Jorge Sampaio

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Jorge Fernando Branco de Sampaio

Jorge Fernando Branco de Sampaio [ˈʒɔɾʒɨ fɨɾˈnɐ̃ðu ˈbɾɐ̃ku dɨ sɐ̃ˈpaju] Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i (* 18. September 1939 in Lissabon) ist ein portugiesischer Politiker und war von 1996 bis 2006 portugiesischer Präsident. Er war von April 2007 bis März 2013 Generalsekretär der Allianz der Zivilisationen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jorge Sampaio studierte Rechtswissenschaften an der Universität Lissabon. In seiner Studentenzeit trat er im Widerstand gegen die Salazar-Diktatur auf. Er war Mitglied in mehreren oppositionellen akademischen Zirkeln und trat auf Listen der MDP/CDE (Kommunisten) zur Parlamentswahlen an.

Als Anwalt verteidigte er während der Diktatur politische Gefangene. Vier Jahre nach der Nelkenrevolution schloss er sich 1978 der Sozialistischen Partei an und wurde 1989 Bürgermeister von Lissabon. Dieses Amt leitete er sehr erfolgreich. Er traf die für die Weltausstellung 1998 notwendigen Entscheidungen zur Sanierung bestimmter Stadtteile Lissabons und den Bau der neuen Tejo-Brücke, die sein Nachfolger realisierte. 1996 wurde er mit deutlicher Mehrheit als Nachfolger seines Parteifreundes Mário Soares zum Staatspräsidenten von Portugal gewählt. Dabei bekannte er, kein gläubiger Katholik zu sein, was seiner Popularität nicht schadete. Der außerordentlich populäre Sampaio redete während seiner Amtszeit als Präsident dem sozialistischen Regierungschef António Guterres öffentlich ins Gewissen. Dem Kriegskurs des konservativen Ministerpräsidenten José Manuel Barroso, der zusammen mit dem US-Präsidenten George W. Bush, dem britischen Ministerpräsidenten Tony Blair und dem spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar demonstrativ ein Treffen auf den Azoren unmittelbar vor Beginn des Dritten Golfkriegs abhielt, widersetzte sich Sampaio öffentlich und verurteilte den Angriff auf den Irak als illegal. Nachdem er infolge von Barrosos Wechsel in das Amt des EU-Kommissionspräsidenten Pedro Santana Lopes zu seinem Nachfolger ernannt hatte, ohne die in Portugal üblichen Neuwahlen vorzuziehen, setzte er Lopes bereits Ende des Jahres wegen „Unfähigkeit“ ab und setzte Neuwahlen an, aus denen der Sozialist José Sócrates als Sieger hervorging.

Sampaio ist mit Maria José Ritta verheiratet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jorge Sampaio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Mário SoaresPräsident von Portugal
1996–2006
Aníbal Cavaco Silva