LGT Group

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  LGT Group
(LGT Bank AG)
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Staat LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein
Sitz Vaduz
Rechtsform Aktiengesellschaft
BC-Nummer 8810[1]
BIC BLFLLI2XXXX[1]
Gründung 22. November 1920
Website www.lgt.com
Geschäftsdaten 2017[2]
Bilanzsumme 41.9 Mrd. CHF
Mitarbeiter 3'188
Leitung

Unternehmensleitung

S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein

Die LGT ist ein international tätiges Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. Die Private Banking und Asset Management Gruppe ist im Besitz des Fürstenhaus von Liechtenstein, das die LGT auch persönlich führt.[3] S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein ist als CEO der LGT und Prinz Philipp von und zu Liechtenstein als Chairman der LGT tätig. Per 31. Dezember 2017 verwaltete die LGT Vermögenswerte von CHF 201.8 Milliarden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der konstituierenden Generalversammlung vom 22. November 1920 nahm die Bank in Liechtenstein im Mai 1921 mit zehn Angestellten, eingemietet im Erdgeschoss des Regierungsgebäudes, ihre Geschäftstätigkeit auf.

1930 übernahm das liechtensteinische Fürstenhaus die Aktienmehrheit. 1970 wurde die Fürst von Liechtenstein-Stiftung gegründet, die seither das Aktienkapital der Bank in Liechtenstein hält.

1986 ging die Bank in Liechtenstein an die Börse und eröffnete im selben Jahr auch eine Repräsentanz in Hongkong. 1989 übernahm die Bank die GT Management plc in London und gründete im Folgejahr die BIL GT Gruppe AG mit Sitz in Vaduz. 1990 wurde S.D. Prinz Philipp von und zu Liechtenstein Stiftungsratspräsident.

1998 verkaufte die LGT GT und die LGT Gruppe wurde reprivatisiert. Die LGT entschloss sich, zukünftig auf internationales Wachstum zu setzen und bildete zudem die Fürstliche Strategie. Seit 1999 tritt das Unternehmen unter der neuen Marke LGT auf und fokussiert sich auf das Private Banking und Asset Management.

Die LGT baute in den Folgejahren ihr Onshore-Geschäft in den europäischen Kernmärkten sowie in internationalen Wachstumsmärkten wie mit einer Auslandsniederlassung in Singapur aus. 2003 übernahm die LGT von der Swiss Life die Schweizerische Treuhandgesellschaft. Bis 2007 erfolgen die Eröffnungen weiterer Niederlassungen in Wien, Montevideo, Bahrain und Luzern. Auch wurden die LGT Bank (Schweiz) AG, die LGT Bank (Österreich) AG sowie LGT Venture Philantropy gegründet. 2006 wurde S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein CEO der LGT.

2009 trennte sich die LGT vom Treuhandbereich. Geschäftsfeld ist nun das Private Banking und Asset Management. Im gleichen Jahr kündigte sie die Übernahme der Dresdner Bank (Schweiz) durch die LGT Bank (Schweiz) AG an.

2011 gab die LGT bekannt, dass die deutsche Privatbank Delbrück Bethmann Maffei (Tochterunternehmen der niederländischen ABN AMRO Bank) zu 100 Prozent die Anteile der LGT Bank Deutschland übernehmen wird.[4] Zudem feierte sie ihr 25-jähriges Bestehen in Asien und erhielt eine Banklizenz für Hongkong. Ein Jahr später wurde die LGT Niederlassung in Salzburg sowie 2013 eine Tochtergesellschaft in Dubai eröffnet.

2014 übernahm die LGT Bank (Schweiz) AG ein ausgewähltes Private-Banking-Portfolio von HSBC Private Bank Suisse und 2016 übernahm die LGT eine signifikante Mehrheitsbeteiligung an Vestra Wealth LLP, einer Wealth-Management-Boutique mit Sitz in London. 2017 schloss die LGT die Akquisition des Private-Banking-Geschäfts von ABN AMRO in Hongkong, Singapur und Dubai sowie und des Geschäfts von European Capital Fund Management erfolgreich ab.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LGT beschäftigt als Dachgesellschaft insgesamt über 3000 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten in Europa, Asien, Amerika und dem Nahen Osten. Sie gliedert sich in mehrere einzelne Gesellschaften[5] darunter:

Gesellschaft Hauptsitz Standorte
LGT Bank AG LiechtensteinLiechtenstein Vaduz, Liechtenstein Vaduz, Bendern, Zürich, Genf, Lugano, Chur, Davos
LGT Bank (Schweiz) AG SchweizSchweiz Basel, Schweiz Basel, Bern, Zürich, Lugano, Genf, Dubai
LGT Bank AG, Zweigniederlassung (Österreich) OsterreichÖsterreich Wien, Österreich Wien, Salzburg
LGT Bank (Singapore) Ltd. SingapurSingapur Singapur Singapur
LGT Bank (Hongkong) HongkongHongkong Hongkong Hongkong
LGT Capital Partners AG SchweizSchweiz Pfäffikon SZ, Schweiz Pfäffikon, New York, Dublin, London, Dubai, Peking, Hongkong, Tokio, Sydney
LGT Capital Partners (FL) AG LiechtensteinLiechtenstein Vaduz, Liechtenstein Vaduz
LGT Vestra Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich London, Grossbritannien London, Bristol, Jersey
LGT Impact Ventures SchweizSchweiz Zürich, Schweiz Zürich
LGT Venture Philanthropy SchweizSchweiz Zürich, Schweiz Zürich
LGT Financial Services AG LiechtensteinLiechtenstein Vaduz, Liechtenstein Bendern
Weitere Standorte: Bahrain, Irland, Japan

Steueraffäre 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere hundert Kunden der LGT Treuhand, einer ehemaligen Tochtergesellschaft der LGT Group, sind im Februar 2008 ins Visier deutscher Steuerfahnder geraten. Dabei soll es sich nach Regierungsangaben um eine vierstellige Zahl von Verdächtigen handeln, die Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben sollen. Ein Sprecher des damaligen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück sagte, es werde gegen «sehr, sehr viele bekannte und weniger bekannte ‹Leistungsträger› wegen Steuerflucht nach Liechtenstein ermittelt». Das Finanzministerium riet Betroffenen zur Selbstanzeige, was das deutsche Strafrecht vorsieht. Die Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte, dass bei der Behörde mehrere hundert Strafverfahren anhängig sind. Angaben des Handelsblattes zufolge wurden massenhaft Unterlagen aus der LGT Treuhand übermittelt.[6] In einer Pressemitteilung bestätigte die Bank,[7] dass es im Jahr 2002 bei der Tochter LGT Treuhand einen «Datendiebstahl» gegeben habe.[8]

Auf ihrer Website legte die LGT im Jahr 2008 ihre Ansicht dar, wie der Datendiebstahl 2002 vor sich gegangen sein soll[9] und machte auch Angaben zu dem mutmasslichen Täter, dem bereits zuvor wegen Betrugsverdacht von internationalen Fahndern gesuchten liechtensteinischen Staatsbürger Heinrich Kieber.[10]

Am 16. Dezember 2010 wurden deutsche Strafverfahren gegen die LGT Group und ihre frühere Tochter LGT Treuhand für Zahlung von rund 46 Millionen Euro an die deutsche Staatskasse eingestellt. Mit der Einigung sei aber keine Schuldanerkennung der betroffenen Personen oder der LGT verbunden, betonte Christof Buri, Mediensprecher der LGT Group. Reuters bezeichnete die Einstellung des Verfahrens als Ablasshandel.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag im Bankenstamm der Swiss Interbank Clearing
  2. [1]
  3. «Unsere Familie kontrolliert und führt das Unternehmen seit über 80 Jahren persönlich.» Die LGT ist die grösste Private Banking und Asset Management Gruppe in Europa, die vollständig von einer Unternehmerfamilie geführt wird..., online unter http://www.lgt.com/de/lgt-group/
  4. Bethmann Bank schließt Erwerb der LGT Bank Deutschland ab, News Aktuell Presseportal aufgerufen am 25. Februar 2013
  5. vgl. Geschäftsbericht 2016, LGT Group – Private Banking & Asset Management Group of the Princely House of Liechtenstein. Annual Report 2016, online unter http://www.lgt.com/shared/.content/publikationen/unternehmensportraets/Unternehmensportraet_Group_de.pdf
  6. Tagesschau: Unzählige Prominente im Visier der Staatsanwaltschaft? (tagesschau.de-Archiv)
  7. Verdacht auf Weitergabe im Jahr 2002 gestohlener Kundendaten der LGT Treuhand AG in Vaduz, LGT Group, vom 15. Februar 2008, zuletzt aufgerufen am 29. September 2011
  8. Spiegel Online: Fahnder haben Daten bis zum Jahr 2005 - Liechtensteiner Fürstenbank beschwichtigt
  9. LGT: Illegal weitergegebenes Datenmaterial beschränkt sich auf die 2002 gestohlenen Kundendaten der LGT Treuhand, LGT Group, vom 24. Februar 2008, abgerufen am 29. September 2011.
  10. Sven Prange: Der Mann, der die Steuerdaten klaute. In: Handelsblatt, 25. Februar 2008, abgerufen am 25. Juni 2018.
  11. Reuters/sda: Ablasshandel mit Liechtenstein – Banken beenden Steuerverfahren mit Bussgeldern, Neue Zürcher Zeitung, vom 16. Dezember 2010, zuletzt aufgerufen am 29. September 2011