Ritten

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Dieser Artikel erläutert die Gegend Südtirols, zur Rotte in Gries am Brenner, Nordtirol, siehe Ritten (Gemeinde Gries).
Ritten
(ital.: Renon)
Wappen von Ritten
Ritten in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen (Südtirol)
Bezirksgemeinschaft: Salten-Schlern
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2015)
7.643/7.795
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
95,20 % deutsch
4,55 % italienisch
0,25 % ladinisch
Koordinaten 46° 32′ N, 11° 28′ OKoordinaten: 46° 32′ N, 11° 28′ O
Meereshöhe: 296–2,17 m s.l.m. (Zentrum: 1154 m s.l.m.)
Fläche: 111 km²
Dauersiedlungsraum:  km²
Fraktionen: Klobenstein, Unterinn, Oberbozen, Wolfsgruben, Oberinn, Mittelberg, Wangen, Lengstein, Lengmoos, Signat, Atzwang, Sill, Gissmann
Nachbargemeinden: Barbian, Bozen, Kastelruth, Karneid, Völs am Schlern, Jenesien, Sarntal, Villanders
Partnerschaft mit: Kirchheimbolanden (Rheinland-Pfalz)
Postleitzahl: 39054
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021072
Steuernummer: 80008790216
Bürgermeister (2015): Paul Lintner (SVP)

Der Ritten (italienisch Renon) ist ein weiträumiges, 1000–1200 m hoch gelegenes Plateau nördlich von Bozen in Südtirol (Italien), das vom Eisack im Osten und der durch das Sarntal fließenden Talfer im Westen begrenzt wird.

Der Ritten ist gleichzeitig Namensgeber der nach ihm benannten Gemeinde Ritten mit 7795 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015), die sich über 111 km² des Plateaus erstreckt und aus insgesamt 17 Ortschaften (12 Fraktionen und fünf Weiler) besteht.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ritten ist ein Teil der Bozner Quarzporphyrplatte bzw. Etschtaler Vulkanit-Gruppe. Er wird von dem weiter nördlich gelegenen Rittner Horn (2260 m) überragt. Die Rittner Erdpyramiden sind ein bekanntes Naturdenkmal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ritten ist erstmals 871–875 als Mons Ritanus urkundlich erwähnt und erscheint im Jahr 1027 als Ausstellungsort Mons Rittena einer kaiserlichen Verfügung des Saliers Konrad II.[1] Bereits um 1200 wurde – dank der Lage am alten Kaiserweg – in der Ortschaft Lengmoos ein Hospiz gegründet und dem Deutschen Orden übergeben. Als Gerichtssitz diente lange die Burg Stein am Ritten. Im 17. Jahrhundert wurde der Ritten von wohlhabenden Bozner Bürgern für die Sommerfrische entdeckt, da es auf der dortigen Hochfläche wesentlich kühler als in der sommers besonders heißen Landeshauptstadt ist. Zahlreiche Patrizierhäuser wurden vor allem in Maria Himmelfahrt, dem südwestlichen Ausläufer von Oberbozen, errichtet.

1907 wurde der Ritten durch die Rittner Bahn von Bozen aus erschlossen. In den 1960er-Jahren setzte der wirtschaftliche Aufschwung eine erhebliche Bautätigkeit in Gang, alle Ortschaften der Gemeinde Ritten wurden durch ein Straßennetz untereinander und mit Bozen verbunden. In Nachfolge der früheren Rittner Seilbahn verbindet seit 2009 eine neue Kabinen-Umlaufbahn Bozen mit Oberbozen.

Hofer-Hof in Mittelberg

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiters gibt es auf dem Ritten das Haus der Familie. In der dazugehörigen Kirche von Lichtenstern sind die Überreste Josef Mayr-Nussers begraben. Das Schloss Runkelstein befindet sich auf Rittner Gebiet, am Fuße des Ritten und Ausgang des Sarntals. In der Kommende Lengmoos finden jedes Jahr die Rittner Sommerspiele und verschiedene Konzerte und Ausstellungen statt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[2]

  • Anton Plattner: 1952–1960
  • Johann Pichler: 1960–1974
  • Bruno Hosp: 1974–1984
  • Ferdinand Rottensteiner: 1984–2010
  • Paul Lintner: 2010–

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ritten ist landwirtschaftlich geprägt. Landwirtschaft, Tourismus und das Handwerk bilden die Haupteinnahmequellen der Gemeinde. Ein Teil der Bevölkerung pendelt in das nahegelegene Bozen zur Arbeit aus.

Die größten Betriebe auf dem Ritten sind Loacker und Finstral.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mittelschule im Rittner Hauptort Klobenstein ist nach Hans von Hoffensthal benannt. Die nächstgelegenen weiterführenden Schulen befinden sich in Bozen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Dörrenhaus, Hans Becker: Der Ritten und seine Erdpyramiden. Vergleichende Betrachtung der Entstehung von Erdpyramiden in verschiedenen Klimagebieten der Erde. (Kölner geographische Arbeiten 17). Wiesbaden 1966.
  • Ferdinand Rottensteiner: Das Gericht zum Stein auf dem Ritten im Mittelalter, Innsbruck 1969.
  • Beatrix Unterhofer: Hans von Hoffensthal – ein Leben in der Sommerfrische. Raetia, Bozen 1996, ISBN 88-7283-087-7.
  • Sabine Waibl: Bozner Villen und Rittner Landhäuser zwischen Historismus und Moderne. Diplomarbeit. Universität Innsbruck 1997.
  • Bruno Mahlknecht: Ritten. Berühmtes Mittelgebirge im Anblick der Dolomiten. Athesia, Bozen 1998, 5. Auflage
  • Inga Hosp: Ritten. Land und Leute am Berg. Tappeiner, Bozen 2005, ISBN 978-88-7073-362-4.
  • Der Ritten und seine Bahn. Athesia, Bozen 2007, ISBN 978-88-6011-079-4.
  • Leo Andergassen: Kirchen am Ritten. Ein Kunstführer. Tappeiner, Bozen 2008, ISBN 978-88-7073-460-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Bitterauf: Die Traditionen des Hochstifts Freising. München 1905/09, Nr. 912; Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch. Abt. II, Bd. 1. Innsbruck 2009. ISBN 978-3-7030-0469-8. S. 170 Nr. 198.
  2. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ritten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien