Wermelskirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wermelskirchen
Wermelskirchen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wermelskirchen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 8′ N, 7° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 74,8 km²
Einwohner: 34.504 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 461 Einwohner je km²
Postleitzahl: 42929
Vorwahlen: 02196 (Stadtgebiet und Dhünn)
02193 (Dabringhausen)
02174 (Bechhausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GL
Gemeindeschlüssel: 05 3 78 032
Adresse der
Stadtverwaltung:
Telegrafenstraße 29–33
42929 Wermelskirchen
Webpräsenz: www.wermelskirchen.de
Bürgermeister: Rainer Bleek (SPD)
Lage der Stadt Wermelskirchen im Rheinisch-Bergischen Kreis
Kreis Mettmann Köln Leverkusen Oberbergischer Kreis Remscheid Rhein-Erft-Kreis Rhein-Sieg-Kreis Solingen Wuppertal Bergisch Gladbach Burscheid Kürten Leichlingen (Rheinland) Odenthal Overath Rösrath WermelskirchenKarte
Über dieses Bild

Wermelskirchen ist eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen südöstlich von Remscheid im Rheinisch-Bergischen Kreis mit den Ortsteilen Dhünn und Dabringhausen im Naturpark Bergisches Land. Die Große Dhünntalsperre, größte Trinkwassertalsperre im Westen Deutschlands, liegt teilweise auf Wermelskirchener Stadtgebiet.

Wermelskirchen - Ensemble an der Eich

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entfernung zu Köln beträgt ca. 35 km, die zu Düsseldorf ca. 45 km. Die benachbarten Kommunen heißen Remscheid, Hückeswagen, Wipperfürth, Kürten, Odenthal, Burscheid und Solingen. Das Stadtbild wird durch altbergische Schiefer- und Fachwerkhäuser geprägt.

  • Fläche: 74,74 km² (Wermelskirchen ca. 34,71 km², Dabringhausen ca. 23,11 km², Dhünn ca. 16,84 km²)

Stadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenhof | Arnzhäuschen | Assmannskotten | Bechhausen | Belten | Bergermühle | Bergstadt | Bollinghausen | Braunsberg | Bremen | Buchholzen | Büschhausen | Dabringhausen | Dahl | Dhünn | Dhünnenburg | Dhünn-Neuenhaus | Dhünnsche Mühle | Durholzen | Eich | Eichholz | Eipringhausen | Eipringhauser Mühle | Elbringhausen | Ellinghausen | Emminghausen | Finkenholl | Finkenholler Mühle | Friedenberg | Forthausen | Frohntaler Hammer | Großeledder | Grunewald | Haarbach | Haarhausen | Habenichts | Halzenberg | Hammesrostringhausen | Heidchen | Heiligen Born | Heintgesmühle (auch Heintjesmühle genannt) | Heister | Herrlinghausen | Hilfringhausen | Hinterhufe | Höferhof | Hünger | Humburgshammer | Hutzhammer | Im Berg | Jülichsdhünn | Käfringhausen | Kallenberg | Kenkhausen | Ketzberg | Ketzbergerhöhe | Kleineledder | Knochenmühle | Koenemühle | Kolfhausen | Kovelsberg | Krähenbach | Kreckersweg | Lehn | Limmringhausen | Lindscheid | Linde | Löh | Lüdorf | Lüffringhausen | Markusmühle | Mittelberg | Mittelhagen | Neuenhaus | Neuenflügel | Neuemühle | Niederhagen | Oberberg | Oberhagen | Oberpilghausen | Oberwinkelhausen | Osminghausen | Ostringhausen | Pantholz | Pilghauser Mühle | Plettenburg | Preyersmühle | Pohlhausen | Rausmühle | Rölscheid | Schwanen | Sellscheid | Staelsmühle | Stumpf | Süppelbach | Tente | Töckelhausen | Unterberg | Unterhagen | Unterstraße | Unterwinkelhausen | Vorderhufe | Well | Wellermühle | Wickhausen | Wöllersberg | Wolfhagen | Zurmühle

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festzug aus Anlass der 1000-Jahr-Feier von Wermelskirchen
Historische Karte von P. J. Heinrichs von Wermelskirchen 1883

Die Siedlungsgeschichte Wermelskirchens beginnt mit der Besiedlung des Bergischen Landes im Zuge der sächsischen und fränkischen Landnahmen vom 7. bis 10. Jahrhundert. Die -inghausen-Orte, von denen sich 19 im Wermelskirchener Stadtgebiet finden, werden den sächsischen Borchtern zugerechnet. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort um das Jahr 1150 als Werenboldeskirken. Den Ortsnamen Wermelskirchen muss man von einem Mann mit Namen "Werinbold" ableiten. Ein Namensträger Werinbold wird schon in den Jahren 860 bis 880 im Umfeld der Kölner Erzbischöfe Gunthar und Willibert genannt. Um 1200 wurde die romanische Kirche St. Bartholomäus mit der Michaeliskapelle im Turm errichtet. In der Urkunde der Übertragung des Landes Blankenberg an Berg im Jahr 1360 gehörte der Ort zum Amt Bornefeld in der Grafschaft Berg, dem späteren Herzogtum Berg, und ist Gerichtssitz. Im Jahre 1398 erwarb sich Herzog Wilhelm II. von Berg von König Wenzel die Erlaubnis, zwei neue Landzölle – einen zu Lennep, den anderen zu Wipperfürth – einzurichten. Wie aus der Erkundigung von 1555 bekannt, hatte Lennep einen Beizoll in Wermelskirchen. Im selben Jahr führt die Stadt Köln Beschwerde beim Herzog wegen des neuen Zolls zu Wermelskirchen. Herzog Gerhard überweist 1451 einem Dietrich von Zweiffel den Zoll zu Wermelskirchen. Die Familie von Zweifel besaß auch ein Gut in Wermelskirchen. Im Jahr 1462 bekennt Herzog Gerhard von Berg von dem Wilhelm zur Eyck 634 Gulden geliehen zu haben und ernennt ihn gleichzeitig zum Kellner auf Schloss Burg und sichert ihm Geleit zu. Diese hohe Summe und die Stellung als Kellner zeugt von sehr guten Verhältnissen in Wermelskirchen. Während der Hansezeit erreichte Wermelskirchen größere Bedeutung beim Warentransport über Land, dafür war das gewährte Geleit eine wichtige Voraussetzung. Noch im 18. Jahrhundert beförderten Wermelskirchener Fuhrunternehmer große Gütermengen für den Düsseldorfer Hofstaat.

Im 19. Jahrhundert gehörte das spätere Stadtgebiet von Wermelskirchen zunächst zu den drei Landgemeinden Dorfhonnschaft, Oberhonnschaft und Niederwermelskirchen im Kreis Lennep.[2] Diese drei Gemeinden wurden 1873 zur Gemeinde Wermelskirchen zusammengeschlossen. Dabei wurden Teile von Niederwermelskirchen an Dhünn und von Oberhonnschaft an Remscheid abgegeben. Noch im selben Jahr wurde die neue Gemeinde Wermelskirchen zur Stadt erhoben und erhielt die Rheinische Städteordnung.[3]

Im Jahre 1885 feierte Wermelskirchen sein Millennium. Den Recherchen seines ersten Ortschronisten Peter Josef Heinrichs zufolge wurde u. a. mit einem großartigen Festzug dem historisierenden Zeitgeist gehuldigt. Im Volksmund wird der Wermelskirchener auch als Dellmann bezeichnet, was auf einen Wermelskirchener Pastor namens Gustav Dellmann zurückgeht (* 20. September 1849; † 28. Oktober 1914), der von 1881 bis 1910 in Wermelskirchen wirkte.

1938 wurde das Amt Wermelskirchen aus der Stadt Wermelskirchen sowie den Gemeinden Dabringhausen und Dhünn gebildet.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Wermelskirchen von Bürgermeister Dr. Borcherding, in Zusammenarbeit mit den Unternehmern Flöring und Wellershaus, zur Lazarettstadt erklärt, um die Stadt vor Bombenangriffen zu bewahren. Dennoch erlitten weite Teile des Stadtgebiets, insbesondere der Stadtteil Hünger, durch einen Bomberangriff am 4. November 1944, wegen abgetriebenen Leuchtfeuers für die Stadt Solingen, schwere Beschädigungen. Nach Aussage anderer Zeitzeugen war die in der Schule Hünger liegende Horchfunker-Einheit der Wehrmacht Ziel, nach dritter Meinung war die an der Unterburg befindliche Zündnadel- und Granatenfabrik Angriffsziel. Über 80 Tote in ganz Wermelskirchen waren zu beklagen. Flüchtlinge aus umliegenden Gemeinden fanden in Wermelskirchen Schutz.

Nach über 40-jähriger Planungsphase und rund fünfjähriger Bauzeit wurde am 22. August 2005 die Umgehungsstraße B 51n zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs eröffnet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Kommunalgebietsreform wurden am 1. Januar 1975 Dabringhausen und Dhünn eingegliedert.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1975 unterlag die Einwohnerzahl von Wermelskirchen nur geringen Schwankungen:[5]

Jahr 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010
Einwohner 34.852 34.737 33.860 35.865 37.123 37.016 36.588 35.611

Kirchen in Wermelskirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen mit ihren fünf Pfarrbezirken, die zum Kirchenkreis Lennep gehört, umfasst den Stadtkern Wermelskirchens sowie die Stadtteile Hünger und Tente. Im Gebiet der Stadt Wermelskirchen gibt es auch noch die evangelischen Kirchengemeinden Dabringhausen, Dhünn und Hilgen-Neuenhaus. Gemeinsame Verwaltungsstelle ist das evangelische Gemeindeamt an der Stadtkirche. Die Stadtkirche am Markt ist im 11. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet worden. Im Zuge der Reformation wurde sie evangelisch. 1838 erfolgten Abriss und Neubau des Kirchenraumes. Der Turm aus dem 12. Jahrhundert mit der Turmhaube aus dem 18. Jahrhundert blieb erhalten.

Die katholische Kirchengemeinde St. Michael und Apollinaris betreut die Gläubigen dieser Konfession. Die neugotische Kirche St. Michael an der Kölner Straße ist im 19. Jahrhundert errichtet und 1952 mit Ausnahme des Turms abgerissen und neu gebaut worden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Oktober 2004 konnte sich der von den Wählergemeinschaften Bürgerforum, UWG und WNK sowie der FDP unterstützte gebürtige Schwabe Eric Weik (FDP) mit 70,1 % der Stimmen in der Stichwahl durchsetzen. Bei der Wahl 2009 wurde er im Amt bestätigt.[6] Neue Stellvertreter ab 2014 sind Stefan Leßenich (CDU) und Theodor Fürsich (SPD)[7]. Im September 2015 gewann Rainer Bleek (SPD) die Bürgermeisterwahl.

Rat der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 51,72 %
 %
40
30
20
10
0
35,22 %
19,52 %
11,40 %
9,94 %
9,75 %
6,47 %
4,35 %
3,34 %
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Dem Rat der Stadt gehören neben dem hauptamtlichen Bürgermeister 54 Mitglieder aus acht Parteien bzw. Wählergruppen an. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Sitzverteilung:[9]

Siehe Kommunalwahlen in Wermelskirchen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Wermelskirchen
Wappenbeschreibung:

„In Silber eine eingeschweifte rote Spitze, darin auf grünem Schildfuß eine silberne Kirche in Giebelansicht mit vorgebautem zentralem Glockenturm mit Turmuhr, Welscher Haube mit Spitze und drei schwarzen Toren, vorne eine grüne, bewurzelte Eiche, hinten ein schreitender, rotbewehrter, schwarzer Schwan. Auf dem Schildrand eine goldene, schwarzgefugte, gezinnte Stadtmauer mit geschlossenem Portal und wachsend drei runden Zinnentürmen mit je zwei schwarzen Fenstern.“

Wappenbegründung:

Die drei Wappenteile stehen für die drei ehemaligen Hofschaften, aus denen Wermelskirchen entstanden ist, das Kirchdorf, die Eich und der Schwanen, symbolisiert durch den Schwarzschwan (Cygnus atratus). Die drei Honschaften, aus denen Wermelskirchen bestand, waren Ober-, Dorf- und Niederhonschaft. Die Mauerkrone ist der heraldische Ausdruck für den Status einer Stadtgemeinde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wermelskirchen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu folgenden Städten:

Seit 1964 besteht eine Patenschaft für das ehemals deutsche

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viadukt der A 1 im Norden von Wermelskirchen

Die Bundesstraße 51 führt durch Wermelskirchen. Seit August 2005 ist auf der Trasse der ehemaligen Bahnlinie von Opladen nach Lennep die Umgehungsstraße B 51n freigegeben. Diese Straße heißt Dellmann-Straße, benannt nach dem langjährigen Pastor Dellmann. Somit ist der Durchgangsverkehr, vor allem der Schwerlastverkehr, aus der Stadt verschwunden. Zudem liegt Wermelskirchen an der Autobahn A 1 mit der Anschlussstelle 96, „Schloss Burg/Wermelskirchen“. Nach jahrzehntelanger Planung wird die A 1 seit Sommer 2007 auf sechs Spuren erweitert. Dazu wird im Bereich der Autobahnbrücke bei der Anschlussstelle 96 die Fahrbahn um einige Meter abgesenkt, um alle Fahrspuren unter dieser Brücke durchzuführen. Weiterhin wird die Auffahrt in Fahrtrichtung Dortmund um etwa 300 Meter in Richtung Burscheid zurückverlegt, um die Beschleunigungsspur zu verlängern. Eine neue Lärmschutzwand entsteht zwischen Autobahnbrücke und Einsiedelsteinbrücke mit Höhen zwischen 4,5 und 6,0 Metern.

In Wermelskirchen waren am 1. Januar 2012 25.868 Kraftfahrzeuge zugelassen, davon 21.812 Pkw. [10]

Die Eisenbahnanbindung von Wermelskirchen an Lennep und Opladen ging 1881 in Betrieb und ist seit 1983 stillgelegt. Der Betrieb der 1888 gegründeten Kleinbahn Wermelskirchen-Burger Eisenbahn bot nach seiner Elektrifizierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in seiner größten Ausdehnung ein Streckennetz von etwa 30 km mit Verbindungen nach Remscheid, Lennep und Solingen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die wegen Verschleiß erneuerungsbedürftigen Strecken an die Stadtwerke Remscheid bzw. Solingen abgegeben und später auf den Betrieb mit Omnibussen umgestellt.

Zahlreiche Buslinien verbinden Wermelskirchen sowohl mit dem Bergischen Land als auch mit der Rheinschiene.

  • 240 Wermelskirchen – Remscheid-Lennep
  • 260 Remscheid – Wermelskirchen – Leverkusen-Schlebusch – Köln Hbf
  • 261 Wermelskirchen – Dhünn – Hückeswagen
  • 263 Wermelskirchen – Dabringhausen
  • 266 Wermelskirchen – Hünger – Burg (Wupper)
  • 652 Remscheid – Wermelskirchen
  • 672 Remscheid – Wermelskirchen
  • NE 12 Remscheid – Wermelskirchen
  • N 26 Köln – Burscheid – Wermelskirchen (Nachtverbindung)

Wermelskirchen gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher galt Wermelskirchen als Zentrum der Schuhfabrikation. Die Unternehmer Kattwinkel, Siebel und Flöring errichteten große Fabriken, deren Produkte und Marken (z. B.: Roland-Schuhe) weltweit bekannt wurden. Heute ist die Stadt ein Zentrum der Metallverarbeitung (Räder & Rollen (Tente Rollen, Rhombus Rollen Holding-GmbH, ALFOTEC GmbH Fördertechnik, Interroll, Steinco, Steintex, HaRo Fördertechnik), Schrauben & Bolzen (Hugo Dürholt)), sowie des Maschinen- und Werkzeugbaus.

Die Baumarktkette Obi, die ihren Firmensitz in Wermelskirchen hat, ist der größte Arbeitgeber vor Ort. Das regionale Finanzinstitut Stadtsparkasse Wermelskirchen hat sechs Geschäftsstellen im Stadtgebiet.

Wermelskirchen ist ansonsten vor allem gekennzeichnet durch eine klassische KMU-Struktur. Zurzeit sind etwa 2.500 Unternehmen in Wermelskirchen gemeldet. Bei der Mehrheit der ansässigen Firmen handelt es sich um Traditionsunternehmen, die in der zweiten oder dritten Generation geführt werden. Darüber hinaus haben sich aber auch in den letzten Jahren einige moderne und innovative Unternehmen, z. B. im Bereich EDV, Lasertechnik, Logistik und Medizintechnik, am Standort angesiedelt und gefestigt. Mit dem neuen Gewerbegebiet UPA1 (Unternehmenspark A1) in Wermelskirchen-Ostringhausen ist seit einigen Jahren die Ansiedlung von neuen wie von bereits in Wermelskirchen ansässigen Unternehmen gelungen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Wermelskirchen verfügt über fünf Grundschul(verbünde) mit sieben Standorten:

  • Grundschule Ost (zum Schuljahresbeginn 2015/2016 soll der Schulbetrieb in die neu errichtete Waldschule verlagert werden)
  • Schwanenschule
  • Katholische Grundschule
  • Grundschulverbund Haiderbach mit den Standorten Tente und Hünger sowie
  • der Grundschulverbund Dabringhausen/Dhünn mit den Standorten Dabringhausen und Dhünn.
Städtisches Gymnasium

Im Bereich der weiterführenden Schulen gibt es eine Hauptschule, eine Realschule, das Städtische Gymnasium sowie ab Schuljahresbeginn 2014/2015 die Sekundarschule. Dafür werden die Haupt- und die Realschule ab dem Schuljahrsbeginn 2014/2015 keine neuen Eingangsklassen mehr bilden. Darüber hinaus verfügt die Stadt über ein Berufskolleg, eine Förderschule (Pestalozzischule), eine Musikschule und die Volkshochschule Bergisch Land.[11] Seit dem 10. September 2007 gibt es in Wermelskirchen eine Außenstelle der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Kulturveranstaltungen sind die „Kattwinkelsche Fabrik“ und das „AJZ Bahndamm“ (Hardcore, Punk, Hip-Hop, Reggae, Dancehall, Ska, Heavy Metal) wichtige Anlaufstellen. Aus Wermelskirchen stammt die Punkrock-Band Ni Ju San sowie die Rock-Band Skin of Tears.

Seit 1991 ist die Stadtbücherei im denkmalgeschützten Gebäude der Kattwinkelschen Fabrik untergebracht. Das Medienangebot umfasst über 37.000 Medieneinheiten. Neben Sachliteratur, Romanen und Kinder- und Jugendbüchern bietet die Stadtbücherei auch eine Auswahl an Hörbüchern, CDs, CD-ROMs, Zeitschriften und DVDs an. Sechs internetfähige Computer stehen den Besuchern zur Verfügung. Pro Jahr verzeichnet die Stadtbücherei über 160.000 Entleihungen.

Der Bergische Geschichtsverein, Abt. Wermelskirchen, gibt eine Schriftenreihe unter dem Titel „Wermelskirchen Beiträge zu unserer Geschichte“ heraus. Dort werden lokal- und regionalgeschichtliche Aspekte untersucht und veröffentlicht.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Sportvereine sind der Wermelskirchener TV, dessen Handballer viele Jahre in der Handball-Regionalliga West spielten und neunmal am DHB-Pokal teilnahmen, sowie der TuS Wermelskirchen, der ab 2010 bis zum freiwilligen Rückzug in der Saison 2012/13 in der 3. Handball-Liga auflief. Die Damen des Judoclub Wermelskirchen[12] kämpfen seit 2013 in der 2. Judo-Bundesliga.

Die Fußballer des Dabringhauser TV kämpfen in der Bezirksliga um Punkte, der ehemalige Oberligist SV09/35 Wermelskirchen spielt mittlerweile in der Kreisliga A.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Markt die Evangelische Stadtkirche mit romanischem Turm des 12. Jahrhunderts.

An der oberen Remscheider Straße steht ein 1870 gepflanzter Mammutbaum, der alljährlich zu einem der größten lebenden Weihnachtsbäume Europas geschmückt wird.

Viele unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Beispiele sind das Häuserensemble „Am Markt“ in der Nähe der evangelischen Stadtkirche und die Bürgerhäuser an der Eich, die hauptsächlich von der Musikschule genutzt werden. Außerdem befindet sich hier ein Trauzimmer und ein Saal, in dem gelegentlich Rats- bzw. Fraktionssitzungen oder Musikveranstaltungen stattfinden.

In Dhünn-Haarhausen steht das älteste Fachwerkhaus Wermelskirchens, in dem Eichenbalken aus dem Jahre 1560 durch dendrochronologische Untersuchung festgestellt wurden. In Dhünn-Krähenbach steht ein weiteres altes Fachwerkhaus in dem Eichenbalken aus dem Jahre 1583 durch dendrochronologische Untersuchung festgestellt wurden.

In Dabringhausen-Großeledder steht ein barockes Haus aus dem Jahr 1777.

Des Weiteren bietet sich ein Besuch des Staudammes an der Großen Dhünntalsperre in Dabringhausen-Lindscheid an.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Monaten Mai bis Oktober findet im Ortsteil Eipringhausen jeweils am 3. Sonntag des Monats um 10:00 Uhr ein Motorradgottesdienst mit durchschnittlich 600 Teilnehmern statt. Ab 2009 beginnt die Motorradgottesdienst-Saison bereits im April.

Regelmäßig am letzten Augustwochenende findet die große Kirmes in Wermelskirchen statt. Fahrgeschäfte und andere Schausteller zeigen sich auf zwei Kirmesplätzen. Dazu gibt es einen großen Krammarkt. Den Abschluss der Kirmes bildet ein großes Höhenfeuerwerk.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Juni 2009 wurde am Flughafen Düsseldorf die Bombardier CRJ900 mit dem Kennzeichen D-ACNB der Fluggesellschaft Eurowings auf den Namen Wermelskirchen getauft.[13]

Die Handlung des Romans Absturz in Fahrtrichtung rechts von Jürgen Kasten aus dem Jahr 2013 spielt überwiegend in Wermelskirchen. Ausgangspunkt der Handlung ist ein Brandanschlag auf das AJZ Bahndamm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Wermelskirchen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Stadt verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Personen haben lange in Wermelskirchen gelebt oder sind hier verstorben.

  • Gustav Dellmann (1849–1914), Pastor in Wermelskirchen
  • Wilhelm Idel (1849–1927), deutscher Heimatforscher und Dichter
  • Casimir von Pászthory (1886–1966), ungarischer Komponist
  • Fritz Ihlau (1909–1995), deutscher Komponist
  • Paul Nitsch (1915–1997), Gründer der Musikschule und Leiter des Sinfonieorchesters
  • Gerhard Zantopp (1924–2003), deutscher Kommunalpolitiker (FDP), langjähriger Ratsherr von Wermelskirchen und Träger des Ehrenrings der Stadt

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1865, S. 26
  3. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1873, S. 366
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 298.
  5. Angaben: Rheinisch-Bergischer Kreis
  6. Sitzungsprotokoll des Stadtrates vom 26. Oktober 2009
  7. http://www.wermelskirchen.de/leben/politik/rat_der_stadt/stadtrat.php
  8. http://wahlen.citkomm.de/EUKW2014/05378032/index.htm
  9. http://www.wermelskirchen.de/leben/politik/rat_der_stadt/stadtrat.php
  10. Mobilität in Nordrhein-Westfalen – Daten und Fakten 2013. In: Straßenverkehr. Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, 2013, S. 64, abgerufen am 28. Mai 2015.
  11. http://www.wermelskirchen.de/leben/kultur/schulen/schulen.php
  12. http://www.jcwk.istcool.de/
  13. Pressemitteilung der Stadt Wermelskirchen zur Flugzeugtaufe, gesehen 14. Dezember 2009

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lydia Kieven: Kulturführer Rheinisch-Bergischer Kreis. Heider, Bergisch Gladbach 1998, ISBN 3-87314-334-8, S. 131–153.
  • Rheinisch-Bergischer Kalender, Jahrbuch seit 1920
  • Peter Josef Heinrichs: Geschichte der Stadt und der Stadtgemeinde Wermelskirchen. Kenzler, Wermelskirchen 1892. Digitalisat
  • Fischer, O., Wermelskirchen - die Stadt von über 1000 Jahren und seine Geschichte, Wermelskirchen 1926.
  • Karl-Heinz Marpe, Paul Hombrecher: Wermelskirchen - aus alten Tagebüchern eines liebenswürdigen Straßenmädchens. Wermelskirchen 1973.
  • Günter Schumacher (Hrsg.): Wermelskirchen - Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Remscheid 1983, ISBN 3-922055-69-9.
  • Nicolaus J. Breidenbach (Hrsg.): Alt-Wermelskirchen. Wermelskirchen 1991, ISBN 3-9802801-0-1.
  • Nicolaus J. Breidenbach (Hrsg.): Familien, Eigentum und Steuern in Wermelskirchen, Dabringhausen und Dhünn von 1666–1991. Wermelskirchen 2004, ISBN 3-9802801-8-7.
  • Nicolaus J. Breidenbach: Das Gericht in Wermelskirchen, Hückeswagen und Remscheid von 1639–1812. Wermelskirchen 2005, ISBN 3-9802801-5-2.
  • Nicolaus J. Breidenbach: Die Abtei Altenberg – ihre Güter und Beziehungen zu Wermelskirchen. In: Altenberger Blätter. Nr. 35, Odenthal 2006.
  • Nicolaus J. Breidenbach (Hrsg.), Dabringhausen Grunewald – Beiträge zur Geschichte der Pfarrei St. Apollinaris und des Wohnortes. Wermelskirchen 2010, ISBN 3-9802801-9-5.
  • Nicolaus J. Breidenbach: Großeledder – von der "Scala" über die "Jusche" zum "Seminar und Freizeit Hotel der Bayer Gastronomie". Wermelskirchen 2009, ISBN 3-9802801-6-0.
  • Nicolaus J. Breidenbach: Alte Höfe und Häuser im Wupperviereck in Wermelskirchen, Schloß Burg, Remscheid, Hückeswagen, Wipperfürth, Kürten, Lindlar, Odenthal, Burscheid. Wermelskirchen 2011, ISBN 978-3-9802801-2-9.
  • Nicolaus J. Breidenbach: Vor den Grafen von Berg im bergischen Land. Wermelskirchen 2011, ISBN 3-9802801-1-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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