Ritten

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Blick von Süden auf das Hochplateau des Ritten, im Hintergrund das Rittner Horn
Rittner Erdpyramiden

Der Ritten (italienisch Renon) ist ein Bergrücken im Südosten der Sarntaler Alpen in Südtirol. Begrenzt wird er im Westen vom Sarntal, im Osten vom Eisacktal und im Süden vom Bozner Talkessel. Im Norden wird er vom Rittner Horn (2260 m) überragt. Die etwa 900 bis 1300 m hoch gelegenen Siedlungen auf dem Bergrücken gehören zur gleichnamigen Gemeinde Ritten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ritten gehört zusammen mit dem Tschögglberg und dem Regglberg zu den größtenteils aus der Etschtaler Vulkanit-Gruppe (Bozner Quarzporphyr) aufgebauten Höhenzügen in der Gegend um Bozen. Das heutige Relief des Ritten wurde wesentlich durch eiszeitliche Gletschertätigkeit geprägt, die zahlreiche glaziale Wannen und erratische Blöcke zurückließ. Bekannt ist der Bergrücken für seine Erdpyramiden (etwa am Rivelaunbach), durch Erosion entstandene schlanke Erdpfeiler mit einem Deckstein.[1]

Der Ritten ist aufgrund seiner geologischen Gegebenheiten relativ wasserarm. Dennoch gibt es eine Reihe von Weihern (darunter der Wolfsgrubner See) und Mooren. Der Ritten zeichnet sich durch eine vielfältige Vegetation aus. In tieferen Bereichen des Südhangs ober Bozen dominieren submediterrane Laubmischwälder, die durch wärmeliebende Hopfenbuchen und Flaumeichen charakterisiert werden. In Höhenlagen zwischen 800 und 1000 m schließen Kiefernwälder an, darüber folgen Fichten- und Zirbenwälder. Die höchstgelegenen Gegenden des Bergrückens nahe der Waldgrenze sind mit Zwergstrauchgesellschaften bewachsen.[1]

Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Dörfer auf dem etwa 900 bis 1300 m hohen plateauartigen Bereich des Ritten sind Klobenstein, Lengstein, Oberbozen, Oberinn, Unterinn und Wangen, die allesamt zur Gemeinde Ritten gehören. Weiters sind zahlreiche kleinere Weiler und Gehöfte über den Bergrücken verstreut. Deutlich tiefer, in den Steilhängen knapp über dem Bozner Talkessel, liegen die bereits zum Gebiet der Stadtgemeinde zählenden Siedlungskerne von St. Magdalena und St. Justina.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Dörrenhaus, Hans Becker: Der Ritten und seine Erdpyramiden. Vergleichende Betrachtung der Entstehung von Erdpyramiden in verschiedenen Klimagebieten der Erde. (Kölner geographische Arbeiten 17). Wiesbaden 1966.
  • Bruno Mahlknecht: Ritten. Berühmtes Mittelgebirge im Anblick der Dolomiten. Athesia, Bozen 1998, 5. Auflage

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Peter Ortner, Christoph Mayr: Südtiroler Naturführer. Athesia, Bozen 1977, S. 87–100

Koordinaten: 46° 32′ 24″ N, 11° 26′ 2,4″ O