Johanna Geisler

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Johanna Geisler (eigentlich Johanne Elisabeth Meyer, * 28. Mai 1888 in Hannover; † 3. November 1956 in München) war eine deutsche Opernsängerin (Sopran) und Schauspielerin. Sie trat auch unter dem Pseudonym Johanna/Hanne Klee auf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanna Geisler wurde 1888 als Tochter der ledigen Näherin Sofie Meyer in Hannover geboren. Ihren Nachnamen Geisler übernahm sie von ihren späteren Pflegeeltern. Mit vierzehn Jahren ging sie zum Theater. Sie wurde Chorsängerin am Opernhaus Hannover, dann in Dessau und in Wiesbaden. Johanna Geisler arbeitete sich zur Solistin empor und gefeierten Soubrette in Mainz empor. Es gelang ihr, trotz jahrelangen Singens als zweiter Alt im Opernchor, ihre Stimme bis in die Koloratursopranlage der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte zu erweitern.

An der Kölner Oper bewährte sich Johanna Geisler in großen Rollen und mit einem weiten Repertoire. Anfang 1917 dirigierte dort Otto Klemperer den Fidelio, in dem sie die Rolle der Marzelline sang. 1919 heiratete sie den bedeutenden Dirigenten und hatte mit ihm zwei Kinder, den Schauspieler Werner Klemperer (1920–2000) und Lotte Klemperer (1923–2003).

Ein Presse-Auszug von 1919.

„Den Solisten, voran Frau Geisler-Klemperer, die den exorbitant schweren ersten Sopranpart erstaunlich beherrschte, […] uneingeschrenktes Lob.“

Zeitungskritik nach der Aufführung einer Komposition Otto Klemperers[1]

Johanna Geisler hatte ein besonderes Talent zum Schauspiel, was sich schon in ihrer Mimik beim Singen zeigte.[2] Eine Kritik, die Otto Klemperer in Über Musiik und Theater, Berlin 1982 wiedergibt, lautet:

„Fräulein Geisler [sic] als Stubenmädchen Adele [in der Fledermaus von Johann Strauss] war schlechterdings unübertrefflich. Gesang und schauspielerisches Können vereinigen sich bei ihr zu einem untrennbaren Ganzen und zu einer einheitlichen und erstklassigen Leistung, ... an der man sich restlos erfreuen kann.[3]

In ihren frühen Engagements am Theater hatte sie nicht nur Solochorrollen zu singen, sondern trat oft schauspielerisch auf. 1928 spielte sie in Coburg die Amalie in Schillers Räubern und hatte 1929 einen kleinen Auftritt in Wilhelm Dieterles letzten Stummfilm Ludwig der Zweite, König von Bayern. Weiteres in diese Richtung unterblieb.

Von ihrer Stimme existiert lediglich eine (unvollständig erhaltene) Rundfunkaufnahme: im Dezember 1932 sang sie unter der Leitung von Erich Kleiber die Partie des alten Weibes in der Oper Das Höllisch Gold von Julius Bittner.

Gesangsrollen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus: Die Personalakten der Johanna Geisler.
  2. Lotte Klemperer: Die Personalakten 1983, S.
  3. Eva Weissweiler 2010, S. 132.