Innsbruck Hauptbahnhof

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Innsbruck Hauptbahnhof
Innsbruck Hbf 2.jpg
Blick auf den Südtiroler Platz und das Bahnhofsgebäude vom Süden aus
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise
  • 7 Fernbahngleise
  • 4 Stumpfgleise
  • 3 Tramgleise
Abkürzung

I

Eröffnung

1858

Webadresse

ÖBB Reisezentrum Innsbruck Hbf

Architektonische Daten
Architekt

Franz Czwerwenka

Lage
Stadt/Gemeinde

Innsbruck

Bundesland Tirol
Staat Österreich
Koordinaten 47° 15′ 49,9″ N, 11° 24′ 3,2″ OKoordinaten: 47° 15′ 49,9″ N, 11° 24′ 3,2″ O
Höhe (SO) 582 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich
i11i16i18

Der Innsbrucker Hauptbahnhof ist ein Durchgangsbahnhof und liegt östlich des Innsbrucker Stadtzentrums.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof liegt in der Innsbrucker Innenstadt an der Grenze zu Pradl. Zum Areal des Hauptbahnhofs gehört auch der Frachtenbahnhof Innsbruck, der wegen der 1994 fertiggestellten Güterzugsumfahrung Innsbruck (Inntaltunnel) seine Bedeutung teilweise verloren hat und im Zuge der Stadtentwicklung in ein Wohngebiet umgewandelt werden soll. Der Verschiebebahnhof des Eisenbahnknotens Innsbruck befindet sich in Hall in Tirol. Neben dem Bahnhof befinden sich unzählige Einkaufsmöglichkeiten, so ist das Einkaufszentrum Sillpark unmittelbar daneben und die Maria-Theresien-Straße ist fußläufig erreichbar.

Verkehrsbedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit etwa 25.000 Fahrgästen pro Tag[1] (laut ÖBB-eigenen Angaben) gehört er zu den Bahnhöfen mit dem höchsten Fahrgastaufkommen in Österreich. (In einer Beschreibung zum Bahnhofsumbau werden 34.000 Fahrgäste genannt.[2] Diese Zahl wird allerdings nirgendwo bestätigt.)

Die Bedeutung des Bahnhofs liegt im Pendlerverkehr in die Tiroler Landeshauptstadt und in einer Knotenfunktion für den Ost-West-Verkehr (Budapest)–WienSalzburgWörgl–Innsbruck–(Zürich)/Bregenz und den Nord-Süd-Verkehr München–Wörgl–Innsbruck–BozenVerona–(Mailand/Venedig/Rom). Seit Dezember 2007 ist er auch zentraler Punkt der S-Bahn Tirol.

Die Eisenbahnstrecke zwischen Baumkirchen (circa 15 km östlich von Innsbruck Hauptbahnhof) und Wörgl Hauptbahnhof (genannt Unterinntalbahn) zählt zu den meistbefahrenen Eisenbahnstrecken Österreichs (bis zu 430 Züge am Tag) und wird deshalb derzeit im Zuge der TEN-Achse Berlin–Palermo viergleisig ausgebaut. In Wörgl Hbf teilt sich die Bahnstrecke in den nördlichen Ast über Kufstein nach Salzburg und München einerseits und in den östlichen Ast über Zell am See nach Salzburg, Graz und Klagenfurt (Giselabahn) andererseits.

Der Hauptbahnhof hat acht Durchfahrtsgleise – wobei Bahnsteig 1 als „Hausbahnsteig“ ebenerdig erreichbar ist – und vier Kopfgleise (Bahnsteige 21–22, 31 und 41) für den regionalen Personenverkehr über die Mittenwaldbahn, die Arlbergbahn und die Brennerbahn. Bahnsteig 8 ist von Osten zugänglich und wurde für die Autoverladung auf Autoreisezüge verwendet; seit Dezember 2014 gibt es in Innsbruck keine Entlade-/Verlademöglichkeit für Autoreisezüge mehr.[3][4][5]

Der Hauptbahnhof ist auch zentrale Station der Linien  S1 ,  S2  und  S3  sowie Endpunkt der Linien  S4  und  S5  der S-Bahn Tirol.

Der Bahnhofsvorplatz – Südtiroler Platz genannt – ist ein Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr und bindet die meterspurige Straßenbahn, die Stubaitalbahn sowie regionale und innerstädtische Buslinien ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Hauptbahnhof 1858–1956[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südbahnhof mit Vereinigungsbrunnen, um 1909

Die Planungen einer Eisenbahnstrecke auf Tiroler Gebiet begannen ab dem Jahr 1850. Drei Jahre später genehmigte Kaiser Franz Joseph I. die Trassenführung von Innsbruck bis Wörgl und ein Jahr darauf weiter bis zur Landesgrenze bei Kufstein. Franz Czwerwenka, der Leiter der Zivilbauleitung, entwarf den Hauptbahnhof, der zu seiner Zeit als eines der schönsten Aufnahmegebäude der Monarchie galt. Mit der Eröffnung der Strecke zwischen Kufstein und Innsbruck wurde das Bahnhofsgebäude in Betrieb genommen. Er lag damals noch inmitten von Wiesen und Feldern. Eine größere Bedeutung erfuhr der Bahnhof auch mit der Inbetriebnahme der Brennerbahn (damals Südbahn) 1867 und mit der Arlbergbahn 1883, für die der Innsbrucker Westbahnhof angelegt wurde. Durch den Zugverkehr über den Brennerpass war der Bahnhof bereits zu klein geworden, daher wurden das Aufnahmegebäude und die Bahnsteighalle umgebaut.

Am 1. Jänner 1924 übernahmen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die österreichischen Strecken der damaligen Südbahngesellschaft. 1927 wurde daher der Bahnhof dem gestiegenen Verkehrsaufkommen angepasst und umgebaut. Die Abfahrtshalle erhielt Fresken von Rudolf Stolz, die Bahnsteige Unterführungen und statt einer Bahnsteighalle wurden billigere Bahnsteigdächer verwendet. Im heute noch bestehenden „Uhrturmgebäude“, im Nordtrakt gelegen und so genannt wegen eines kleinen Uhrturms an der Spitze, war die Betriebsdirektion untergebracht.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof durch die Alliierten völlig ausgebombt.

2. Hauptbahnhof 1956–2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude um 1960
BW

Ein ÖBB-Architekt führte die Entwürfe bekannter Architekten zusammen, es entstand ein schlichtes, funktionales Gebäude im Stil der 1950er Jahre. Der österreichische Künstler Max Weiler erhielt 1954 den Auftrag zur Ausgestaltung der großen Abfahrtshalle, dessen beide Wandgemälde sorgten wegen der abstrahierenden Darstellung der Innsbrucker Geschichte und Gegenwart für einen Skandal.

In den 1980er Jahren bekam der Bahnhof kleinere Umbauten, war dann aber nicht mehr zeitgemäß für den Betrieb.

3. Hauptbahnhof seit 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der 1997 gestarteten Bahnhofsoffensive der ÖBB wurde ein Bahnhofsneubau beschlossen. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Riegler Riewe. Der Spatenstich erfolgte 2001 und die offizielle Eröffnung war am 19. Mai 2004. Die gesamten Baukosten betrugen 25 Millionen Euro.

Zentrales Bauteil ist die Haupthalle, die durchgehend bis zum Untergeschoss reicht, mit Zugang zu den Bahnsteigen über zwei Tunnel (Nordtunnel und Südtunnel), zur Tiefgarage (von dort weiterer Personentunnel ins Hotel Europa und Aufgänge zu den Bus- und Straßenbahnterminals), einem weiteren Personentunnel zum Busbahnhof und zu Ladenlokalen. Daran schließt nördlich ein Bürogebäude an. Das Uhrturmgebäude aus den 1920er Jahren wurde renoviert und beherbergt heute u.a. eine Polizeiinspektion.

Die markanten Fresken von Max Weiler wurden mitsamt wenigen Zentimetern Mauerwerk in einem Stück abgenommen und in der jetzigen Bahnhofshalle wieder aufgehängt.

Der Bahnhofsvorplatz wurde ebenfalls umgestaltet und mit rot eingefärbtem Asphalt versehen. Für eine überlegte Direktführung der Stubaitalbahn vom Hauptbahnhof nach Wilten wurde am Südende des Platzes ein Gleisknoten errichtet. Die Direktführung wird allerdings nicht realisiert werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen & Fakten. In: www.bahnhofcenter-innsbruck.at. Bahnhof Center Innsbruck, 8. Juli 2014, abgerufen am 9. April 2016 (Datum laut HTTP-Header Last-Modified).
  2. Bahnhofsoffensive Innsbruck Neubau Aufnahmegebäude. FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH, abgerufen am 9. April 2016.
  3. Autoreisezug Wien-Innsbruck eingestellt. In: help.orf.at. 17. November 2014, abgerufen am 30. März 2016.
  4. Kein Ticket für den letzten Autoreisezug. In: help.orf.at. 15. November 2014, abgerufen am 30. März 2016.
  5. Autoreisezug. In: ticket.oebb.at. Abgerufen am 31. März 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]