Johannes Künzig

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Johannes Künzig (* 28. Juni 1897 in Pülfringen; † 10. April 1982 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Volkskundler und Institutsbegründer, dessen Forschungen hauptsächlich die Volkskunde der Deutschen in und aus Ost- und Südosteuropa betrafen.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Künzig entstammt einer alteingesessenen Bauernfamilie in Pülfringen, heute Teil der Gemeinde Königheim im Badischen Frankenland, wo er am 28. Juni 1897 geboren wurde. Nach Dorfschule und nur wenigen Lateinstunden beim Pfarrer kam er aufs Gymnasium und ins erzbischöfliche Konvikt nach Tauberbischofsheim. Nach einem Notabitur in Hinblick auf die Einberufung zum Kriegsdienst, und, da sich die Einberufung verzögert hatte, drei Monate später mit regulärem Abitur, kam er 1916 nach nur vierwöchiger Ausbildung an die Westfront. 1917 erlitt er bei einem Sturmangriff bei Verdun eine schwere Verwundung, deren Folgen (zertrümmertes linkes Handgelenk) ihn das ganze Leben lang begleiteten.

Schon im Heimatort, wo sein Vater einer der Liederreichsten war, wurde das Interesse des jungen Künzig am Volkslied geweckt. Während seiner Frontsoldatenzeit schrieb er das Liedrepertoire der Leibgrenadiere des badischen Großherzogs, denen er angehörte, auf. Später, vervollständigt mit Liedern anderer Einheiten, entstand das Büchlein „Lieder der badischen Soldaten“ (veröffentlicht 1927), dessen Ausgabe B einen wissenschaftlichen Anhang, mit Herkunftsnachweisen, der Entwicklungsgeschichte der Lieder und Literaturangaben enthält. Durch dieses Werk folgte er dem Beispiel seines akademischen Lehrers John Meier, der 1916 das Büchlein „Das deutsche Soldatenlied im Felde“ veröffentlicht hatte.

Noch vom Lazarett aus in Würzburg nahm Künzig das Studium der Germanistik, Geschichte und Volkskunde auf. Nach zwei Semestern wechselte er nach Freiburg im Breisgau, wo er Schüler von John Meier, dem Begründer des Deutschen Volksliedarchivs, wurde. Hier begann er die Arbeit an seiner Dissertation über „Geschichte des Volksliedinteresses in Baden seit der Romantik“, die er bei Friedrich Panzer in Heidelberg abschloss, wohin er gewechselt hatte. Doktor- und Staatsexamen qualifizierten Künzig für das Lehramt an höheren Schulen in den Fächern Deutsch und Geschichte. Bevor er jedoch eine Anstellung als Gymnasiallehrer erhielt, war er 1923 in der Pressestelle der Caritas, danach bis 1937 an höheren Schulen in Freiburg und Lahr als Lehrer, tätig. Das Material zu seiner Dissertation bildete den Grundstock für das Badische Volksliedarchiv, das er 1923 begründete, jahrzehntelang betreute, erweiterte und 1950 zur Badischen Landestelle für Volkskunde (heute: Landesstelle für Volkskunde Freiburg als Außenstelle des Badischen Landesmuseums Karlsruhe) ausbaute. In den zwanziger Jahren begann Künzig auch mit der Aufzeichnung von Liedern direkt von den Überlieferungsträgern, gegen Ende des Jahrzehnts mithilfe von Aufnahmegeräten (Edison-Phonograph; Draloston-Plattengerät). Die Überzeugung, dass einzig das mit technischen Mitteln erstellte Tondokument die gesungene oder gesprochene Realität authentisch, ohne verformende Einwirkungen des Aufzeichnenden festhalten könne, bestimmte von diesem Zeitpunkt an Künzigs gesamte künftige Arbeit.

Parallel zu seinen Volkslied-Interessen stand in den zwanziger Jahren die Beschäftigung mit den Sagen seiner badischen Heimat im Vordergrund. Schon 1923 wurden seine „Badischen Sagen“ gedruckt, die einen frühen Versuch typologischer Anordnung enthielten. Diese Veröffentlichung veranlasste den Verleger Diederich, Künzig mit der Vorbereitung der „Schwarzwaldsagen“ zu beauftragen, die 1930 erschienen und zu einem Standardwerk volkskundlicher Forschung im Oberrheingebiet wurden; sie erfuhren eine Neuauflage 1965 und eine weitere 1976.

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten trat er 1933 der NSDAP, dem NS-Lehrerbund und später dem NS-Dozentenbund bei.[1] Er wurde Referent für Volkstum und Heimat bei der NS-Organisation Kraft durch Freude. Aufgrund seines Einsatzes wurde er 1937 zunächst kommissarisch Professor für Volkskunde an der Hochschule für Lehrerbildung Karlsruhe.[1] Im Mai 1940 erhielt er eine positive Beurteilung durch die Gauleitung Baden: „Künzig ist hier in Karlsruhe bei der Gauleitung ... als auch bei der Kreisleitung als unermüdlicher, fleißiger Mitarbeiter bekannt“.[2] Nur drei Jahre nach seiner Ernennung zum ao. Professor in Freiburg wurde er nach Kriegsende 1945 wegen seiner Verstrickung in den Nationalsozialismus als Professor entlassen und 1949 in den Ruhestand versetzt.[1]

Die Arbeit an den „Schwarzwaldsagen“ setzte eine theoretische Auseinandersetzung mit dem gesamten Themenkomplex „Sage“ voraus. Daraus ergab sich in der Folge ein Typensystem: „Grundformen und Grundschichten der Volkssage.“ Das Manuskript lag 1936 der philologischen Fakultät als Habilitationsschrift vor, blieb ungedruckt und ist zum größten Teil während der Bombardierung 1944 verbrannt. Die Habilitation Künzigs jedoch und implizit seine universitäre Laufbahn wurden aus politischen Gründen verhindert, nachdem er im Karlsruher Parteiorgan „Der Führer“ als ein im Sold der Kirche stehender Volkskundler diffamiert worden war. Das gesammelte Sagenmaterial fasste er in ein ganz Süddeutschland umfassendes, oberdeutsches Erzählarchiv zusammen, das 1944 ebenfalls den Kriegsereignissen zum Opfer fiel. Aus dem Bereich der Volkserzählung sind noch die beiden Auflagen von „Unser Ätti erzählt“ (1943 und 1944) zu erwähnen.

Zu Beginn der dreißiger Jahre war den bisherigen Interessengebieten „Volkslied“ und „Volkserzählung“ ein weiteres hinzugekommen: die Beschäftigung mit den im 18. Jahrhundert aus den Oberrheingebieten nach Ost- und Südosteuropa Ausgewanderten. Obwohl seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Forschung von dem mit binnendeutschen Maßstäben nicht messbaren volkskundlichen Reichtum der in den sogenannten Sprachinseln siedelnden Deutschen vermehrt Kenntnis nahm und das Auslandsdeutschtum vom Deutschen Caritasverband, in dessen Zentrale Künzig mitarbeitete, besonders betreut wurde, stellte Künzig selbst in Archiven über die Auswanderung Nachforschungen an. Auf der Spur der Auswanderer unternahm er zwischen 1930 und 1937 insgesamt neun Forschungsfahrten ins rumänische Banat und konnte dabei ein reichhaltiges Liedmaterial aufzeichnen und zum Teil phonographieren. Der Ertrag seiner Aufnahmen von 1930 bis 1933 floss in die 1935 gedruckten „Deutschen Volkslieder aus dem rumänischen Banat“ ein, die in der vom Deutschen Volksliedarchiv edierten Reihe „Landschaftliche Volkslieder“ erschienen. Zwei Forschungsreisen, die Künzig zusammen mit dem Fotografen Hans Retzlaff unternahm, führten die beiden ins serbische und rumänische Banat sowie nach Siebenbürgen, wobei er in dem 1938 erschienenen Buch: „Deutsche Bauern im Banat“ den Text zu Retzlaffs Schwarz-Weiß-Fotos verfasste. Aus der gleichen Zeit stammen weitere Kommentare zu Foto-Veröffentlichungen, so „Bei den Böhmerwäldlern im Banater Erzgebirge“ (1937), oder „Deutsche Bauern in der 'Schwäbischen Türkei' (Ungarn)“ (1937). Ein besonderes Augenmerk galt jedoch dem Alemannendorf Saderlach (heute Zădăreni), in dem Künzig im genannten Zeitraum fünf Mal weilte. Dort entstanden 1937, zur 200-Jahr-Feier der Ansiedlung, zwei Filme: der eine, der die Feierlichkeiten selbst zeigt, mit Gedenken an Einwanderer-Gräber und dem großen Umzug sowie der Darstellung der Arbeitswelt, und der zweite, der eine Saderlacher Hochzeit wiedergibt. Zum gleichen Anlass erschien 1937 Johannes Künzigs Monographie „Saderlach. Ein Alemannendorf im rumänischen Banat und seine Urheimat“, deren Konzept der Gegenüberstellung von Auswanderungsgebiet und Kolonistenort bis heute Modellcharakter für die Ausarbeitung von Heimatortsmonographien hat.

1937 erhielt Künzig eine Berufung zum Professor für Volkskunde an der Hochschule für Lehrerbildung in Karlsruhe. Im Mittelpunkt der Vorlesungen und Seminare stand auch hier die Volkskunde der Auslandsdeutschen. Eine Studienfahrt mit Karlsruher Studenten im Juli 1939 in die Slowakei nach Oberufer, Limbach und Deutsch-Proben wurde durch den Kriegsausbruch beendet. 1942 übernahm Künzig die Vertretung des Faches Volkskunde und die Leitung des neu geschaffenen Instituts für Volkskunde an der Freiburger Universität. Auch hier war die Volkskunde der Auslandsdeutschen ein vorrangiges Thema. Archivstudien in Straßburg und Paris wiesen auf die Auswanderung von Elsässern nach Südrussland hin, und in diesem Zusammenhang unternahm er 1942 eine Forschungsreise ins Schwarzmeergebiet auf die Krim und Wolhynien; eine weitere (1943) wurde nicht mehr genehmigt. Künzigs Tonaufnahmen sowie das gesamte andere Archivmaterial nebst der Institutsbibliothek fielen dem Fliegerangriff der Alliierten auf Freiburg am 27. November 1944 zum Opfer. Seine Aufbauarbeit an der Freiburger Universität wurde dadurch zunichtegemacht. 1945 verfügte die französische Besatzungsmacht die Abschaffung des Faches Volkskunde an der Freiburger Universität.

In den ersten Jahren nach Kriegsende widmete sich Künzig der karitativen Arbeit für die ins Land strömenden Flüchtlinge und Vertriebenen; die Caritas bot dafür ein entsprechendes Betätigungsfeld. Helfen, Beraten und wissenschaftlich Wahrnehmen bildeten dabei eine Einheit, wie u. a. die Veröffentlichungen „Unser Bemühen für die Vertriebenen“ (1947), „Unsere Sorge um die Heimatlosen“ (1947), „Das Los der Heimatlosen“ (1948) belegen. Eine spätere, 1956 veröffentlichte Arbeit: „Urheimat und Kolonistendorf“, gehört ebenfalls in diesen Kontext, schließt aber gleichzeitig an die Methodik der Saderlach-Monographie an.

Die Tatsache der durch die Folgen des Krieges großenteils aufgelösten deutschen Gemeinschaften in Ost- und Südosteuropa bestärkte Künzig in seiner Überzeugung, dass jetzt mehr als zuvor die volkskulturellen Güter der nunmehr in der Zerstreuung in Deutschland und Österreich lebenden Heimatvertriebenen und Flüchtlingen dokumentiert werden müssten. Gebot der Stunde war das Sammeln, doch nicht das Anhäufen von immer mehr Lesarten vorhandener Lieder oder Erzählungen sollte angestrebt werden, sondern im Mittelpunkt aller Bemühungen musste der Mensch gestellt sein. In diesem Sinne verfasste er eine Denkschrift, und auf seinen Vorschlag hin wurde auf dem Volkskunde-Kongress 1949 in Freiburg die Konstituierung der Kommission für Volkskunde der Heimatvertriebenen, später umbenannt in „Kommission für ostdeutsche Volkskunde“, heute „Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde“ beschlossen. Die Leitung der Kommission hatte Künzig als Erster inne, überließ sie jedoch auf dem Allgemeinen volkskundlichen Kongress in Jugenheim a. d. Bergstraße 1951 Alfons Perlick. Dort wurde auch der Beschluss gefasst, eine Zentralstelle für Volkskunde der Heimatvertriebenen zu errichten, die auf den von Künzig in privater Initiative schon geschaffenen Sammlungen aufbauen sollte.

Johannes Künzig war in seiner fünfjährigen sozialkaritativen Tätigkeit zwischen 1945 und 1950 mit zahlreichen Menschen aus dem ost- und südosteuropäischen Raum in Berührung gekommen, wodurch ein bedeutender Umstand für die nun einsetzende, rege Sammeltätigkeit vorlag. Da er sich 1949 pensionieren ließ, war er für diese Tätigkeit frei und konnte sich ihr mit vollem Einsatz widmen. Die gesamte Feldforschungsarbeit der Folgejahre in den Aufnahmelagern, Notunterkünften und, später, Neusiedlungen quer durch die Bundesrepublik und Österreich sowie die spätere Editionstätigkeit und die Aufbauarbeit des Instituts konnte nur mithilfe einer gleichwertigen Mitarbeiterin erledigt werden: Partnerschaftlich stand Johannes Künzig fortan Frau Dr. Waltraut Werner, seine spätere Ehefrau zur Seite. 1950 konnten sie ein Magnetophon erwerben – so entstand 1951 auf dem Griesheimer Sand (später: St. Stephan) die Bandaufnahme mit der Signatur „1“ mit ungarndeutschen Ausgewiesenen. Das Datum markiert gleichzeitig die Entstehung des Instituts. Vorerst nur gelegentlich unterstützt, wurde es ab Frühjahr 1952 vom Bundesministerium für Vertriebene mit Geldern versehen, jedoch erst 1964, mit der Aufnahme in den Staatshaushalt des Landes Baden-Württemberg, erhielt die nunmehr „Institut für ostdeutsche Volkskunde“ genannte Forschungseinrichtung eine solide finanzielle Basis. Nachdem sich Waltraut Werner-Künzig 1982 für die Umbenennung in „Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde“ eingesetzt hatte, trug das Institut, zu deren Leitern auch der bereits seit 1969 von Künzig geförderte Volkskundler Peter Assion (ab 1993)[3] gehörte, von 1983 bis 2013 auch den Namen seines Begründers. Seit 1. August 2013 heißt es „Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa, Freiburg (IVDE)“. [4]

1951 erließ Künzig einen vierseitigen Aufruf zum Sammeln volkskultureller Güter der Heimatvertriebenen in Form eines Fragebogens, der in zahlreichen Heimatbriefen und -zeitungen veröffentlicht wurde und auf eine gute Resonanz stieß. Die Herausgeber dieser Publikationen schickten nun ihrerseits ihre Blätter ans Institut, und, davon ausgehend, begann das systematische Sammeln periodischer Heimatbriefe, von denen heute etwa 1250 Titel mit insgesamt 13.000 Jahrgängen vorliegen.

Der Schwerpunkt der Arbeit lag vorerst auf dem Sammeln. Künzigs Anliegen war es, alle volkskundlich relevanten Fakten, die die Heimatvertriebenen im „geistigen Gepäck“ mitgebracht haben, vor dem endgültigen Vergessen durch ihre Aufzeichnung zu bewahren. So finden sich auf den mehr als 1200 von ihm aufgenommenen Tonbändern Volkslieder und -erzählungen aller Gattungsbereiche, Volksschauspiele, Mitteilungen über die Jahresbräuche und die Bräuche im Lebenszyklus, das religiöse Brauchtum, über Trachten, Volksglaube und Volksmedizin, über Siedlung, Arbeitsgänge und -geräte, Flurbezeichnungen und Mitteilungen über die Wahrnehmung erlebter Geschehnisse der neueren Geschichte aus subjektiver Sicht. Johannes Künzig hat keine systematische Sammelstrategie entwickelt; aufgenommen wurde das, was in der gegebenen Situation der Zerstreuung an Gewährsleuten zur Verfügung stand. So kamen für die Forschung wichtige Tonaufnahmen zustande, zum Beispiel der im gesamten deutschen Sprachraum einzig existierende Text-Melodie-Beleg der Ballade vom „Herrn von Braunschweig“, den er auch auf die vom Deutschen Volksliedarchiv und dem Institut für ostdeutsche Volkskunde 1961 edierten Schallplatte „Deutsche Volkslieder aus mündlicher Überlieferung“ setzen ließ. Die systematische Aufarbeitung der in jahrelanger Arbeit zusammengetragenen Tondokumente führte zu den im Werke-Verzeichnis angezeigten „Repertorien“, die die Aufnahmen entweder gattungsmäßig (Balladen, Legendenleider) oder aber nach geographischen Gesichtspunkten (nach Ortschaften) erschließen.

Die Auswertung des über Jahre hinweg gesammelten Materials stand nun zur Veröffentlichung an. Dabei war es Künzigs Anliegen, den Heimatvertriebenen ihr „geistiges Eigentum“ wieder zugänglich zu machen, sowie den Binnendeutschen die Kultur der Neubürger zu vermitteln. Im Titel an Louis Pincks „Verklingende Weisen“ angelehnt, veröffentlichte er 1958 das Ton-Bilderbuch „Ehe sie verklingen… Alte deutsche Volksweisen vom Böhmerwald bis zur Wolga“. Das Buch zu den vier Schallplatten der Kassette enthält neben den auf 24 Bildtafeln zusammengefassten Fotos die Liedtexte und Erläuterungen. Wiedergegeben sind vorrangig Lieder aus zahlreichen deutschen Siedlungsgebieten im Osten und Südosten des Kontinents, aber auch Tänze und Instrumentalstücke. „Ehe sie verklingen“ verzeichnete eine breite Resonanz, so dass zwei weitere Auflagen nötig wurden. Die Ausgabe wurde vielfach auch in der Lehre herangezogen.

Die Jahre nach „Ehe sie verklingen“ waren weiteren Veröffentlichungen gewidmet; vor allem sollten es authentische Schallplatteneditionen sein. Auch dabei stand stets Künzigs Überzeugung im Vordergrund, dass die tönende Realität durch auch noch so exakte Nachschriften nicht ersetzt werden könne, wenn Letztere auch in der wissenschaftlichen Auswertung nicht zu missen seien. Die Wiedergabe einzig dessen, was die Gewährsleute selbst mitgeteilt haben (und nicht die Publikation einer „Bearbeitung“, die durch den Filter eines aus der Intellektuellenschicht herrührenden und mit vermeintlich gehobenen ästhetischen Prerogativen ausgestatteten Tonsetzers und Berufssängers bzw. -erzählers geflossen ist), blieb somit für alle weiteren Schallplatteneditionen oberstes Prinzip. Nach der Veröffentlichung von Einzel-Schallplatten wie „Drei Märchen und eine Ballade der 'blinden Schwestern'“ (1960), „Passionslieder“, „Balladen“ und „Legendenlieder“ (1966) fasste das Forscherpaar Künzig ab 1967 die Herausgabe der Reihe „Quellen deutscher Volkskunde“ ins Auge, die neben genauen Text-Melodie-Transkriptionen ausgedehntere Kommentare enthalten sollten. Für die Ausarbeitung von Nachschriften und Kommentaren sollten qualifizierte Spezialisten aus den Bereichen der Volkslied- und Erzählforschung, der Musikethnologie oder der Phonetik sorgen. Die Veröffentlichungen, deren Titel im Werke-Verzeichnis weiter unten angeführt sind, veranschaulichen entweder a) Gattungen volkstümlichen Singens und Erzählens: Balladen, Legendenlieder, Liebeslieder, Schwänke, Volkslesestoff, wobei Gewährsleute aus möglichst zahlreichen ostdeutschen Siedlungen mit eingebracht werden; b) ostdeutsche Siedlungsgebiete, wie zum Beispiel die Gottschee in Slowenien oder die Karpaten-Ukraine; oder c) einzelne Gewährsleute, die als typische Repräsentanten des Volkslied- bzw. Erzählgutes ihrer Heimat gelten und demnach auch ein Bild derselben insgesamt übermitteln, wie zum Beispiel die Rosibäs aus Hajós, die blinden Schwestern aus Gánt, der Dobrudschadeutsche Paul Ruscheinski oder die Resi-Néni aus Almáskamarás (Letztere hatte schon einmal im Mittelpunkt einer Arbeit von Johannes Künzig gestanden, nämlich in „Urheimat und Kolonistendorf“).

Johannes Künzig übertrug 1970 die Leitung des Instituts seiner Frau, die es bis zu ihrer Pensionierung (1989) leitete. Auch im Ruhestand war er dort bis kurz vor seinen Tod täglich anwesend und beriet die Mitarbeiter in allen fachlichen Bereichen. Seine Sammeltätigkeit, deren Ergebnisse in das Tonarchiv des Instituts eingegangen sind und dessen wesentliches Archivgut darstellen, sowie auch die Gründung und Aufbau des Instituts, fanden in der Fachwelt verbreitet Anerkennung. Im Februar 1982 erlitt Künzig einen Schlaganfall, der am 10. April 1982 zu seinem Tod führte. Er wurde auf dem Bergäcker-Friedhof in Freiburg-Littenweiler beigesetzt.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1954 Ehrenmitgliedschaft der Landsmannschaft der Banater Schwaben
  • 1955 Ehrenmitgliedschaft des Arbeiterbildungsvereins Karlsruhe
  • 1962 Agnes-Miegel-Plakette
  • 1962 Korrespondierendes Mitglied der Südostdeutschen Historischen Kommission
  • 1964 Adam-Müller-Guttenbrunn-Plakette
  • 1964 Ehrenzeichen der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte
  • 1972 Ehrenbürger von Pülfringen
  • 1973 Adalbert-Stifter-Medaille
  • 1973 Goldene Ehrennadel des Verbandes der Russlanddeutschen
  • 1973 Oberrheinischer Kulturpreis
  • 1974 Goldene Ehrennadel des Bundes Heimat- und Volksleben
  • 1974 Bundesverdienstkreuz I. Klasse
  • 1974 Donauschwäbischer Kulturpreis
  • 1976 Ordentliches Mitglied der Südostdeutschen Historischen Kommission
  • 1976 Ehrenmitgliedschaft der Landsmannschaft der Gottscheer

Werke-Verzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher und größere monographische Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte des Volkslied-Interesses in Baden seit der Romantik. Diss. Heidelberg 1922, Maschinschrift 133 S.
  • Entwicklungsgeschichte und Grundformen der deutschen Volkssage. Ungedruckt, Habil. 1936 Freiburg, Maschinschrift 376 S.
  • Badische Sagen. Leipzig, Eichblatt 1923. XX, 148 S. (Eichblatts deutscher Sagenschatz, 10).
  • Deutsche Volkslieder aus dem rumänischen Banat mit Bildern und Weisen. Im Auftrage des Deutschen Volksliedarchivs hrsg. von...Bilder von Franz Ferch, [Melodiensatz von Anton Stingl]. Berlin und Leipzig, Walter de Gruyter 1935. 88 S. (Landschaftlicher Volkslieder, 28).
  • Kleine volkskundliche Beiträge aus fünf Jahrzehnten. Mit einem Nachwort von Waltraut Werner. Freiburg 1972. 448 Seiten und 2 Kartenbeilagen.
  • Lieder der badischen Soldaten. Leipzig, Eichblatt 1927. Ausgabe A: VIII, 176 S.; Ausgabe B: mit Anmerkungen, VIII, 208 S. Neuabdruck in: Künzig, Johannes: Kleine Beiträge…, S. 9–11,
  • Saderlach. Ein Alemannendorf im rumänischen Banat und seine Urheimat. Karlsruhe, Müller 1937; XVI, 354 S. + 31 Bildtafeln, Karten; ²1943, Berlin (Volksforschung, Beihefte zur Zeitschrift für Volkskunde,6); Teilabdruck: Zur Geschichte und Volkskunde der alemannischen Bauernsiedlung Saderlach im rumänischen Banat. In: Künzig, Johannes: Kleine Beiträge…, S. 82–150.
  • Schwarzwaldsagen. Jena, Diederichs 1930; 21965; 31976. XI, 383 S.
  • Unser Ätti erzählt. Märchen und Schwänke aus den Oberrheinlanden. München, Wewel 1943; 21944, 96 S.
  • Retzlaff, Hans und Künzig, Johannes: Deutsche Bauern im Banat. 80 Aufnahmen, Text von Johannes Künzig. Berlin, Grenze und Ausland 1939. 98 S.
  • Lobser Liederhandschrift 1816. Sammlung von 47 weltlichen Landliedern. Zusammengetragen von Karl Kraus Schullehrer im Dorfe Lobs, Herrschaft Falkenau. Hrsg. von Johannes Künzig. Köln, Gerig 1975. (Musikalische Volkskunde, Materialien und Analysen, 3).
  • Die alemannisch-schwäbische Fasnet. Freiburg, Badische Landesstelle für Volkskunde, 1950.; 21980, Freiburg, Rombach, 80 S., ill.

Bibliographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verzeichnis der von John Meier 1886-1934 veröffentlichten Schriften. In: Volkskundliche Gaben. John Meier zum siebzigsten Geburtstag dargebracht. Berlin, Walter de gruyter 1934, S. 307–314.
  • Volkslied, Reim- und Spielgut der Kinder, Brauchtumsspiele, Volkstanz und Volksmusik im schlesischen Stammesbereich. Eine kritische und referierende Bibliographie. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen 2.1956, S. 199–263. Neuabdruck in: Künzig, Johannes: Kleine Beiträge…, S. 245–309.
  • Bibliographie der Iglauer Volkskunde. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen 3.1957, S. 306–319. Neuabdruck in: Künzig, Johannes: Kleine Beiträge…, S. 333–346.
  • Bibliographie der Schönhengster Volkskunde. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen 4.1958 S. 243–267. Neuabdruck in: Künzig, Johannes: Kleine Beiträge…, S. 381–406.

Repertorien / Systematische Kataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Künzig; Waltraut Werner: Volksballaden und Erzähllieder – ein Repertorium unserer Tonaufnahmen. Hrsg. in Zusammenarbeit mit Gottfried Habenicht. Freiburg 1975, 288 S.
  • Johannes Künzig; Waltraut Werner: Legendenlieder – ein Repertorium unserer Tonaufnahmen. Hrsg. in Zusammenarbeit mit Gottfried Habenicht. Freiburg 1977, 172 S.
  • Johannes Künzig, Waltraut Werner-Künzig: Almáskamarás / Ungarisches Banat. Ein Repertorium unserer Tonaufnahmen, bearbeitet von Gottfried Habenicht. Freiburg 1983.
  • Johannes Künzig, Waltraut Werner-Künzig: Gánt / Ungarisches Schildgebirge. Ein Repertorium unserer Tonaufnahmen, bearbeitet von Gottfried Habenicht. Freiburg 1983.
  • Johannes Künzig, Waltraut Werner-Künzig: Kisfalud / Jugoslawische Baranya. Ein Repertorium unserer Tonaufnahmen, bearbeitet von Gottfried Habenicht. Freiburg 1983.
  • Johannes Künzig, Waltraut Werner-Künzig: Kula / Bezirk Poscheg, Slawonien. Ein Repertorium unserer Tonaufnahmen, bearbeitet von Gottfried Habenicht. Freiburg 1983.

Schallplatten-Editionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kassetten mit Begleitbüchern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehe sie verklingen… Alte deutsche Volksweisen vom Böhmerwald bis zur Wolga. Mit 4 Schallplatten und 24 Bildtafeln. Freiburg 1958; 21960; 31977, 80 S.
  • Gottscheer Volkslieder aus mündlicher Überlieferung. Drei Langspielplatten mit Textheft. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg 1967. (Quellen deutscher Volkskunde, 1).
  • Ungarndeutsche Märchenerzähler I: Die Rosibäs aus Hajós. Drei Langspielplatten mit Textheft. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg 1967. (Quellen deutscher Volkskunde, 2).
  • Ungarndeutsche Märchenerzähler II: Die „Blinden Madel“ aus Gant. Drei Langspielplatten mit Text- und Kommentarbuch. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Kommentare: Dietz-Rüdiger Moser. Freiburg 1971. (Quellen deutscher Volkskunde, 3).
  • Balladen aus ostdeutscher Überlieferung. Drei Langspielplatten mit Text- und Kommentarbuch.. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Transkriptionen und Kommentare: Hartmut Braun und Dietz-Rüdiger Moser. Freiburg 1969. (Quellen deutscher Volkskunde, 4).
  • Legendenlieder aus mündlicher Überlieferung. Drei Langspielplatten mit Text- und Kommentarbuch. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Transkriptionen und Kommentare: Hartmut Braun und Dietz-Rüdiger Moser. Freiburg 1971. (Quellen deutscher Volkskunde, 5).
  • Schwänke aus mündlicher Überlieferung. Drei Langspielplatten mit Text- und Kommentarbuch. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Kommentare: Hannjost Lixfeld. Freiburg 1973. (Quellen deutscher Volkskunde, 8).
  • Aus dem Liedgut des dobrudschadeutschen ‚Singers' Paul Ruscheinski. Drei Langspielplatten in Kassette mit Text- und Kommentarbuch. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Melodie-Transkriptionen und Kommentare: Gottfried Habenicht. Freiburg 1977. (Quellen deutsche Volkskunde, 6).
  • Volkslieder aus Deutsch-Mokra, einer Waldarbeitersiedlung in der Karpaten-Ukraine. Vier Langspielplatten mit Text- und Kommentarbuch. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner-Künzig in Zusammenarbeit mit Gottfried Habenicht. Freiburg 1978. (Quellen deutsche Volkskunde, 9).
  • Liebeslieder vom Böhmerwald bis zur Wolga. . Drei Langspielplatten in Kassette mit Text- und Kommentarbuch. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner-Künzig. Kommentare: Rolf Wilhelm Brednich und Gottfried Habenicht. Freiburg 1979. (Quellen deutsche Volkskunde, 10).
  • Lied- und Erzählgut der Resi Klemm aus Almáskamarás im ungarischen Banat. Vier Langspielplatten in Kassette mit Text- und Kommentarbuch. Gesammelt und herausgegeben von Johannes Künzig und Waltraut Werner-Künzig. Lied-Transkriptionen und Kommentare: Gottfried Habenicht; Kommentare zu den Erzählungen: Michael Belgrader. Freiburg 1980. (Quellen deutsche Volkskunde, 11).
  • Graf und Nonne. 18 Beispiele einer Ballade aus mündlicher Überlieferung. Freiburg [1988]. 16 S. Texte, Melodietranskriptionen, Kommentare von Gottfried Habenicht. (Quellen deutsche Volkskunde, 12).
  • Volkslesestoff in mündlicher Überlieferung. Vier Langspielplatten in Kassette mit Text- und Kommentarbuch. Authentische Tonaufnahmen 1959-1966 von Johannes Künzig und Waltraut Werner-Künzig. Kommentar: Leander Petzoldt. Freiburg 1978. (Quellen deutscher Volkskunde, 7).

Einzelschallplatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Passionslieder aus mündlicher Überlieferung. Authentische Aufnahmen 1952—1963 von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv 1966. (Schallplatte 6).
  • Von Weihnachten bis Dreikönig. Spiele und Ansingelieder, 1-2. Authentische Tonaufnahmen 1953–1969 von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv, (Schallplatten 25–27).
  • Von Weihnachten bis Neujahr. Spiele und Ansingelieder, 3. Authentische Tonaufnahmen von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv, (Schallplatte 27).
  • Drei Märchen und eine Ballade der „blinden Schwestern“ aus Gant, Ungarisches Schildgebirge. Authentische Tonaufnahmen von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv 1960.(Schallplatte 5).
  • Legendenlieder aus mündlicher Überlieferung. Authentische Tonaufnahmen von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv 1966.(Schallplatte 7).
  • Balladen aus mündlicher Überlieferung. Authentische Tonaufnahmen von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv 1966. (Schallplatte 8).
  • Erlebnissagen aus dem slawoniendeutschen Dorf Sarwasch. . Authentische Tonaufnahmen von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv 1973. (Schallplatte 32).
  • Aus dem geistlichen Liedgut des Dobrudschadeutschen Paul Ruscheinski. Authentische Tonaufnahmen von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv 1976. (Schallplatte 48).
  • Christmetten-, Weihnachtslieder und Umgangsspiele aus Sarwasch in Slawonien. Authentische Tonaufnahmen von Johannes Künzig und Waltraut Werner. Freiburg, Volkskunde-Tonarchiv 1973. (Schallplatte 31).

Filmdokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme vor dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Osterfeuertragen in St. Peter. 1937
  • Die Reutbergwirtschaft im Schwarzwald. 1937.
  • Der Pfingstkönig in Varnhalt (Mittelbaden). 1937.
  • Das Ansiedlerjubiläum der alemannischen Gemeinde Saderlach im rumänischen Banat. 1937.
  • Das Grünkernmachen in Pülfringen (badisches Bauland). 1938.

Filme ab 1956, zusammen mit Waltraut Werner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Hochzeit der Tochter eines Neusiedlers im Hanauerland, nach Banater Tradition gefeiert. (Kamera: Fritz Aly und Arnold Fanck). 1956.
  • Ostbauern auf neuen Höfen. (Kamera: Fritz Aly). 1957.
  • Fronleichnamsprozession in dem Trachtendorf St. Peter/ Schwarzwald. (Kamera: Fritz Aly). 1958.
  • Englische Moriskentänzer. Aufgenommen bei deren Besuch im Kaiserstuhl. (Kamera: Fritz Aly). 1960.
  • Palmenweihe in Waldkirch. (Kamera: Fritz Aly). 1960.
  • Das „Scheibenschlagen“ in Buchenbach. (Kamera: Fritz Aly). 1962.
  • Der „Hissgier“ in Vögisheim - ein Markgräfler Mittfastenbrauch. (Kamera: Fritz Aly). 1962.
  • „Hissgier“ und „Uffertbrut“ in Zunzingen. (Kamera: Hans Witte). 1962.
  • Sternsingen in Zunsweier bei Offenburg. (Kamera: Fritz Aly). 1963.
  • „Hissgier“ und „Uffertbrut“ in Seefelden. (Kamera: Hans Witte). 1965.
  • „Die Herstellung eines Beerenpalmen“ in Peterstal/ Renchtal. (Kamera: Hans Witte). 1965.
  • Herstellung eines „Prachtpalmen“ in Ebnet bei Freiburg. (Kamera: Hans Witte). 1965.
  • Das „Ostereierkratzen“ in der Zips. (Kamera: Hans Witte). 1965.
  • Ein Ungarndeutscher erzählt das Märchen vom Fürchtenicht „Grünhösler“. (Schwarz-Weiß-Tonfilm 16 mm; Kamera: Hans Witte). 1965.
  • Der Umgang der Bigg-Esel am Nikolausabend in Unterentersbach. (Kamera: Hans Witte). 1965.
  • Das Blumenteppich-Legen der Budaörser am Fronleichnamstag in Oftersheim bei Schwetzingen. (Kamera: Hans Witte). 1966.
  • Das „Todaustragen“ in Boxtal und Rauenberg (Odenwald). (Kamera: Hans Witte). 1967.
  • Umgang der Rätschenbuben in Vöhrenbach (Schwarzwald). (Kamera: Hans Witte). 1967.

Filme von Johannes Künzig und Waltraut Werner in Zusammenarbeit mit dem Institut für den Wissenschaftlichen Film in Göttingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Überlinger Schwerttanz. (Farb-Tonfilm). 1962.
  • Die Fasnet der Elzacher Schuddig. (Farb-Tonfilm). 1963.
  • Das Pfingstbubenspiel in Fußbach/ Kinzigtal. (Schwarz-Weiß- Tonfilm). 1964.
  • Grünkern-Ernte im badischen Frankenland. (Farbfilm). 1964.
  • Das Karwochen-Ratschen in Ebnet bei Freiburg. (Schwarz-Weiß-Tonfilm). 1965
  • Die Herstellung einer „Ratsche“ in Ebnet bei Freiburg. (Schwarz-Weiß-Film). Begleitheft: Gottfried Habenicht. 1965.
  • Trachten-Goldstickerei in Breitnau/ Schwarzwald. (Farbfilm). 1965.
  • Der Gangolfritt in Neudenau. (Farb-Tonfilm). 1967.
  • Das Egerländer Spitzenklöppeln. (Schwarz-Weiß-Film) 1967.

Literatur zu Johannes Künzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biographisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waltraut Werner-Künzig: Johannes Künzig zum 80. Geburtstag. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde 20.1977, S. 325–345. [Auch als Separatum: Freiburg 1977, 24 S.]
  • Waltraut Werner-[Künzig]: Bibliographie der volkskundlichen Veröffentlichungen von Johannes Künzig 1922-1967. Freiburg 1967, 36 S. [Nachwort: Künzig-Biographie].
  • Waltraut Werner-Künzig: Johannes Künzig und sein Werk. Reflexionen - Rezensionen. In: Drobek, Felicitas (Hrsg.): Polen in Deutschland - Deutsche in Polen. Referate der Tagung des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde vom 12./13. Juni 1997. Freiburg, Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde 1999, S. 19–42, poln. Res.
  • Hans Trümpy: Laudatio bei Überreichung des Oberrheinischen Kulturpreises der Goethe-Stiftung Basel, am 13. Dezember 1973, S. 7–12.
  • Peter Assion: Johannes Künzig. In: Badische Biographien, Neue Folge, Bd. 2, hrsg. Von Bernd Ottnad. Stuttgart 1987, S. 174–177.
  • Gottfried Habenicht: Johannes Künzig und das Banat. Ms. 2007.

Biographische Daten in allen Beiträgen über das Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Künzig: Zentralstelle für Volkskunde der Heimatvertriebenen. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen 1.1955, S. 203–208.
  • Johannes Künzig: Aus der Arbeit der Zentralstelle für Volkskunde der Heimatvertriebenen. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen 3.1957, S. 255–259.
  • Johannes Künzig: Aus dem Frühstadium des Instituts für ostdeutsche Volkskunde. Aus Arbeitsberichten 1953-1956. In: Künzig, Johannes: Kleine volkskundliche Beiträge aus fünf Jahrzehnten. Mit einem Nachwort von Waltraut Werner. Freiburg 1972, S.440–443. Neuabdruck in: Künzig, Johannes: Kleine Beiträge…, S. 245–319.
  • Johannes Künzig: Institut für ostdeutsche Volkskunde. In: Jahrbuch für Volkskunde der Heimatvertriebenen 5.1959-60, S. 273–275.
  • Waltraut Werner-Künzig: Das Institut zur volkskundlichen Erforschung der Deutschen aus Ost- und Südosteuropa. Begründet von Johannes Künzig. In: Der Fachberater für Vertriebene, Flüchtlinge, Kriegsgeschädigte. Bad Godesberg 26.1973 Nr. 2, S. 89–100.
  • Waltraut Werner-Künzig: Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde 29.1986, S. 381–389.
  • Gottfried Habenicht: Das Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde. Rückblick – Bestandsaufnahme – Ausblick. In: Drobek, Felicitas (Hrsg.): Polen in Deutschland - Deutsche in Polen. Referate der Tagung des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde vom 12./13. Juni 1997. Freiburg, Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde 1999, S. 43–57, poln. Res.
  • Gottfried Habenicht: Das Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde. In: Anton Schwob, und Horst Fassel (Hrsg.): Deutsche Sprache und Literatur in Südosteuropa – Archivierung und Dokumentation. Beiträge der Tübinger Fachtagung vom 25.–27. Juni 1992. München 1996, S. 245–256.
  • Gottfried Habenicht: Arbeit und Aufgaben des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde. In: Volksfrömmigkeit bei den Donauschwaben. Studientagung in Stuttgart-Hohenheim am 31. Oktober-1. November 1987, S. 29–39.
  • Gottfried Habenicht: Das Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde. Zu seinem vierzigjährigen Bestehen. In: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde 35.1993, S. 409–423.
  • Gottfried Habenicht: Zur Archivierung volkskultureller Güter im Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde. Referat auf der EFCO Conference Strasbourg, 20.–22. Februar 1998. (Ms.).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 349, mit Bezug auf Silke Seemann: Die politischen Säuberungen des Lehrkörpers der Freiburger Universität nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs (1945–1957), Freiburg 2002.
  2. Zitat bei Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Fischer Taschenbuch 2005, S. 349.
  3. Christa Hagenmeyer: Nachruf auf Peter Assion. 5. 8. 1941 – 1. 4. 1994. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 13, 1995, S. 525–530; hier: S. 526 f.
  4. Bekanntmachung des Innenministeriums über die Umbenennung des Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde in Freiburg im Breisgau vom 3. Juli 2013, Gemeinsames Amtsblatt des Landes Baden-Württemberg 2013 Seite 342.