Ketty Guttmann

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Ketty Guttmann, auch Katherina Ekey, (29. April 1883 in Hungen - 25. September 1967 in Wermelskirchen[1]) war eine deutsche linke Politikerin und Aktivistin für die Rechte der Prostituierten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ketty Guttmann schloss sich vor dem Ersten Weltkrieg in Hamburg der SPD an und trat während der Novemberrevolution 1918 zur USPD über. Die in dieser Zeit als Versammlungsrednerin bekannte Guttmann trat bald darauf der KPD bei, welche sie von 1921 bis 1924 in der Hamburgischen Bürgerschaft vertrat. Daneben setzte sie sich für die Rechte der Prostituierten in Hamburg ein und zählte zu den Gründerinnen und Autorinnen der Zeitschrift Der Pranger – Organ der Hamburger Kontrollmädchen, die von der Hamburger Prostituierten-Vereinigung herausgegeben wurde.

Nach dem Hamburger Aufstand im Oktober 1923 floh sie für einige Monate nach Moskau, nach ihrer Rückkehr nach Hamburg begann sie die Politik der KPD und der Kommunistischen Internationale als opportunistisch und konterrevolutionär zu kritisieren und wurde im August 1924 aus der Partei ausgeschlossen. Ketty Guttmann schloss sich nun der rätekommunistischen AAUE (Zwickauer Richtung) an, für welche sie in den Folgejahren aktiv war, und verfasste Artikel für die von Heinrich Laufenberg redigierte linksradikale Kulturzeitschrift Die Harpune.

1946/47 hielt Guttmann, die damals in Burscheid lebte, brieflichen Kontakt mit Ruth Fischer.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liebe und Ehe. Briefe zweier Frauen. Internationaler Kultur-Verlag K. Hanf, Hamburg 1922 bzw. L. Staackmann Leipzig 1922.
  • Los von Moskau!. Allgemeine Arbeiter-Union (Einheits-Organisation), Hamburg o. J. (1924).
  • Frau und Frieden. Gedruckt in der Buchdruckerei Karl Laufenberg in Hamburg. Herausgegeben von der DFG-Ortsgruppe Burscheid (1952).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Manfred Bock: Geschichte des „linken Radikalismus“ in Deutschland. Ein Versuch. Frankfurt am Main 1976, S. 134.
  • Hermann Weber: Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik. Frankfurt/Main 1969, Bd. 1, S. 100–101.
  • Hermann Weber, Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. Zweite, überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Karl Dietz Verlag, Berlin 2008. ISBN 978-3-320-02130-6. Online.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Pranger 1920 (PDF-Datei; 65 kB)
  • Die Welt umzugestalten Aus: Ketty Guttmann, Frau und Frieden, 1952; in: Information - Anarchistische Gedanken zur Politik, Geschichte und Literatur der Gegenwart, Jg. 3, Mai / Juni 1957 (2. Umschlagsseite)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zu Geburts- und Todesdatum siehe Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, Nekrolog 1936–1970, Berlin 1972, S. 230.