Albrecht Achilles

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albrecht I. von Brandenburg
Albrecht Achilles von Brandenburg und seine zweite Gemahlin Anna von Sachsen

Albrecht von Brandenburg, genannt auch Albrecht Achilles (* 9. November 1414 in Tangermünde; † 11. März 1486 in Frankfurt am Main), war als Albrecht I. Markgraf zu Ansbach und Kulmbach sowie später als Albrecht III. Markgraf und Kurfürst von Brandenburg aus dem Haus Hohenzollern.

Sein Beiname Achilles geht auf den Juristen und Poeten Aeneas Sylvius, den späteren Papst Pius II., zurück, der ihn im Hinblick auf seine militärischen Erfolge als „den deutschen Achilles“ nannte.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der dritte Sohn des Markgrafen und Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg aus dessen Ehe mit Elisabeth von Bayern-Landshut.

Im Jahr 1434 veranstaltete Albrecht Achilles ein großes Turnier in Neustadt an der Aisch, bei dem der Kaiser Sigismund zugegen war.[2] Mit seinem Bruder Johannes unternahm Albrecht 1435 eine Pilgerreise nach Jerusalem in Begleitung von Hans Lochner, dem Leibarzt seines Vaters und Reiseberichterstatter dieser Palästinafahrt.[3]

Nach dem Tod seines Vaters 1440 erbte er zunächst das Fürstentum Ansbach, während seine Brüder dessen übrige Territorien erhielten. Pläne, die er für die Wiederbelebung des Herzogtums Franken hegte, ließen sich vor allem wegen des Nürnberger Widerstandes (Nürnberger Städtekrieg, Erster Markgrafenkrieg, Bayerischer Krieg) nicht durchsetzen. Beim Tod seines ältesten Bruders Johann des Alchimisten erbte er 1464 das Fürstentum Kulmbach. Als sein älterer Bruder Friedrich II. 1470 zu seinen Gunsten abdankte, fiel auch dessen Markgrafschaft Brandenburg einschließlich der Würde eines Kurfürsten und Erzkämmerers des Heiligen Römischen Reiches an Albrecht. Er vereinigte damit den gesamten fränkischen und brandenburgischen Besitz des Hauses Hohenzollern.

Albrecht Achilles zählt zu den bedeutenden Fürsten seiner Zeit. Er bewegte sich in der Politik sowohl als Kriegsführer als auch als Diplomat. Nachdem er die Herrschaft in Brandenburg übernommen hatte, gelang es ihm, den jahrelangen Stettiner Erbfolgekrieg 1472 siegreich zu beenden und die Lehnsoberhoheit über das gesamte Herzogtum Pommern zu erlangen.

Mit dem Würzburger Bischof Rudolf II. von Scherenberg und dem Bamberger Bischof Philipp von Henneberg kam es zu einem Kräftemessen zwischen weltlicher und geistlicher Macht. Nachdem er die Abgabe der Türkensteuer versagt und selbst mit der Erhebung einer „Pfaffensteuer“ gekontert hatte, wurde gegen ihn der Kirchenbann und das Interdikt ausgesprochen.

Im Jahr 1459 errichtete er eine süddeutsche Filiale des brandenburgischen Schwanenordens.

1460 machte er Ansbach zu seiner Residenz. 1469 übernahm er Triesdorf von den Seckendorffern auf Mannlehen. Triesdorf wurde später Jagdsitz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

Er verbriefte 1473 in der Dispositio Achillea, dem Hausgesetz der Hohenzollern, die Unteilbarkeit der Kurmark Brandenburg. Diese fiel nun jeweils dem ältesten Sohn des verstorbenen Kurfürsten zu. Noch im gleichen Jahr übergab er die Regierungsgeschäfte in Brandenburg an Johann Cicero, seinen ältesten Sohn aus erster Ehe. Seine fränkischen Besitzungen sollten nach seinem Tod seine beiden ältesten Söhne aus zweiter Ehe, Friedrich und Siegmund, erhalten.

1486 nahm er trotz schwerer Krankheit am Reichstag zu Frankfurt am Main teil, auf dem Maximilian I. zum König gewählt wurde. Unter den Belastungen des Reichstags starb Albrecht Achilles dort am 11. März 1486. Am 19. Juni 1486 wurde er in der Klosterkirche von Heilsbronn beigesetzt. Seine Witwe, die Kurfürstin Anna, zog 1487 von Ansbach, wo sie zunächst bei ihrem Sohn Friedrich gewohnt hatte, an ihren von Albrecht bestimmten Witwensitz Neustadt an der Aisch[4] um und hielt dort Hof.

Ehen und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht Achilles war zweimal verheiratet. 1445 heiratete er in erster Ehe Margarete von Baden (* 1431; † 24. Oktober 1457 in Ansbach), Tochter des Markgrafen Jakob I. von Baden. Die Ehe war allerdings nicht glücklich. Margarete verstarb bereits 1457. Aus der Ehe gingen drei Söhne und drei Töchter hervor:

Im November 1458 heiratete er in zweiter Ehe Anna von Sachsen, eine Tochter des Kurfürsten Friedrich II. von Sachsen. Mit ihr hatte er fünf Söhne und acht Töchter:

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahnentafel Albrecht III. von Brandenburg
Ururgroßeltern

Burggraf
Friedrich IV. von Nürnberg (1287–1332)

Margarethe von Kärnten (1289–1348)

Graf
Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen (1272–1340)

Adelheid von Hessen (1268–1317)

Markgraf
Friedrich I. von Meißen (1257–1323)
∞ 1300
Elisabeth von Lobdeburg-Arnshaugk (1286–1359)

Kaiser
Ludwig IV. (1282–1347)
∞ 1308
Beatrix von Schlesien-Schweidnitz (1290–1322)

König
Friedrich II. von Sizilien (1272–1337)
∞1302
Eleonore von Anjou (1289–1341)

Stefano Visconti (1288–1327)
∞1318
Valentina Doria

Statthalter
Mastino II. della Scala (1308–1351)
∞1323
Taddea von Carrara

Urgroßeltern

Burggraf
Johann II. von Nürnberg (1309–1357)

Elisabeth von Henneberg-Schleusingen (1310–1377)

Markgraf
Friedrich II. von Meißen (1310–1349)
∞ 1328
Mathilde von Bayern (1313–1346)

Herzog
Stephan II. von Bayern (1319–1375)
∞ 1328
Elisabeth von Sizilien (1309–1349)

Statthalter
Bernabò Visconti (1323–1385)
∞1350
Beatrice Regina della Scala (1330–1384)

Großeltern

Burggraf Friedrich V. von Nürnberg (1333–1398)
∞ 1350
Elisabeth von Meißen (1329–1375)

Herzog Friedrich von Bayern-Landshut (1339–1393)
∞ 1381
Maddalena Visconti (1366–1404)

Eltern

Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg (1371–1440)
∞ 1401
Elisabeth von Bayern (1383–1442)

Kurfürst Albrecht Achilles (1414-1486)

Standbild in der Siegesallee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der von der Berliner Bevölkerung als Puppenallee belächelten Siegesallee errichtete der Bildhauer Otto Lessing für die Denkmalgruppe 17 eine Statue von Albrecht Achilles als zentrales Standbild. Als Nebenfiguren waren dem Denkmal Büsten von Werner von der Schulenburg und von Ludwig von Eyb dem Älteren (1417–1502), Erbkämmerer und Chronist aus der Familie Eyb, zugeordnet. Die Denkmalgruppe wurde am 28. August 1900 enthüllt. Lessing orientierte sich in seiner Darstellung weitgehend am Stifterbild Albrechts vom Schwanenordensaltar in der Gumpertskirche von Ansbach. Albrechts Ritterschaft im Schwanenorden unterstrich Lessing zudem mit einer Ordenskette, die Albrecht um den Hals trägt.[5]

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1476 führte er die folgende Titulatur:

„Wy albrecht von gotts gnaden Marggrave to Brandemborg, des heyligen Romischen Rikes ertzkemerer (und Kurfurste) to Stettin pomern der Cassuben und Wenden Hertzoge, Burggrave zu Noremberg und Furste to Rugen“.[6]
(„Wir Albrecht von Gottes Gnaden Markgraf zu Brandenburg, Erzkämmerer (und Kurfürst) des Heiligen Römischen Reiches, Herzog zu Stettin, zu Pommern, Herzog der Kaschuben und der Wenden, Burggraf zu Nürnberg, Fürst zu Rügen“.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Zapf: Albrecht Achilles und sein Verhältniß zum deutschen Reich. 1868 (Digitalisat)
  • Willy Böhm: Albrecht, Kurfürst von Brandenburg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 243–252.
  • Erich Freiherr von Guttenberg: Albrecht Achilles. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 161–163 (Digitalisat).
  • Cordula Nolte: Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs- und Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (1440 - 1530). Ostfildern 2005.
  • Gabriel Zeilinger: Gruppenbild mit Markgraf. Albrecht "Achilles" von Brandenburg (1414-1486), die Reichsfürsten seiner Zeit und die Frage nach zeitgenössischer und historischer Prominenz, in: Fürsten an der Zeitenwende zwischen Gruppenbild und Individualität. Formen fürstlicher Selbstdarstellung und ihre Rezeption (1450-1550) (Residenzenforschung, Bd. 22), hg. O. Auge u. a., Ostfildern 2009, S. 291–307, mit weiterführender Literatur.
  • Wolfgang Wüst: Der kaiserliche Feldherr und Nürnberger Burggraf Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg (1414–1486), in: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen 113 (2012/2013) S. 151–170; betrifft: Schlacht und Belagerung der nordschwäbischen Stadt Gundelfingen im Reichskrieg 1462 durch den Markgrafen. ISSN 0073-2699.
  • Mario Müller (Hrsg.): Kurfürst Albrecht Achilles (1414-1486). Kurfürst von Brandenburg, Burggraf von Nürnberg. (Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelfranken Bd. 102), Ansbach 2014. ISSN 0341-9339. [713 Seiten umfassender Aufsatzband mit 26 Beiträgen, Stammtafel und Itinerar sowie umfangreicher Bibliographie.]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ADB, S. 243
  2. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828-1978.) S. 50.
  3. Gundolf Keil: Lochner, Hans. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 859 f.
  4. Max Döllner (1950), S. 51.
  5. Uta Lehnert: Der Kaiser und die Siegesallee. Réclame Royale, Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1998, S. 161 ISBN 3-496-01189-0.
  6. Georg Wilhelm von Raumer: Codex diplomaticus Brandenburgensis continuatis. Sammlung ungedruckter Urkunden zur Brandenburgischen Geschichte. Band 2, Fr. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1833, Nr. XXIII 1476, S. 20.
VorgängerAmtNachfolger
Friedrich I.Markgraf von Brandenburg-Ansbach
1440–1486
Friedrich V.
JohannMarkgraf von Brandenburg-Kulmbach
1464–1486
Siegmund
Friedrich II.Kurfürst von Brandenburg
1471–1486
Johann Cicero