Justine del Corte

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Justine del Corte, 2012

Justine del Corte, auch Justina del Corte (* 1966 in Culiacán, Sinaloa, Mexiko) ist eine deutsche Schauspielerin, Theater- und Drehbuchautorin mexikanischer Herkunft.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justine del Corte ist die Tochter eines Mexikaners und einer Deutschen sowie Enkelin eines aus Spanien exilierten sephardischen Rabbiners, der sich als Zeitungsherausgeber profilierte, und einer indigenen Großmutter. Seit ihrem zehnten Lebensjahr lebt sie in Berlin und besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Schauspielausbildung absolvierte del Corte an der Universität der Künste Berlin sowie in New York, zudem studierte sie Filmproduktion und Regie in Hamburg.

Mit 19 wurde sie Mitglied der mexikanischen Theatertruppe Compania Divas, durch die sie anlässlich eines Gastspiels nach Wien kam. Im Folgenden blieb sie dort eine Weile und wirkte in diversen Projekten von Filmstudenten mit.

Ihren ersten Kinofilm, Dr. M, drehte del Corte 1989 mit der Regielegende Claude Chabrol (1930–2010). Daneben war sie in diversen TV-Produktionen zu sehen, z. B. in den Krimi-Reihen Die Kommissarin und Wolffs Revier. Zudem verkörperte sie in bekannten Serienproduktionen wie Das Traumschiff, Marienhof, In aller Freundschaft und Die Stein verschiedene Episodenrollen. 1996 verfasste sie außerdem das Drehbuch zu der 35-minütigen Dokumentation Teotihuacán über die gleichnamige Ruinenstätte.

Ihrem Bühnendebüt als Stella in Goethes gleichnamigem Stück, welches im Jahre 1992 unter der Regie von Edith Clever bei den Salzburger Festspielen inszeniert wurde, folgten zahlreiche Theaterproduktionen, etwa am Staatstheater Stuttgart oder am Theater Bremen. Zudem war sie Ensemblemitglied der Hamburger Kammerspiele und der Schaubühne Berlin.

Darüber hinaus schreibt Corte seit 2004 eigene Stücke für die Bühne. Zunächst arbeitete sie mit Roland Schimmelpfennig zusammen, der im Auftrag des Nationaltheaters Santiago de Chile eine Aufführung über das Leben des chilenischen Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda (1904–1973) zu dessen 100. Geburtstag inszenierte. Das daraus entstandene Stück Canto minor debütierte am 12. Mai 2004 unter der Regie von Raúl Osorio am Chilenischen Nationaltheater und wurde zudem 2011 als Gastspiel beim 36. Mülheimer Theatertreffen aufgeführt.

Del Cortes eigenes Erstlingswerk als Bühnenautorin, Der Alptraum vom Glück, wurde erstmals am 8. Juni 2007 bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen – in Kooperation mit dem Schauspielhaus Bochum – von Elmar Goerden inszeniert. Laut Christian Rakow legt es eine besonders bedrückende Bestandsaufnahme alltäglichen weiblichen Missvergnügens vor und stellt darin die Hilflosigkeit ihrer Figuren im Dasein dar.[1]

In erneuter Zusammenarbeit mit Schimmelpfennig, der dieses Mal Regie führte, brachte sie am 19. Januar 2008 am Schauspielhaus am Pfauen in Zürich ihr zweites Stück Die Ratte auf die Bühne. Die schwarze Boulevardkomödie erinnert an Yasmina Rezas Der Gott des Gemetzels und zeigt zwei Schwestern mit deren Partnern, die im Handlungsverlauf in innigem Streit vereint und in unterschiedlichsten Koalitionen mit- und gegeneinander aufgestellt charakterisiert werden, wie es Christoph Fellmann in seiner Rezension schreibt.[2]

Ebenfalls auf der Pfauenbühne wurde am 24. Oktober 2008 das Stück Sex unter der Regie von Matthias Hartmann erstmals zur Aufführung gebracht. Darin wird u. a. die Auseinandersetzung mit Sexualität in der Spannbreite menschlicher Verhaltensweisen thematisiert.[3] Zuvor wurde Sex bereits als eines von vier Stücken zu den Hamburger Autorentheatertagen 2007 ans Thalia Theater eingeladen. Außerdem inszenierte der Bühnenbildner Johannes Schütz das Schauspiel 2011 gemeinsam mit der Autorin am Staatstheater Kassel.

Am 9. September 2012 hatte „Der Komet“ – ein weiteres ihrer Stücke – am Akademietheater in Wien Uraufführung, wobei del Corte diesmal gemeinsam mit Schimmelpfennig Regie führte.[4]

Trotz ihrer gebürtig mexikanischen Herkunft wurde Corte deutschsprachig aufgezogen. Daneben spricht sie fließend Englisch und Spanisch.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezension von Christian Rakow zu Der Alptraum vom Glück
  2. Rezension von Christoph Fellmann zu Die Ratte
  3. Programmvorschau zu Sex auf Fischertheater.de
  4. „Der Komet“: Lüsterne Party, witzig, aber auch geschwätzig. DiePresse.de. Abgerufen am 30. Juni 2013.