Karl Kajetan von Gaisruck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl Kajetan Kardinal von Gaisruck, Erzbischof von Mailand
Wappen Carlo Cajetan Card. von Gaisruck
Grab des Kardinals im Dom zu Mailand

Carlo Gaetano II. Graf von Gaisruck, eigentlich Karl Kajetan Graf von Gaisruck (auch: Gaysruck), (* 7. August 1769 in Klagenfurt, Österreich; † 19. November 1846 in Mailand), war Erzbischof von Mailand und Kardinal.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Sohn des Hans Jakob Graf von Gaisruck, Gouverneurs von Obergalizien, seine Mutter war Antonia dei Valvassori, eine adelige Italienerin. Er studierte in Salzburg und Passau und wurde durch seine Diakonenweihe am 23. Dezember 1797 in den Klerus der Diözese Passau inkardiniert. Am 6. Juli 1800 empfing er in Passau die Priesterweihe.

Am 20. Juli 1801 wurde er zum Titularbischof von Derbe und zum Weihbischof in der Diözese Passau ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 23. August desselben Jahres der Passauer Bischof Leopold Leonhard von Thun, der ihn bereits zum Priester geweiht hatte. Nach der Säkularisation des Fürstbistums Passau 1803 und seiner damit verbundenen Amtsenthebung als Bischofsvikar arbeitete er als Priester in Kallham in der Diözese Linz und bemühte sich dort, die verheerenden Folgen der Napoleonischen Kriege zu lindern.

Durch den Einfluss der Habsburger wurde Graf Gaisruck am 1. März 1818 Erzbischof von Mailand. Am 27. September 1824 wurde er zum Kardinal ernannt, ab 1829 war er Kardinalpriester mit der Titelkirche San Marco.

Nach dem Tod von Papst Gregor XVI. reiste Kardinal von Gaisruck zum Konklave nach Rom, mit dem vermuteten Auftrag des Kaisers, die Exklusive, ein umstrittenes Veto, gegen den als liberal geltenden italienischen Kardinal Giovanni Maria Mastai-Ferretti auszusprechen. Nach anderen Quellen soll die Exklusive jedoch Kardinal Pasquale Gizzi gegolten haben. Doch Kardinal Gaisruck reiste ohne Hast und kam zu spät in Rom an. Das Konklave hatte vor seiner Ankunft bereits am 16. Juni 1846 Graf Mastai-Ferretti zum Papst gewählt, der sich Pius IX. nannte.

Fünf Monate nach dem Konklave, am 19. November 1846, starb der beim Volk sehr beliebte Kardinal von Gaisruck. Er wurde im Mailänder Dom beigesetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni Battista Caprara Erzbischof von Mailand
1818–1846
Bartolomeo Carlo Romilli