Kwilu (Distrikt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kwilu
Kwilu
DCongoKwilu.png
Lage des Distriktes Kwilu
Land Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo
Status Distrikt
Koordinaten 5° 2′ S, 18° 50′ OKoordinaten: 5° 2′ S, 18° 50′ O
Übergeordnete Provinz: Bandundu
Hauptort Kikwit
Nationalsprache Kikongo
Fläche: 78.219 km²
Einwohner: 1.144.415 (2003)
Bevölkerungsdichte: 15 Einw./km²

Kwilu ist ein Distrikt der Provinz Bandundu in der Demokratischen Republik Kongo. Hauptort von Kwilu ist Kikwit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Kwilu bestand 1962–1966. Ab 1964 wurde sie jedoch von der Landesregierung in Kinshasa zwangsverwaltet, nachdem 1963 unter Pierre Mulele hier ein Mai-Mai-Aufstand ausgebrochen war.[1] Ab Januar 1964 war die Provinz mehrheitlich in Hand der Rebellen. Sie kam erst wieder im Juni 1965 unter Kontrolle der Regierung. Am 18. Januar 1966 wurde wieder eine Provinzregierung eingesetzt, dann jedoch im selben Jahr aus Kwilu, Kwango und Mai-Ndombe die Provinz Bandundu gebildet.

Während des Ersten Kongokrieges wurde Kikwit von den Rebellen am 30. April 1997 auf ihrem Vormarsch nach Kinshasa eingenommen.

Gemäß der administrativen Neueinteilung des Landes, welche in der Verfassung von 2005 vorgesehen war, sollte die Provinz Bandundu aufgeteilt und Kwilu den Provinzstatus erhalten. Als eine von 26 Provinzen sollte das Gebiet eine eigenständige Verwaltung und ein eigenes Regionalparlament bekommen. Im Januar 2011 wurde diese Reform jedoch durch eine umstrittene Verfassungsänderung von Präsident Joseph Kabila praktisch abgesagt. Damit bleibt Kwilu weiterhin ein untergeordneter Distrikt von Bandundu.[2]

Regierungschefs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsident

  • Norbert Leta (8. September 1962 - 18. Januar 1964)
  • Pierre Mulele (Januar 1964 - November 1964)

Gouverneur

  • Henri-Désiré Takizala (18. Januar 1966 - 25. April 1966)

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kikwit

Territorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bagata
  • Bulungu-Kikwit
  • Gungu
  • Idiofa
  • Masi-Manimba

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Völker sind die Bayanzi, Bahuana (Bahoni) und Bainbala.[3]

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der namensgebende Fluss Kwilu ist bis Kikwit schiffbar. Kikwit besitzt einen Flughafen. Seit 2010 ist die Fernstraße N1 auf dem 560 km langen Teilstück von Kikwit nach Kinshasa wiederhergestellt, sodass eine gute Verbindung zu Hauptstadt besteht.

Im Jahre 2013 soll ein Wasserkraftwerk mit 9,3 Megawatt Leistung fertiggestellt sein und den Bezirk mit elektrischen Strom versorgen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung des Distrikts betreibt überwiegend Landwirtschaft. Produkte wie Palmöl, Kartoffeln, Mais, Maniok, Bohnen, Gemüse und Fruchte werden von der Millionenstadt Kinshasa nachgefragt. Ferner ist der Distrikt ein Umschlagplatz für Schmuggelware aus Angola.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leo Frobenius: Ethnographische Notizen aus den Jahren 1905 - 1906. Band 1: Völker am Kwilu und unteren Kasai (= Studien zur Kulturkunde. 80). Bearbeitet und herausgegeben von Hildegard Klein. Steiner, Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04271-7.
  • Clément Molo Mumvwela: Le développement local au Kwango-Kwilu (RD Congo) (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 29: Sozialökonomie. Bd. 18). Lang, Bern u. a. 2004, ISBN 3-03910-397-0 (Zugleich: Rom, Pontificia Universität Gregoriana, Dissertation, 2004).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://zmag.de/artikel/Demokratische-Republik-Kongo
  2. taz.de Dominic Johnson: Kabila sichert sich nächsten Wahlsieg aufgerufen am 17. Januar 2011
  3. E. Torday: Notes on the Natives of the Kwilu, Congo Free State. In: Man, Vol. 5, (1905), S. 135–138. Published by: Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland
  4. Es leuchtet des Asphalt. Wie eine befestigte Straße in Kongo das Leben verändert in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 20. November 2011, S. 11.