Wahn (Köln)

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Wappen von Köln
Wahn
Stadtteil 711 von Köln
Abgrenzung Stadtteil Wahn in Porz
Koordinaten 50° 51′ 32″ N, 7° 5′ 18″ O50.8588888888897.0883333333333Koordinaten: 50° 51′ 32″ N, 7° 5′ 18″ O
Fläche 2,264 km²
Einwohner 6530 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2884 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 51147
Vorwahl 02203
Stadtbezirk Porz (7)
Verkehrsanbindung
Autobahn A59
Bundesstraße B8
DB-Anschluss Porz-Wahn S 12 S 13
Buslinien 160 162 163 164 167 508
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2013

Wahn ist ein Stadtteil im Südosten von Köln, im Stadtbezirk Porz.

Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil Wahn grenzt im Osten mit der Bundesautobahn 59 an Wahnheide. Im Süden grenzt er an Lind, im Westen an Libur sowie Zündorf und im Norden an Elsdorf.

Name[Bearbeiten]

Der Name des Dorfes Wahn kommt vermutlich von der Burg selben Namens. Wanda = Wende = Grenze. Durch eine Lautverschiebung wurde wahrscheinlich aus Wanda, Wahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1100 erwähnt eine Urkunde einen Conradus ab Wanda, der wohl damaliger Herr der späteren Burg Wahn war. Vermutlich war das Dorf Wahn eine Ansiedlung von Dienstmannen und Abhängigen der gleichnamigen Burg. Seit dem Mittelalter gehörte Wahn zum Amt Porz im Herzogtum Berg. Die Burg wurde in den Jahren 1755 bis 1760 in ein Schloss umgebaut.

Mit der Errichtung des Großherzogtums Berg (1806) und der Neugliederung der Verwaltung nach französischem Vorbild (1808) kam Wahn an das Département Rhein. Von 1815 bis 1929 war Wahn Sitz einer preußischen Bürgermeisterei (außer Wahn selbst gehörten noch Langel, Zündorf, Libur und Lind zum Verwaltungsbezirk der Bürgermeisterei) im Kreis Mülheim. Dann ging die Verwaltung nach Porz dem heutigen Stadtteil Köln-Porz.

1797 hatte Wahn 52 Feuerstellen mit 282 Einwohnern, 4 Pferden und 17 Stück Rindvieh. Dazu gehörten 736 Morgen Ackerland und 22 Morgen Wald. 1997, 200 Jahre später hatte Wahn 5089 Einwohner in 2140 Wohnungen und 2154 PKW.

Bis zur Kommunalen Neugliederung 1975 gehörte Wahn als Ortsteil zur damaligen Stadt Porz am Rhein, heute zu Köln.

Religion[Bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Kirche St. Aegidius

Die erste Erwähnung findet sich in alten Aufzeichnungen aus dem Jahre 1358 über eine katholische Kapelle im Porzer Stadtarchiv. Beim Abbruch der alten – mehrmals umgebauten – Kirche im Jahre 1893 wurden sogar Reste einer Kapelle aus dem 11. Jahrhundert freigelegt. Die Wahner Kirche gehörte jahrhundertelang zur Pfarre von Ober- bzw. später Niederzündorf. Erst 1835 wurde die Pfarre Wahn eingerichtet. Die neugotische Pfarrkirche St. Aegidius entstand zwischen 1893–1895. Als Erbauer wird ein gewisser A. Becker benannt. Überregional bekannt wurde die Pfarrkirche durch das unkonventionelle Fenster im Kirchenschiff. Hier ist neben den traditionellen Symbolen und Abbildungen durch ein abgebildetes Flugzeug auch ein klarer Bezug zum angrenzenden Flughafen Köln-Bonn zu erkennen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

S-Bahnhof Porz-Wahn

Freizeit und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Wahn[Bearbeiten]

Schloss Wahn, Eingang zur theaterwissenschaftlichen Sammlung

Bedeutendstes Bauwerk von Wahn ist Schloss Wahn. Als „Hoff zu Wande“ wurde es 1358 erstmals urkundlich erwähnt. Es handelte sich dabei um eine typische rheinische Wasserburg, bestehend Wohnturm, Torbau, Wassergraben und Vorburg, die Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem spätbarocken Schloss umgebaut wurde. Heute beherbergt die Anlage die theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln und damit eine der größten Sammlungen der Welt dieser Art. Außerdem steht das Schloss Wahn seit Januar 2008 dem Standesamt Köln als Außenstelle zur Durchführung von Eheschließungen zur Verfügung. Das Schloss befindet sich seit dem Jahre 1820 im Eigentum der Familie von Eltz-Rübenach.[1]

Naherholung[Bearbeiten]

Für die Naherholung dient zum einen die Wahner Heide, die drei Scheuerteiche (insbesondere der Untere Scheuerteich) im Ortsteil Wahnheide sowie die weitläufigen Feldwege, die entlang des Golfplatzes des SSZ Wahn in Ortsnähe, bis zum Rhein in Langel bzw. Zündorf führen. Die Burgallee, welche das Schloss Wahn mit dem Ortskern verbindet, lädt ebenfalls zu Spaziergängen unter uralten Kastanien ein.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

  • Wahn ist Sitz der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Adolph-Kolping-Straße, der Otto-Lilienthal-Schule (Städtische Realschule) und des Städtischen Maximilian-Kolbe-Gymnasiums.
  • Bis 1960 existierte in Wahn das Stadtorchester Porz mit mehr als dreißig Musikern. Das Orchester führte bei vielen öffentlichen Veranstaltungen Opern- und Operettenmelodien auf.
Eltzhof, im Hintergrund Schloss Wahn
  • Seit 2005 ist der Eltzhof (ehemaliger Gutshof des Schlosses Wahn und späteres Versuchsgut der Landwirtschaftskammer Rheinland) zu einem Kulturzentrum und einer Begegnungsstätte umgebaut worden. Neben der Brauchtumspflege finden hier ganzjährig die unterschiedlichsten künstlerischen Aufführungen und Ausstellungen statt.
  • Ebenso von kultureller Bedeutung ist das Pfarrheim St. Aegidius. Auch hier findet sogenannte Kleinkunst statt. Insbesondere die Laien-Theatergruppe "Wahner Spielleute" sorgten im Alten Pfarrheim, welches abgerissen wurde, aber auch im neuen, modernen Vielzweckhaus "aegidium" für Unterhaltung.
  • Mit etlichen Karnevalsvereinen und einem eigenen Veedelszug (Karnevalsumzug) ist Wahn einer der aktivsten karnevalistischen Veedel (Viertel) im Porzer Raum. Die Ehrengarde des Köln-Bonner Flughafens, Blau-Wiesse Funke Wahn von 1948 e.V., stammen ebenfalls aus Wahn. Diese ist eine in Köln übliche traditionelle Garde, mit Tanz- und Kindertanz-Corps.
  • Ebenfalls in Wahn ansässig, die Interessengemeinschaft Leben in Cöln am Rhein von 500 vor bis 1500 nach Christus.
  • Mit dem TV "Jahn" Köln-Wahn e.V. ist in Wahn außerdem ein großer Turn- und Handballverein ansässig.
  • Die lange Zeit in Wahn spielende Schachgemeinschaft Porz e.V. (SG Porz) ist ein Schachverein, der viele Jahre lang mit großem Erfolg in der Deutschen Schachbundesliga gespielt hat und auch die Deutsche Meisterschaft erreicht hat

Truppenübungsplatz Wahn und Luftwaffenkaserne Wahn[Bearbeiten]

Luftwaffenkaserne Wahn

Der Truppenübungsplatz Wahn befindet sich östlich von Wahn - zwischen Lohmarer Wald, Sülztal und Königsforst.

Die militärische Nutzung des heutigen Kasernenbereiches und des angrenzenden Truppenübungsplatzes Wahner Heide reicht bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zurück; siehe:Truppenübungsplätze (Deutsches Reich).

Auf dem Gelände der Luftwaffenkaserne Wahn befindet sich ein Militärfriedhof. Dort sind neben Gefangenen aus dem Krieg 1870/71 und dem Ersten Weltkrieg auch die erschossenen Marinesoldaten Max Reichpietsch und Albin Köbis bestattet, die in dieser Kaserne am 5. September 1917 standrechtlich erschossen wurden.[2]

Auf dem Friedhof befindet sich ein Gedenkstein mit den Reliefbildern von Max Reichpietsch und Albin Köbis; in Wahn wurden darüber hinaus zwei Straßen nach den hingerichteten Matrosen benannt.

Nach Abzug der belgischen Panzerverbände im Jahre 2004 wurden Teile des vormaligen Übungsgeländes durch die Bundeswehr (Rechtsnachfolger) der Öffentlichkeit als Erholungsgebiet freigegeben; es müssen auf diesem Areal speziell gekennzeichnete Wege genutzt werden, da das Gelände noch mit Munition belastet ist.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein. Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Köln-Mülheim 1925.  2. u. 3. Auflage, Scriba Verlag, Köln 1973, ISBN 3-921232-05-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schloss Wahn - Historie/Chronik (Offizielle Homepage)
  2. Gräbersegnung in der Luftwaffenkaserne Wahn auf bundeswehr.de (Katholische Militärseelsorge)
  3. Die Geschichte der Wahner Heide auf bundeswehr.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Köln-Wahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien