Temperatur (°C) −30,6 −32,2 −28,6 −19,6 −7,8 0,3 3,7 3,3 −0,4 −7,7 −16,7 −26,9 Ø −13,5
Temperatur (°C) −26,6 −28,0 −23,7 −14,8 −4,4 3,6 7,7 6,8 2,2 −4,9 −12,8 −22,7 Ø −9,7
Niederschlag (mm) 21,1 15,0 21,8 28,2 26,9 35,0 59,4 65,7 55,0 36,7 29,1 18,2 Σ 412,1
Sonnenstunden (h/d) 1,1 3,5 5,5 7,5 6,2 6,6 7,0 5,5 3,0 1,8 1,3 0,6 Ø 4,1
Regentage (d) 11,9 10,6 12,0 12,5 12,2 10,5 13,2 15,0 15,3 15,4 14,3 11,8 Σ 154,7
Luftfeuchtigkeit (%) 72 71 70 75 79 77 75 78 79 80 76 72 Ø 75,4
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−19,6
−0,9
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6,8
0,3
11,6
3,7
10,3
3,3
4,7
−0,4
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−7,7
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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55,0
36,7
29,1
18,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Gebäude der Hudson’s Bay Company im Ortsteil Apex

Literatur[Bearbeiten]

  •  Miriam Dewar (Hrsg.): The Nunavut Handbook: Travelling in Canada's Arctic. Ayaya Marketing & Communications, Iqaluit/Ottawa 2004, ISBN 0973675403.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Iqaluit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Iqaluit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Canada - Census Iqaluit 2011
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAbout Iqualuit: Demographics. In: Statistics Canada Census 2011. Statistics Canada, abgerufen am 30. Dezember 2012 (englisch).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAbout Iqualuit: History. In: City of Iqaluit. City of Iqaluit, abgerufen am 3. Februar 2009 (englisch).
  4. http://www.northwinds-arctic.com/matty.html North Winds Polar Expeditions