Katja Petrowskaja

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Katja Petrowskaja 2013

Katja Petrowskaja (ukrainisch Катерина Миронівна Петровська, Kateryna Petrowska; * 3. Februar 1970 in Kiew, Ukrainische SSR) ist eine ukrainisch-deutsche Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Journalistin. Im Jahr 2013 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katja Petrowskaja wuchs in Kiew auf. Sie studierte Literaturwissenschaft und Slawistik an der Universität Tartu (Estland). 1994/95 ging sie mit einem Stipendium des American Council of Teachers of Russian (ACTR) an die Stanford University und die Columbia University und promovierte 1998 an der Universität Moskau mit einer Arbeit über Die Poetik der Prosa Chodassewitschs.[1] 1999 zog sie nach Berlin, um als Journalistin für verschiedene russische Medien zu berichten, u. a. in der Zeitschrift Snob[2], daneben veröffentlicht sie auch in deutschsprachigen Zeitungen, u. a. in der Neuen Zürcher Zeitung und der taz. Für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) schreibt sie seit 2011 die Kolumne „Die west-östliche Diva“.[3] Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Berlin.[4]

2010 erhielt sie das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung für die Recherchen zu ihrem Werk Vielleicht Esther. Geschichten, 2013 das Stipendium des Künstlerhauses Ahrenshoop.[5][6]

Für den Bildband Die Auserwählten begleitete sie die Fotografin Anita Back ins Kinder- und Jugendferienlager Orljonok und beschreibt in ihrem Essay die Suche nach einem Stück ihrer sowjetischen Kindheit.[7]

2013 nahm sie auf Einladung von Hildegard Elisabeth Keller am Wettbewerb zum Ingeborg-Bachmann-Preis teil und gewann den Hauptpreis mit einem Auszug aus ihrem Werk Vielleicht Esther, der gleichnamigen Erzählung, die eine der Geschichten des Werkes ist.[8] Sie erzählt darin die Vernichtung der Juden in Kiew durch die Nationalsozialisten anhand der Geschichte von Esther, die ihrer Urgroßmutter ähnelt, welche 1941 in Kiew verschleppt und beim Massaker von Babi Jar ermordet wurde.[9][10] Die Jury merkt dazu an, ihr Text sei die „Aneignung einer Geschichte durch Nachgeborene“ und „ein großartiges Geschenk an die deutsche Sprache“.[11] 2015 erhielt sie den Premio Strega Europeo.[12]

Im Oktober 2015 führte sie am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien ein Projekt durch unter dem Arbeitstitel „Alles was der Fall ist“ zum Thema Fotos, und wie Betrachter sie sehen.[13]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Katja Petrowskaja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.kopelew-forum.de (Memento vom 3. Mai 2012 im Internet Archive)
  2. Snob, russisches Magazin, siehe russische Wikipedia ru:Сноб (журнал)
  3. Katja Petrowskaja, Website der IFK
  4. http://www.tagesspiegel.de/berlin/thema-thema/1919930.html
  5. 3sat: Katja Petrowskaja – Die Autoren des Bachmann-Preises 2013, abgerufen am 7. Juli 2013
  6. Künstlerhaus Lukas: Stipendiaten 2013, abgerufen am 10. Februar 2016
  7. Kollektive Kindheit im russischen Ferienlager. In: Die Zeit, 22. Juli 2012.
  8. Romanauszug
  9. Tage der deutschsprachigen Literatur 2013: Katja Petrowskaja, Jurydiskussion Bachmann-Preis, abgerufen am 7. Juli 2013
  10. Ingeborg-Bachmann-Preis an Katja Petrowskaja. In: Der Standard, 7. Juli 2013
  11. Kraftvoll, locker und leicht gewebt In: fza, 7. Juli 2013
  12. A Katja Petrowskaja il Premio Strega Europeo auf ansa.it, abgerufen am 2. Juli 2015 (italienisch)
  13. OE1.ORF.at, 18. Oktober 2015
  14. Buchbesprechung in der Sendung 52 beste Bücher des Schweizer Radios (20. April 2014).
  15. http://www.focus.de/kultur/buecher/literatur-katja-petrowskaja-erhaelt-aspekte-literaturpreis_id_4174029.html, abgerufen am 1. Oktober 2014