Klais (Krün)

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Klais
Gemeinde Krün
Koordinaten: 47° 29′ 0″ N, 11° 14′ 0″ O
Höhe: 933 m
Postleitzahl: 82493
Vorwahl: 08823
Klais, im Hintergrund das Karwendel
Klais, im Hintergrund das Karwendel
Ehemaliger Gasthof
Reste der Römerstraße
Platz des ehemaligen Klosters Scharnitz

Klais ist ein Ortsteil der Gemeinde Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen in Oberbayern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klais liegt am Eingang (Mautstraße) zum Elmauer Hochtal mit Schloss Kranzbach und Schloss Elmau. Hier ist die Pforte zum Wettersteingebirge mit dem bekannten Jagdschloss König Ludwigs II. am Schachen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klais ist der älteste Ort mit urkundlicher Erwähnung im Werdenfelser Land. Diese ist in Form einer Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Scharnitz in Klais im Jahre 763 vorhanden.

1972 wurden bei Ausgrabungen Reste eines 1.200 Jahre alten Gründungsklosters der Benediktiner zu Tage gefördert, was Experten als „bemerkenswert“ bezeichneten. Zusätzlich legte man Teile der Römerstraße Via Raetia von Verona nach Augsburg frei, deren beeindruckende Radspuren noch heute im „Römerweg“ am östlichen Ortsrand zu sehen sind. Von dieser „Geleisestrecke“ könnte Klais seinen Namen haben.

Vielleicht bezog Klais seinen Namen auch von der oben erwähnten Benediktinergründung, denn Kloster hieß damals Clausura, also Klausur, und daraus könnte dann Klais geworden sein. Diese „Kloster-Scharnitz-Zeit“ dauerte jedoch nur zwei Jahrzehnte, dann fiel der Komplex einem geschichtlich erwiesenen Großbrand zum Opfer und Klais verfiel zu einer Einöde.

Erst 1912 erwachte Klais zu neuem Leben durch den Bau der neuen Bahnlinie Garmisch-Mittenwald-Innsbruck. Eine vorgeschlagene Trassenführung nahe bei Krün wurde von dortigen Bauern mit der Begründung abgelehnt, sie ließen sich ihre Felder und die Arbeit als Flößer nicht wegnehmen. Durch die Bahnlinie wurden das Wirtschaftsleben und der Fremdenverkehr gefördert. Bis dahin bestand der Ort Klais nur aus der Post- und Tavernenstation (Gasthof Post), der inzwischen zur Postkartenberühmtheit gelangten Kapelle, dem Bauernhaus und dem abseits gelegenen Forsthaus.

Mit der Eisenbahn setzte ein reger Holzhandel ein und der Ort wurde zum Umschlagplatz der gesamten Holzwirtschaft von Hinterriß bis Scharnitz. Ein zusätzliches Sägewerk sicherte für damalige Verhältnisse dem ganzen Hinterland Arbeitsplätze.

Zögernd kamen die ersten Urlauber, darunter als erster Gast der Zeitungsverleger Knorr-Hirth der „Münchner neuesten Nachrichten“. Noch war man zu sehr mit dem Holzhandel beschäftigt, um sich auf diesen neuen Erwerbszweig konzentrieren zu können. Erst ab 1930 entstanden die ersten Privathäuser mit Pensionen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Klais

Der Bahnhof von Klais ist mit 933 Metern der höchste bayerische Bahnhof an einer Normalspurstrecke und war bis zum Wegfall der InterCity-Verbindung München–Innsbruck (2007) Deutschlands höchste IC-Station. Durch Klais verkehrt die Mittenwaldbahn. Der Bahnhof Klais ist der einzige Bahnhof der Gemeinde Krün, er hat eine große Bedeutung für die Urlaubsregion um Krün, Wallgau und Elmau. Im Winter nutzen die Wochenendausflügler den Bahnhof als Ausgangspunkt ihres Skilanglaufes, die gespurten Loipen befinden sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Schwarzenberger, Wolf-Armin von Reitzenstein: 763-2013: 1250 Jahre Klais – Geschichte und Entwicklung des Ortes an der Römerstraße. Herausgegeben von der Gemeinde Krün. Schober, Krün 2013.
  • Wolfgang Wüst: Ein Kloster in der Scharnitz, in: Gemeinde Krün (Hg.), 763-2013: 1250 Jahre Klais – Geschichte und Entwicklung des Ortes an der Römerstraße, Krün 2013, S. 15–27. ISBN 978-3-00-041974-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Klais (Krün) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien