Josef Mayr-Nusser

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Gedenktafel für Josef Mayr-Nusser im Haus Lichtenstern 1–7 auf dem Ritten
Gedenktafel am Haus Lichtenstern 1–7 auf dem Ritten

Josef Mayr-Nusser[1] (* 27. Dezember 1910 in Bozen; † 24. Februar 1945 bei Erlangen) war ein katholischer Laie, der nach seiner Weigerung, den sogenannten Führereid abzuleisten, dem Nationalsozialismus zum Opfer fiel. Er gilt als Südtiroler Leitfigur des Widerstands gegen die NS-Unrechtsherrschaft und ist Ehrenbürger seiner Geburtsstadt. Am 18. März 2017 wurde er als Märtyrer seliggesprochen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Mayr wurde 1910 auf dem Nusserhof am Stadtrand von Bozen geboren. In einem frommen Umfeld aufgewachsen, schloss sich Mayr-Nusser den katholischen Jungmännern des (Erzbistums Trient) an und wurde bald zu ihrem Vorsitzenden gewählt. In jener Zeit begann auch die enge Beziehung zu Josef Ferrari.

Nach dem Optionsabkommen entschied sich Mayr-Nusser am 27. Dezember 1939, seinem 29. Geburtstag, für das Bleiben und schloss sich dem Andreas-Hofer-Bund, einem Südtiroler Widerstandskreis, an.[2]

Am 26. Mai 1942 heiratete er Hildegard Straub (1907–1998). Der gemeinsame Sohn Albert Mayr wurde 1943 geboren und ist als Komponist in Florenz und Bozen tätig.[3]

Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht und der Errichtung der Operationszone Alpenvorland wurde Mayr-Nusser 1944 zum deutschen Militär eingezogen (die Deutschland-Optanten waren schon vorher zu Wehrdienstleistung und Kriegseinsatz verpflichtet worden). Er wurde dabei der Waffen-SS zugeteilt. Nachdem er am 4. Oktober 1944 in Konitz den Führereid verweigert hatte, wurde er zum Tode verurteilt. Auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau starb Mayr-Nusser am 24. Februar 1945 bei Erlangen in einem Viehwaggon an den Folgen der Haft. Er ist in Lichtenstern am Ritten begraben.

Seligsprechung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 eröffnete die Diözese Bozen-Brixen den Seligsprechungsprozess. Als Postulator wurde Josef Innerhofer eingesetzt. Papst Franziskus bestätigte das Martyrium Josef Mayr-Nussers am 8. Juli 2016.[4] Am 18. März 2017 fand im Dom zu Bozen die Seligsprechung statt. Sein Gedenktag ist der 3. Oktober, der Vortag seiner Eidesverweigerung.[5]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bozen, Meran, Ritten, Truden, Innsbruck und Erlangen sind Straßen nach Mayr-Nusser benannt. Die Mittelschule von Vintl im Pustertal und die Fachakademie der Caritas in Baiersdorf tragen seinen Namen. 2010 wurde er vom Bozner Gemeinderat gemeinsam mit Franz Thaler postum zum Ehrenbürger ernannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eigentlich Josef Mayr, bei Nusser handelt es sich um einen Hofnamen.
  2. Hannes Obermair: Josef Mayr-Nusser (1910–1945), die Option des Widerstands. In: Stadtarchiv Bozen (Hrsg.): Das Exponat des Monats im Stadtarchiv Bozen. Nr. 63, März 2017 (online [PDF; abgerufen am 3. März 2017]).
  3. Österreichisches Musiklexikon online: Albert Mayr
  4. Promulgazione dei Decreti della Congregazione delle Cause dei Santi. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, abgerufen am 8. Juli 2016 (italienisch).
  5. Josef Mayr–Nusser: Bald ein Seliger unserer Kirche. In: bz-bx.net. Abgerufen am 9. März 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Josef Mayr-Nusser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien