Kreuznacher Kleinbahnen

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Die Kreuznacher Kleinbahnen erschlossen vierzig Jahre lang vom Nahetal aus mit zwei Strecken das Vorland des Hunsrücks.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Kurstadt Bad Kreuznach aus führte seit 1896 eine vom Landkreis Bad Kreuznach erbaute und betriebene Schmalspurbahn in der Spurweite von 750 mm nach Winterburg, die sich vor der Lohrermühle, wo ein Gleisdreieck angelegt wurde, nach Wallhausen verzweigte. Damit hatte das Netz einen Umfang von insgesamt 28 km.

Die Eröffnung der Strecke nach Winterburg, die im Tal des Ellerbachs hinaufführte, fand am 3. August 1896 statt, die der Zweigbahn im Gräfenbachtal nach Wallhausen am 15. August. Der Güterverkehr, der erst am 7. September 1896 folgte, blieb stets ohne Bedeutung. Er hatte seinen Ausgangspunkt am Güterbahnhof der Staatsbahn im Stadtteil auf dem linken Naheufer, wo Frachten zwischen Staatsbahn und Kleinbahn umgeladen werden konnten.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Personenzüge in den Hunsrück begannen anfangs am Haltepunkt Neumorgen, seit dem 1. Mai 1897 am Holzmarkt. Vom 9. Mai 1898 bis in die 1920er Jahre gab es auch Personenverkehr vom Holzmarkt in Richtung Übergabebahnhof, wo sich damals – bis 1904 – der Staatsbahnhof Kreuznach Stadt befand; daneben gab es schon den Bahnhof Bad Kreuznach in der Nähe der heutigen Station der DBAG. In der Stadt lagen die Kleinbahngleise ähnlich denen der Straßenbahn, mit denen sie sich kreuzten, auf der Straße.

Übernahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1900 übernahm die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft die Betriebsführung des noch als Kreis Kreuznacher Kleinbahnen firmierenden Unternehmens, und vier Jahre später wurden die Vereinigten Westdeutschen Kleinbahnen AG in Köln dessen Eigentümer. 1927 trat an deren Stelle die Vereinigte Kleinbahnen AG, die auch die Betriebsführung übernahm.

Stilllegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der nach dem Ersten Weltkrieg beginnenden wirtschaftlichen Krise erholte sich die Kleinbahn nicht mehr; zeitweise drohte schon die Stilllegung. Immerhin fuhren im Sommer 1934 und bis zum schließlichen Ende, von Bad Kreuznach noch täglich drei Züge nach Winterburg und vier nach Wallhausen und zurück.

Der 1. August 1936 war der letzte Betriebstag der Kreuznacher Kleinbahnen. Den Ersatz stellten Omnibusse der Deutschen Reichsbahn her.

Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A.

  • 0,0 Bad Kreuznach Reichsbahn Umladebahnhof (ehemaliger Stadtbahnhof)
  • 0,5 Bad Kreuznach Reichsbahn Güterbahnhof (ehemaliger Stadtbahnhof)
  • 1,1 Bad Kreuznach Eisenbahnbrücke Hp
  • 1,6 Bad Kreuznach Stadthaus Hp
  • 2,0 Bad Kreuznach Holzmarkt

B.

  • 0,0 Bad Kreuznach Holzmarkt
  • 0,7 Bad Kreuznach Weinbauschule Hp (vorher Endpunkt der Personenzüge Neumorgen)
  • 0,9 Bad Kreuznach Kleinbahnhof
  • 1,5 Gleisdreieck (Betriebspunkt mit Stellwerk)
  • 1,9 Lohrermühle Hp
  • 3,4 Rüdesheim (Kreis Kreuznach)
  • 6,4 Weinsheim (Kreis Kreuznach)
  • 9,3 Brauchsmühle (Waldböckelheim) Hp
  • 9,9 Sponheim
  • 11,0 Burgsponheim (Waldböckelheim) Hp
  • 14,3 Bockenau
  • 17,2 Daubacher Brücke Hp (Anschluss zu den Tongruben)
  • 18,5 Winterburg

C.

  • 0,0 Gleisdreieck (Betriebspunkt mit Stellwerk)
  • 0,7 Lohrermühle Straßenübergang Hp
  • 1,1 Hargesheim
  • 2,1 Roxheim
  • 5,0 Gutenberg
  • 7,4 Wallhausen (Kreis Kreuznach)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brumm, Rudolf: Die Kreuznacher Kleenbahn 1896-1936 Bad Kreuznach 1977
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen – Band 1: Rheinland-Pfalz/Saarland. EK Verlag, Freiburg 1989, ISBN 3-88255-651-X
  • Stationsverzeichnis der Eisenbahnen Europas 1934