Karl-Heinz Schlüter

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Karl-Heinz Schlüter

Karl-Heinz Schlüter (* 5. März 1920 in Torgau; † 20. Dezember 1995 in Würzburg) war ein deutscher Pianist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl-Heinz Schlüter studierte von 1931 bis 1937 in Hannover bei Rudolf Krasselt und Clara Spitta, anschließend bis 1940 an der Musikhochschule in Berlin bei Carl Adolf Martienssen. Sein Konzert-Examen bestand er mit Auszeichnung. In der Berliner Presse hatte er sich „in Beethovens G-Dur Klavierkonzert mit seinen 20 Jahren als ein durchaus fix und fertiger Pianist größten Stils vorgestellt.“

Es folgten sieben Jahre als Soldat und Kriegsgefangener bis 1947. Danach besuchte er die Meisterklasse von Walter Gieseking und wurde Dozent an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold. 1949 erhielt er den Chopin-Preis Berlin/Warschau, 1950 den Busoni-Preis in Bozen. Es folgten Konzerte mit Orchestern und Dirigenten wie Robert Heger (Symphonie-Orchester des NDR Hamburg), Hermann Abendroth (Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig), Fritz Lehmann (Bamberger Symphoniker), Ernest Bour (SWF-Orchester), Wilhelm Schüchter (NWD Philharmonie), Werner Andreas Albert (Münchner Philharmoniker) im In- und Ausland.

Seine pädagogischen Tätigkeiten als Dozent führten ihn von der Musikschule Braunschweig über das Konservatorium Osnabrück und das Konservatorium Nürnberg an die Universität Würzburg (von 1985 bis 1988). Außerdem war er Jurymitglied bei nationalen (z. B. Jugend musiziert) und internationalen Klavierwettbewerben (z. B. Internationaler Chopin-Wettbewerb 1955).

Mit seinem Sohn Michael Schlüter (1948–2006) trat er als Klavier-Duo auf.[1] Der Grundstein für die Karriere von Karl-Heinz und Michael Schlüter wurde 1967 durch einen Zufall gelegt: Beim Westdeutschen Rundfunk Köln war kurzfristig ein Sendetermin für eine Live-Sendung an zwei Klavieren „Künstler in Nordrhein-Westfalen“ zu besetzen. Karl-Heinz und Michael Schlüter spielten Werke von Johannes Brahms (Haydn-Variationen), Wolfgang Amadeus Mozart (D-Dur-Sonate), Frédéric Chopin (Rondo C-Dur) und Claude Debussy (En blanc et noir). In der Folgezeit bis 1995 trat das Schlüter-Duo auf allen wichtigen Kammermusikpodien im In- und Ausland (u. a. Europa, Naher Osten) auf und pflegte das klassisch-romantische Repertoire ebenso wie auch die moderne Literatur. Es gibt etliche Schallplatteneinspielungen, wie u. a. das Gesamtwerk von Franz Schubert, Max Reger und Paul Hindemith. Das Duo war ständiger Gast an europäischen Rundfunkstationen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands und widmete sich vor allem zeitgenössischer Musik, z. B. von Jean Françaix, Ernst-Lothar von Knorr, Rudolf Kelterborn, Martin Christoph Redel. Von 1982 bis 1992 leiteten Karl-Heinz und Michael Schlüter den jährlich stattfindenden Meisterkurs für Klavierduo in Würzburg.

Mit Josef Trumm (Violoncello) und Cyrill Kopatschka (Violine) konzertierte er als „Chopin-Trio“. Mit Marcel Charpentier (Violine) und Eckard Stahl (Violoncello) gründete er das „Osnabrücker Klaviertrio“. Zusammen mit Ludwig Müller-Gronau (Violine), Wilhelm Isselmann (Viola) und Werner Thomas-Mifune (Violoncello) bildete er das „Westdeutsche Klavierquartett“.

Die Pianistininnen Magdalena Galka und Ann-Helena Schlüter sowie die Violinistin Johanna Schlüter sind seine Töchter.[2][3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Schlüter, abgerufen am 7. Oktober 2020
  2. Magdalena Galka@1@2Vorlage:Toter Link/www.weltklassik.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei weltklassik.de
  3. Duo war eine Klasse für sich. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Main-Post online. 20. Juli 2010, ehemals im Original; abgerufen am 27. Mai 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.main.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)