Krün

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Krün
Krün
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krün hervorgehoben
Koordinaten: 47° 30′ N, 11° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Höhe: 875 m ü. NHN
Fläche: 36,32 km2
Einwohner: 1910 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 82494, 82467, 82493
Vorwahl: 08825
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 122
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
82494 Krün
Webpräsenz: www.kruen.de
Bürgermeister: Thomas Schwarzenberger (CSU)
Lage der Gemeinde Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
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Über dieses Bild
Krün
Rathausplatz von Krün

Krün ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Sie gehört zum Werdenfelser Land und zur Region Bayerisches Oberland. Wenige Kilometer südlich verläuft die deutsch-österreichische Grenze.

Zusammen mit Mittenwald und Wallgau bildet Krün den Tourismusverbund Alpenwelt Karwendel, der die Region ganzjährig als Ausgangspunkt für Sport- und Freizeitaktivitäten wie Wandern und Skilanglauf vermarktet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krün liegt im Oberen Isartal, knapp 100 km südlich von München und 15 km östlich von Garmisch-Partenkirchen. Der Ort befindet sich 6 km nördlich von Mittenwald und 2 km südlich von Wallgau. Im Osten erhebt sich die Soierngruppe mit der von Krün aus nicht sichtbaren Soiernspitze (2257 m ü. NN) sowie den Hausbergen Schöttlkarspitze (2050 m ü. NN), Seinskopf (1961 m ü. NN) und Signalkopf (1895 m Höhe über dem Meeresspiegel). Weiter südöstlich erstreckt sich oberhalb Mittenwalds das Karwendelgebirge, das gleichzeitig Namensgeber der Tourismusregion ist, mit durchschnittlichen Höhen von ca. 2300 m ü. NN. In südwestlicher Richtung dominiert das Wettersteingebirge mit der vom Ort aus sichtbaren Zugspitze (2964 m ü. NN) und der markanten Alpspitze (2628 m ü. NN). Im Nordwesten befindet sich das Estergebirge mit der höchsten Erhebung des Ortes, dem Klaffen (1829 m ü. NN).

Im Osten Krüns fließt die noch junge Isar in zunächst nördlicher Richtung. Der Überleitungskanal zum Walchensee und dem dazugehörigen Wasserkraftwerk verläuft durch die Gemeinde in Richtung Wallgau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Krün, Barmsee, Elmau, Gerold (Krün), Klais, Kranzbach und Plattele.[2]

Tagungsort des G7-Gipfels 2015: Schloss Elmau in der Gemeinde Krün

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krün wurde als geruen im Jahre 1294[3] mit zwei zum Kloster Benediktbeuern gehörenden vaccariae (Schwaigen) erstmals urkundlich erwähnt. Dem ursprünglichen Flurnamen liegt das mittelhochdeutsche Wort gerüne (eine Haufe, eine Anzahl umgehauener Baumstämme) zugrunde.[4][5] 1491 benötigte das Kloster wegen des Klosterbrandes im Vorjahr erhebliche Mittel für den Wiederaufbau und veräußerte Krün mit inzwischen vier Höfen an das Hochstift Freising, dem der Ort bis 1803 unterstand. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört er zum Kurfürstentum Bayern. Krün war Bestandteil der zum Hochstift Freising zählenden ehemaligen Grafschaft Werdenfels. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Die „Kreuzreliquie“ von Krün[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Freiherr von Ritter zu Groenesteyn war von 1909 bis 1934 Bayerischer Gesandter beim „Heiligen Stuhl“. Für seine Verdienste im Verlauf seiner 25-jährigen Tätigkeit erhielt er als Abschiedsgeschenk aus den Händen von Papst Pius XI. eine Kreuzreliquie mit einem angeblich echten Splitter (Partikel) des „heiligen Kreuzes des Herrn Jesus Christus“. Von Ritter ließ zur Aufbewahrung „dieser unschätzbar wertvollen Reliquie“ ein silbernes Reliquiar in barocker Art anfertigen, das er 1934 der Kirche St. Sebastian in Krün stiftete.[6]

Seit 1912 war die Familie von Ritter durch jährliche Ferienaufenthalte mit der Gemeinde Krün so eng verbunden, dass Otto Freiherr von Ritter zu Groenesteyn 1934 zu seinem 70. Geburtstag für seine Verbundenheit und Verdienste um die Gemeinde die Ehrenbürgerschaft verliehen wurde.

G7-Gipfel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krün war im Jahr 2015 Ausrichtergemeinde des G7-Gipfels. Dieser wurde am 7. und 8. Juni 2015 im zur Gemeinde gehörenden Schloss Elmau abgehalten.[7] Anlässlich des G7-Gipfels statteten Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama der Dorfbevölkerung von Krün vor dem Rathaus einen Besuch ab.[8][9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1840: 0237 Einwohner
  • 1900: 0361 Einwohner
  • 1950: 1785 Einwohner
  • 1970: 1551 Einwohner
  • 1991: 1916 Einwohner
  • 1995: 1872 Einwohner
  • 2000: 1961 Einwohner
  • 2005: 1986 Einwohner
  • 2010: 1922 Einwohner
  • 2015: 1910 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 13 Mitgliedern einschließlich des Bürgermeisters zusammen.

CSU Bürgerliche
Wählergemeinschaft
Freie Wähler-
gemeinschaft Klais
Aktiv für Krün Gesamt
2002 4 3 2 3 12 Sitze
2008 6 2 1 3 12 Sitze
2014 6 2 2 2 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Thomas Schwarzenberger (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Josef Zahler (CSU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot eine goldene Mitra mit abhängenden Bändern, der schräg gekreuzt ein silberner Flößerhaken und ein silberner Abtstab unterlegt sind. Die Farben Rot, Gold und Silber repräsentieren sowohl die beiden geistlichen Grundherrschaften des Klosters Benediktbeuern (rot/silber) und des Hochstifts Freising (rot/gold) als auch die politische Zugehörigkeit zur ehemaligen Grafschaft Werdenfels. Die Mitra erinnert ebenfalls an den Freisinger, der Abtstab an den Benediktbeurer Herrschaftsbereich. Der Flößerhaken dokumentiert die große Bedeutung dieses Handwerks für Krün und seine wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Hohen Kranzberg bei Mittenwald in Richtung Krün, Wallgau und Isar
Blick auf Krün von unterhalb des Seinskopfes aus

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 1749 T€, davon waren 509 T€ (netto) Gewerbesteuereinnahmen.[12]

Im Jahr 2012 gab es 641 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Davon waren vier im Bereich der Land- und Forstwirtschaft, 23 im Bereich des produzierenden Gewerbes, 536 im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, 30 im Bereich der Unternehmensdienstleister und 48 im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleister. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 642. Im verarbeitenden Gewerbe (einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine Betriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. 2010 bestanden zudem 21 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 411 ha. In Sachen Tierhaltung überwog der Bestand an Rindern deutlich.[13]

51 größere Beherbergungsbetriebe (einschließlich Campingplätze) mit 1379 angebotenen Gästebetten und 365.983 Gästeübernachtungen im Jahr 2013 belegen die Bedeutung des Fremdenverkehrs für die Gemeinde. Hinzu kamen weitere 120.326 Übernachtungen in Privatquartieren.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krün liegt an der Deutschen Alpenstraße. Die Bundesstraße 11 verläuft in nördlicher Richtung über Wallgau und Walchensee nach Kochel am See. Am südlichen Ortsende mündet die von München kommende Bundesstraße 11 in die Bundesstraße 2.

Über die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (DB Oberbayernbus) und das Schienennetz der Deutschen Bahn ist der Ort gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt. Am gemeindlichen Bahnhof im Ortsteil Klais halten stündlich die Regionalbahnen von München nach Mittenwald und von Reutte nach Innsbruck. Bis 2007 war der Bahnhof an die InterCity-Strecke zwischen München und Innsbruck angebunden.[15]

Für die Urlauber existiert zudem ein Busliniennetz, das mit der Gästekarte der Alpenwelt Karwendel kostenlos genutzt werden kann. Die Ski-, Wander- und Almbusse der Tourismusregion fahren im Sommer die Wanderwege und Almen und im Winter die Skigebiete sowie Langlaufloipen an.[16]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 gab es einen Kindergarten mit 55 Plätzen. Sechs Angestellte waren für die Betreuung von 33 Kindern unter zwölf Jahren zuständig.[17] Für Kinder im schulpflichtigen Alter wird eine Nachmittagsbetreuung angeboten. Die Grundschule wird als Nebenstelle der Volksschule Wallgau-Krün vom Hauptsitz in der Nachbargemeinde Wallgau aus verwaltet.

Seen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es mehrere kleine Seen: Barmsee, Geroldsee (Wagenbrüchsee), Grubsee und Tennsee. Am südlichen Ortsende befindet sich der künstlich aufgestaute Isarstausee am Stauwehr Krün, bei dem der Obernachkanal zum Walchensee abzweigt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Sebastian

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Wüst (* 10. Juli 1953), Historiker und Professor, ist im Ort geboren.
  • Armin Bittner (* 28. November 1964), ehemaliger Skirennläufer und mehrfacher Slalomweltcupsieger, stammt aus Krün.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Freiherr von Ritter zu Groenesteyn[6][18]
  • Josef Wüst[19]
  • Josef Zahler, Altbürgermeister[20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Kriner: Von Geruen zu Krün. Von der Schwaige zum Dorf. Siedlungsgeschichte des oberen Isartales und Entwicklung des Werdenfelser Dorfes Krün. Gemeinde Krün, Krün 1994

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Krün – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. BHStA, KL Benediktbeuern 32
  4. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung. Oberbayern C. H. Beck, München 2006, S. 146, ISBN 978-3406552069
  5. Benecke, Müller, Zarncke: gerüne. In: Mittelhochdeutsches Wörterbuch / woerterbuchnetz.de. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  6. a b Gemeinde Krün: Festschrift zum 150. Geburtstag von Otto Freiherr von Ritter zu Groenesteyn. Krün 2014
  7. http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2014/10/2014-10-13-g7-gipfel-elmau.html
  8. http://www.faz.net/aktuell/politik/g-7-gipfel/der-maechtigste-mann-der-welt-im-bayerischen-dorf-kruen-13634249.html
  9. https://www.theguardian.com/world/2015/jun/07/merkel-obama-beer-sausage-breakfast-g7-summit
  10. http://www.alpenwelt-karwendel.de/wahl-gemeinderat-kruen-2014
  11. https://www.hdbg.eu/gemeinden/web/index.php/detail?rschl=9180122
  12. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2012: Krün (PDF-Datei; 1,67 MB)
  13. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09180122.pdf
  14. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09180122.pdf
  15. http://www.pro-bahn.de/weilheim/klais.htm
  16. http://www.alpenwelt-karwendel.de/wanderbus
  17. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09180122.pdf, S. 16
  18. http://www.bwg-kruen.de/1343.html
  19. http://www.bwg-kruen.de/1297.html
  20. https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/mittenwald/ehrenbuergerwuerde-kruens-altbuergermeister-sepp-zahler-4798180.html