Kępice

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Kępice
Wappen von Kępice
Kępice (Polen)
Kępice
Kępice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Słupsk
Fläche: 6,11 km²
Geographische Lage: 54° 15′ N, 16° 52′ OKoordinaten: 54° 15′ 0″ N, 16° 52′ 0″ O
Höhe: 74 m n.p.m.
Einwohner: 3714
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 77-230
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 208: BarcinoWielin
Schienenweg: PKP-Strecke 405: Szczecinek–Słupsk
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 15 Schulzenämter
Fläche: 293,43 km²
Einwohner: 9407
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2212053
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Magdalena Gryko
Adresse: ul. Niepodległości 6
77–230 Kępice
Webpräsenz: www.kepice.pl



Kępice [kɛmˈpʲit͡sɛ] (deutsch Hammermühle) ist eine Stadt im Powiat Słupski (Stolper Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Pommern. Sie ist Sitz einer Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in Hinterpommern, im Tal der Wipper, etwa 19 Kilometer südöstlich von Schlawe (Sławno) und 45 Kilometer östlich von Köslin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hammermühle südöstlich der Stadt Rügenwalde an der Ostsee und nördlich der Stadt Rummelsburg, an der Bahnstrecke SchlaweRummelsburg, auf einer Landkarte von 1910.
Die Hammermühle um 1890, aus Unser Bismarck

Im Tal der Wipper östlich von Varzin stand bis in das 19. Jahrhundert eine Hammermühle. Am 7. Juni 1867 hatte der damalige preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck von der ihm nach dem erfolgreichen Preußisch-Österreichischen Krieg bewilligten Dotation von 400.000 Talern das Rittergut Varzin von Werner Ewald von Blumenthal erworben. 1868 ließ Bismarck an der Wipper die Papierfabrik Hammermühle errichten, 1871 folgte ein weiteres größeres Werk, die so genannte „Fuchsmühle“. Diese Papierfabriken, die ab 1889 unter dem Namen „Varziner Papierfabrik AG“ firmierten, entwickelte sich zum größten Industrieunternehmen in Ostpommern und zu einem bedeutenden Produzenten für Banknoten. Um die Werke entstanden neue Siedlungen. Mit dem 1878 erfolgten Bau der Eisenbahn zwischen Neustettin (Szczecinek) über Rummelsburg (Miastko) nach Stolp (Słupsk) erhielt die Industriesiedlung einen Bahnhof, und im sieben Kilometer nördlich gelegenen Zollbrück (Korzybie) kreuzte die Bahntrasse zwischen Schlawe (Sławno) und Bütow (Bytów).

1898 wurde Wilhelm von Bismarck (1851–1901), Sohn des Reichskanzlers und Oberpräsident von Ostpreußen, neuer Besitzer. Nach dessen Tode erbte der einzige Sohn Wilhelm Nikolaus von Bismarck (1896–1940) den Varziner Besitz.

Nachdem bereits 1890 für die Papierfabrik und ein Sägewerk Wasserkraftwerke in Betrieb genommen wurden, entstand 1918 an der Wipper in Kampmühle (Kępka), Fuchsmühle (Kruszka), Beßwitz (Biesowice) und Hammermühle ein System von vier Wasserkraftwerken zur Stromerzeugung. Sämtliche Anlagen außer der in Hammermühle wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Im Zuge der Landgemeindereform von 1928 kam es zur Vereinigung der auf Varziner Flur befindlichen Ansiedlungen Fuchsmühle, Hammermühle, Kampmühle und dem Bahnhof zu einer neuen Gemeinde im Landkreis Rummelsburg mit dem Namen Hammermühle. Immer mehr Menschen fanden in dem Industrieort Arbeit. Die Zahl der Einwohner stieg bis 1939 auf 2.169.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in den Papierfabriken polnische Arbeitskräfte eingesetzt und gefälschte US-Dollar und Pfund Sterling-Noten zur Schädigung der amerikanischen und britischen Wirtschaft hergestellt. Unter den polnischen Arbeitern existierte eine Abteilung AK ODRA des Militärgeheimdienstes, die 1944 von der Gestapo zerschlagen wurde. Außerdem wurden in Hammermühle und Fuchsmühle im Krieg Propeller und Scheiben als Zubehör für Jagdflugzeuge produziert.

Zwischen dem 2. und 4. März 1945 wurde Hammermühle nach heftigem Gefechten von der Roten Armee eingenommen. Die Anlagen der Papierfabrik wurden 1945/46 von der Sowjetarmee demontiert.

Bis 1945 gehörte Hammermühle zum Landkreis Rummelsburg im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern des Deutschen Reiches.

Nach Kriegsende wurde der Ort zusammen mit Hinterpommern von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann nun die Zuwanderung polnischer und ukrainischer Zivilisten, die aus Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen, sich in Hammermühle der Behausungen und Anwesen der eingesessenen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Diese Polen und Ukrainer hatten in ihren Herkunftsgebieten östlich der Curzon-Linie, die im Polnisch-Sowjetischen Krieg erobert worden waren und nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion abgetreten werden mussten, völkischen Minderheiten angehört. Angehörige solcher Minderheiten waren nach Kriegsende in ihren Heimatgebieten vor die Wahl gestellt worden, entweder eine neue Staatsangehörigkeit zu akzeptieren oder auswandern zu müssen.

Hammermühle wurde von den Polen zunächst in Businko und 1947 dann in Kępice umbenannt. In der darauf folgenden Zeit wurden die eingesessenen Dorfbewohner von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Zahlreiche Häuser verfielen unter den Usurpatoren und wurden später durch Neubauten ersetzt. Anstelle der demontierten Papier- und Zellulosefabrik nahm 1957 eine Gerberei den Betrieb auf. Die polnische Firma Kępickie Zakłady Garbarskie Kegar, ein Unternehmen mit ca. 1.000 Beschäftigten und Zweigwerken in Białogard und Dębnica Kaszubska wurde 1999 privatisiert. 1958 bauten die Beschäftigten der Gerberei das demontierte Wasserkraftwerk in Kępice wieder auf. Im Jahre 1980 ging das Kraftwerk in die Trägerschaft des Energetikunternehmens aus Słupsk über. 1996 erfolgte eine grundlegende Modernisierung der Anlagen.

In den ersten 15 Jahren nach dem Krieg war Kępice eine Ansammlung von Unterkünften; erst im Januar 1959 wurde es zur stadtartigen Siedlung ernannt. Durch die Gerberei wuchs der Ort schnell und erhielt 1967 das Stadtrecht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1905 414
1925 1.575 darunter 1.534 Evangelische und elf Katholiken[2]
1930 1.400
1933 2.008 [3]
1939 2.170 [3]
1946 1.107
1950 631
1960 2.049
1970 2.878
1978 3.106
1987 4.156
2007 3.800 [4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gliederung der Gemeinde Kępice[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 293 km² auf denen 10.155 Einwohner (2002) leben. Sie umfasst 15 Schulzenämter mit insgesamt 36 Ortschaften und Wohnplätzen:

Polnischer Name Kaschubischer Name Deutscher Name
Barcino Bartin
Barwino Barvin
Biesowice Beßwitz
Biesowiczki Beßwitzer Glashütte
Bronowo Brünnow
Brzezinka Birkenthal
Chorówko Neu Chorow
Chorowo Chorow
Ciecholub Techlipp
Darnowo Börnen
Gościeradz Augusthof
Jabłoniec Rosenhof
Jabłonna Vorwerk Augustthal
Kaczyno
Kawka
Kępice Hômer Hammermühle
Korzybie Korzëbié Zollbrück
Kotłowo Vorwerk Kotlow
Łużki Luschken
Mielęcino Fuchsberge
Mzdowiec Misdow
Mzdówko Misdow B
Mzdowo Misdow A
Obłęże Òblëżé Woblanse
Osieki Wusseken
Osowo Òsowò Wussow
Płocko Plötzig
Podgóry Puddiger
Polichno
Przyjezierze Seehof
Przytocko Pritzig
Pustowo Pùstòwò Püstow
Radzikowo Marienthal
Warcino Warcënò Varzin
Węgorzyno Vangerin
Żelice Dolne Nieder Seelitz
Żelice Górne Ober Seelitz

Die Gemeinde liegt beiderseits der Wieprza (Wipper). 2 km östlich der Stadt Kępice liegt der Jezioro Obłęskie (Woblanser See), der 4 km nordwestlich befindliche größere Jezioro Łętowskie (Lantowsee) bei Łętowo (Lantow) liegt schon in der Gemeinde Sławno (Schlawe).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kępice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Hammermühle im ehemaligen Kreis Rummelsburg in Pommern (2011)
  3. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/rummelsburg.html#ew39rumlhham
  4. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007 (Memento vom 16. Februar 2008 im Internet Archive)