Johanneskirche (Kahren)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johanneskirche Kahren

Die Johanneskirche ist eine evangelische Pfarrkirche in Kahren. Sie ist Johannes dem Täufer geweiht und findet ihre älteste Erwähnung in der Meißner Bistumsmatrikel von 1346 als zum Erzpriesterstuhl Cottbus gehörige Pfarrkirche.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einschiffige Saalkirche ist ein spätgotischer Bau aus grobgefügtem Feld- und Raseneisenstein aus der Zeit um 1500. Der innen auf eingezogenen Spitzbögen ruhende Kirchturm ist möglicherweise älter. In spätgotischer Zeit wurde er quadratisch hochgeführt und durch Zinnenkranz und Steinhelm abgeschlossen.

Im Jahr 1706 wurde die Dorfkirche um einen polygonalen Ostschluss erweitert. Im 19. Jahrhundert folgten symmetrische Anbauten aus Fachwerk bzw. Backstein an der Nord- und Südseite.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Bomben- und Splitterwirkung beschädigt. Eine Sanierung des Kirchengebäudes war während der DDR-Zeit nicht möglich, da der Ort Kahren dem Braunkohlebergbau geopfert werden sollte. Erst seit 1990 kann sich die Gemeinde um die Erhaltung ihrer Kirche kümmern. Ab 2010 soll die Johanneskirche innen saniert werden.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Innenraum hat eine Flachdecke und eine Empore.

Der hölzerne Altaraufsatz aus dem 16. Jahrhundert zeigt Darstellungen von der Opferung Isaaks, dem Abendmahl und der Anbetung der Hirten. Das Altarkruzifix wurde 1791 gefertigt. Die Restaurierungsarbeiten am Altar begannen Anfang der 1990er Jahre.

Die Kanzel von 1706 ist ein Schnitzwerk, vermutlich von dem Muskauer Meister Dreißigmark. Die Kanzeldekorbfelder zeigen den Salvator, die vier Evangelisten und die Stifterwappen.

An die Weihe der Kirche erinnert die aus dem 15. Jahrhundert stammende Johannesschüssel mit dem Kopf.

Des Weiteren ist die Kirche mit einem schwebenden Taufengel aus dem 18. Jahrhundert ausgestattet. Dazu gehört eine Taufschüssel von 1704 mit dem Allianzwappen von Pannwitz/von Lüderitz.

Pfarrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Richter (* 1584, † 1647), erster evangelischer Pfarrer, dessen ganzfiguriger Reliefgrabstein erhalten ist
  • Johann Gottlieb Fabricius, Pfarrer 1702–1708
  • Friedrich Lüderwald (* 1681, † 1739), Pfarrer 1708

Förderkreis der Johanneskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai des Jahres 2005 gründete sich der „Förderkreis der Johanneskirche zu Kahren“. Die Gründung erfolgte auf Initiative des Vorsitzenden Herrn Sieghard von Pannwitz. Als Ziel der Arbeit des Förderkreises beschreibt die Satzung die Förderung der Erhaltung und Restaurierung der kunsthistorisch bedeutsamen Innenausstattung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio et al.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Die Bezirke Cottbus und Frankfurt/Oder. Akademie-Verlag Berlin, 1987, S. 185. ISBN 3-05-000363-4
  • Kirchen in und um Cottbus. Evangelischer Kirchenkreis Cottbus, 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Johanniskirche (Cottbus-Kahren) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 43′ 12,8″ N, 14° 24′ 53,9″ O