Pfäffikon SZ

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SZ ist das Kürzel für den Kanton Schwyz in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Pfäffikonf zu vermeiden.
Pfäffikon SZ
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton SchwyzKanton Schwyz Schwyz (SZ)
Bezirk: Höfew
Gemeinde: Freienbachi2
Postleitzahl: 8808
Koordinaten: 700625 / 228523Koordinaten: 47° 12′ 0″ N, 8° 46′ 0″ O; CH1903: 700625 / 228523
Höhe: 416 m ü. M.
Einwohner: 7317 (30. Juni 2021)[1]
Website: www.freienbach.ch
Karte
Karte von Pfäffikon SZ
www

Pfäffikon ist der Hauptort der politischen Gemeinde Freienbach im Kanton Schwyz und ist mit 7'317 Einwohnern der grösste Ortsteil von Freienbach. Ausserdem bildet Pfäffikon zusammen mit Wollerau den Hauptort des Bezirkes Höfe und gilt als Zentrum der Region Ausserschwyz. Pfäffikon liegt in der zu realisierenden Agglomeration Obersee. Das frühere Bauerndorf ist heute Dienstleistungs-, Schul-, Kultur-, Freizeit- und Wirtschaftszentrum. 1848 verlor Pfäffikon die Eigenständigkeit und wurde in die Gemeinde Freienbach eingegliedert. Die beiden Gemeindehäuser Schloss und Dorf, Sitz der Behörden und der Verwaltung der Gemeinde Freienbach, befinden sich in Pfäffikon. Darüber hinaus beherbergt Pfäffikon einen der vier Feuerwehrstützpunkte des Kantons, eine Kantonsschule und das Verkehrsamt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Pfäffikon und Seedamm
Historisches Luftbild aus 300 m von Walter Mittelholzer von 1924
Pfäffikon am Zürichsee

Pfäffikon SZ (nicht zu verwechseln mit Pfäffikon ZH im Zürcher Oberland) liegt am linken Ufer des Zürichsees am Fusse des Etzel. Ein Holzsteg zur gegenüberliegenden Seeseite über die Halbinsel Hurden kann ab ca. 1500 v. Chr. nachgewiesen werden. Seit 1878 besteht mit dem Seedamm von Rapperswil eine feste Verbindung. Gegen Süden erstreckt sich Pfäffikon bis hinauf zum Etzelpass. Somit war Pfäffikon schon immer ein Verkehrsknoten entlang dem Zürichsee einerseits und von Rapperswil-Jona Richtung Einsiedeln andererseits. Pfäffikon und die Gemeinde Freienbach entwickelten sich in den vergangenen 20 Jahren wie alle Seegemeinden stark und werden heute als Teil der Grossagglomeration Zürich betrachtet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfäffikon gehört zusammen mit Wilen SZ, Freienbach, Bäch SZ und Hurden zur Gemeinde Freienbach. Als Verkehrsknoten ist Pfäffikon schon immer der wichtigste dieser fünf Orte. Nach der Bezirksauflösung im Jahre 1848 verlor Pfäffikon die Eigenständigkeit und man gliederte das Dorf in die Gemeinde Freienbach ein. Die Gemeindeverwaltung befindet sich an zwei Orten im Dorf, das ursprüngliche Gemeindehaus steht am Dorfplatz, seit einiger Zeit wird zusätzlich das ehemalige Statthalteramtsgebäude des Klosters Einsiedeln im Unterdorf genutzt. Das Höfner Bezirksgebäude steht hingegen in Wollerau, Bezirksversammlungen finden entweder in Pfäffikon oder in Wollerau statt.

Zentrum Huob: Kantonales Amt für Berufs- und Studienberatung (rotes Gebäude), MAN Group (blaues Gebäude)

Weiter stehen in Pfäffikon auch wichtige Verwaltungs- und Schulzentren, einer der vier Feuerwehrstützpunkte des Kantons sowie die Prüfstelle des Verkehrsamts. Neben der Gemeinde Schwyz bildet Pfäffikon damit das zweite, nördliche Zentrum des Kantons, denn der Kantonshauptort ist über die Hügelzüge der Voralpen relativ schlecht erreichbar (via BiberbruggRothenthurm). Daraus ergibt sich auch, dass sich Pfäffikon eher nach Zürich und Schwyz sich zur Innerschweiz hin orientiert. Der Nähe zu Zürich sowie den tiefen Steuersätzen verdankt Pfäffikon seine Stellung als wirtschaftliches Zentrum des Kantons. Entsprechend ausgeprägt sind zuweilen die politischen Differenzen zur südlichen Kantonshälfte. Der Regierungsrat des Kantons Schwyz möchte bis im Jahr 2020 ein kantonales Verwaltungsgebäude Ausserschwyz in Pfäffikon errichten. Schon heute befinden sich einige kantonale Ämter in Pfäffikon, so zum Beispiel das regionale Zivilstandesamt Ausserschwyz.

Jahr Name
965 Phaffinchova
1217–1222 pfaffinkon
1259 Phefincon
1303 Pfaffichon
1306 pfeffinkon
1330–1370 pfeffikon
1379–1848 Pfeffikon
1848–jetzt Pfäffikon

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfäffikon wurde urkundlich erstmals als Pfaffinchova («Pfäffinghoven») erwähnt. «Pfaff» ist ein Ehrentitel für Papa oder Vater (bzw. Pater, Priester). Pfäffikon wurde auch «zum Spycher» benannt, weil das Kloster Einsiedeln hier von seinen Gütern und Zehntenpflichten einkommende Früchte aufbewahrte.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfäffikon besass während seiner Eigenständigkeit im Verlauf der Zeit zwei Wappen – ein Statthalterwappen, sowie ein Bezirkswappen.

Statthalterwappen Pfäffikon

Blasonierung des Statthalterwappens

Gespalten, rechts in Gold drei rote Löwen, links in Rot zwei schwarze Raben
Bezirkswappen Pfäffikon

Blasonierung des Bezirkswappens

In Gold drei rote Löwen

Das Statthalterwappen wurde von ca. 1250–1803 verwendet. Bei der Einführung des Bezirkes Pfäffikon im Jahre 1803 erhielt der Bezirk ein neues Wappen. Dies wurde aber 1848 wieder aufgegeben, da sich die beiden Bezirke Pfäffikon und Wollerau zum neuen Bezirk Höfe formierten.

Rückzug der Züricher über den See im November 1440

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Jahr Einwohner
1743 ca. 600
1833 2079
1960 2582
1970 4090
1975 4274
1980 4279
1990 4950
2003 6400
2007 7106
2017 7265

Das kleine Dorf Pfäffikon entwickelte sich allmählich zu einer Kleinstadt. Vor allem in den 1990er Jahren legte die Ortschaft an Einwohnern zu.

Bis 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 3000 vor Christus bauten die ersten Siedler am Seeufer ihre Siedlungen. Im Mittelalter (ca. 600 n. Chr.) entstand ein Dorf entlang dem Dorfbach. Die erste urkundliche Erwähnung findet man aus dem Jahr 965. Damals wurden die Insel Ufnau, die Ländereien von Pfäffikon, Uerikon und die Kirche von Meilen, welche alle Untertanen des Kaiser Otto I. waren, dem Kloster Einsiedeln geschenkt. Da dieses aber nicht Kriege führen durfte, wurden Schirmherrschaften für Pfäffikon gesucht. 1144 und 1283–1323 war der Graf von Rapperswil der Schirmherr von Pfäffikon, 1323 ging die Schirmvogtei an die Habsburger. 1342, als das Dorf wieder den Rapperswilern gehörte, verpfändet Graf Johann II. von Rapperswil die Schirmvogtei Pfäffikon für 400 Mark Silber an Jakob Brun, den Bruder des Bürgermeisters von Zürich. Darum wurden ab 1336 die Pfäffiker in die Kämpfe zwischen Zürich und Rapperswil verwickelt.

Statthalterei Pfäffikon mit Schlosskapelle

Nach dem Krieg in Dättwil gegen die Habsburger wurden die Höfe und die March an die Herzoge Rudolf, Friedrich, Albrecht und Leopold von Österreich verkauft. In den Näfelskriegen wurde Pfäffikon von den österreichischen Rapperswilern erneut überfallen und viele Häuser wurden niedergebrannt.

Am 1. April 1389 übernahm die Stadt Zürich die Schirmvogtei von Pfäffikon. Nach dem Tod des letzten Toggenburger Grafen Friedrich VII., erwarben die Schwyzer Uznach, den Gaster sowie die March und sichern so die Sperre zum weiteren Vordringen der Zürcher in Richtung der Bündner Pässe. Die Zürcher wurden am 5. Mai 1439 bei einem Kampf am Etzel zurückgeschlagen.

Am 4. November 1440 drohte ein erneuter Kampf bei Pfäffikon um die Statthalterei Pfäffikon. Die Zürcher räumten den Platz, den die Schwyzer sogleich besetzten. Am 1. Dezember, zum Frieden von Kilchberg, musste Zürich die beiden Höfe an Schwyz abgeben. Die Zürcher liessen diesen Verlust nicht auf sich sitzen und versuchten 1443 (→ Schlacht bei Freienbach), 1445 (→ Schlacht bei Wollerau), 1529/1531 im ersten sowie dem zweiten Kappelerkrieg, sowie 1656 auch im Ersten Villmergerkrieg erfolglos, Pfäffikon zurückzuerobern.

Am 18. Februar 1798 erklärt Schwyz auch die Höfner als freie, gleichberechtigte Landsleute. In der Helvetik waren die Höfe von 1798 bis 1803 in den Distrikt Rapperswil im Kanton Linth eingegliedert. Während dieser Zeit litten die Pfäffiker unter diesen Umständen. Leiden wie z. B. Einquartierung, Raub, Plünderungen, Erpressung, Brandstiftung, Tötung und anderes durch französische und österreichische Truppen mussten sie über sich ergehen lassen. In Pfäffikon betrug der Schaden über 24'000 Gulden (2'400'000 Fr.). Wegen diesen Schäden mussten viele Pfäffiker ihr Land an Zürcher verkaufen.

Bezirk Pfäffikon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die erste Schwyzer Kantonsverfassung entstanden 1803 die Bezirke Pfäffikon und Wollerau. Mit dem Ende der Verfassung sah das Alte Land Schwyz die Gelegenheit gekommen, die vor 1798 genossene Souveränität wieder zu erlangen. Im Januar 1814 beschloss der Kantonsrat die Auflösung der Kantonalregierung. Dies liessen sich die Bezirke Pfäffikon, March, Einsiedeln und Küssnacht nicht gefallen und sprachen sich vom Alten Land los. Es kam 1830/1831 zur Bildung des Kantons «Schwyz äusseres Land» durch die vier Bezirke. Die 1833 in Zürich abgehaltene Tagsatzung wollte die Spaltung des Kantons Schwyz nicht akzeptieren. Stattdessen liess man Schwyz militärisch besetzen und unter diesem Druck eine zeitgemässere Verfassung für den Kanton ausarbeiten. In der Folge wurden Inner- und Ausserschwyz wiedervereint.[2]

Ab 1849[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1848 wurde der Staat neu entworfen. Mit der neuen Schwyzer Kantonsverfassung wurden die Bezirke Pfäffikon und Wollerau in drei Gemeinden aufgeteilt: Freienbach, Feusisberg und Wollerau. Bis Ende 19. Jahrhundert waren aber einige Feusisberger und Wollerauer Politiker für eine Kreisgemeinde Pfäffikon. Der Vorschlag wurde im Kantonsrat nicht angenommen. 1898 wurde Pfäffikon infolge der neuen Kantonsverfassung nebst Wollerau wieder alle vier Jahre Bezirkshauptort der Höfe für zwei Jahre. Die Schlossmühle im Dorf wurde 1938 gekauft, um die Gemeindeverwaltung nach und nach zu erweitern. Das Gemeindehaus (Schlossmühle) wurde bis heute mehrfach renoviert. 1965 feierte man mit verschiedenen Veranstaltungen die Tausendjahrfeier Pfäffikons.

Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Geschichte von Pfäffikon sorgte lange Zeit das Kloster Einsiedeln für das Wohl des Ortes und seiner Einwohner. Mit dem Ausbau der Autobahn A3 im Jahr 1968 bis nach Pfäffikon stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich nach oben. Zwei Jahre nach der Autobahneröffnung entschied sich der Kanton für eine Zweigstelle des kantonalen Verkehrsamts in Pfäffikon. 1974 entstanden auf Korporationsland nacheinander das Seedamm-Center, Alpamare und das Kulturzentrum. Die Korporation Pfäffikon schenkte 1971 dem Kanton 15’000 Quadratmeter Land für die im äusseren Kantonsteil geplante Kantonsschule, diese wurde 1975 eingeweiht. Wegen der immer tieferen Steuersätzen zogen nationale und internationale Firmen nach Pfäffikon. So wurde das Industrie- und Gewerbegebiet immer mehr ausgebaut.

Korporation Pfäffikon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 15. Jahrhundert beschlossen einige Bewohner von Pfäffikon, eine Genossenschaft zu gründen. Sie beschäftigte sich mit der Nutzung von Wald und Weiden. Aus dem Jahr 1593 stammen die ältesten bekannten Satzungen der Genossame Pfäffikon (Korporation Pfäffikon). Solange die Mehrheit der Bewohner dieser Region von der Landwirtschaft lebte, hatte eine solche Mitgliedschaft eine unmittelbare Auswirkung auf die Einkommenssituation. Schon immer war die Korporation Pfäffikon die Gemeinschaft einiger Familien. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren es noch elf Geschlechter, die dorfgenössig, also Mitglied der Korporation waren. Von diesen starben aber vier aus: Beul, Meyenberg, Kengelbacher und Wyder. Bis heute Mitglieder der Korporation Pfäffikon sind die Geschlechter Feusi, Gresch, Hiestand, Jäger, Steiner, Walder und Wild. im Gegensatz zu heute war es früher möglich, sich ins «Dorfrecht» einzukaufen.

Waldungen und offenes Land waren das Genossengut. Noch heute gehören die meisten Wälder am Etzel sowie die meisten Grundstücke der Korporation und nicht der Gemeinde. 1895 begann die Korporation Quellen zu fassen und dem Dorf Pfäffikon als Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Heute versorgt das Wasserwerk der Korporation Pfäffikon die Dörfer Pfäffikon, Hurden und Freienbach. Nach wie vor betreut die Korporation die drei Bereiche Land, Wald und Wasser in Pfäffikon. An der jährlichen Versammlung, am ersten Maisonntag, bestimmen die Korporationsbürger über die Geschäfte der Korporation. Die Korporation Pfäffikon ist sozusagen das Gegenstück zur Gemeinde Freienbach, da die Korporation viele Aufgaben erledigt, die andernorts von der Gemeindeverwaltung ausgeführt werden.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtebauliches Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit über 7000 Einwohnern ist Pfäffikon einer der grösseren Orte im Kanton Schwyz. Der starke Bevölkerungszuwachs verwandelte das ehemalige Dorf am Zürichsee innerhalb der letzten zehn Jahre zu einer Kleinstadt mit Zentrumsfunktion. Während der letzten Jahre ist Pfäffikon durchschnittlich um rund 150 Einwohner pro Jahr gewachsen. Durch die verdichtete Bebauung grösserer Gebiete wie die Gebiete um den «Roggenacker», «Huob» oder «Rietbrunnen» entstanden in kurzer Zeit neue Quartiere, mit mehrgeschossigen Hochhäusern bis zu Villen im «Hurdnerwäldli».

Masterplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat stellte anfangs 2007 eine Studie in Auftrag. Diese befasst sich mit dem städtebaulichen Konzept von Pfäffikon. Der Schwyzer Kantonsrat genehmigte am 25. Oktober 2007 einen Kredit von 133 Millionen Franken für die Umfahrung Pfäffikons.[3] 2011 sollte der Bau des Tunnels und der Strasse beginnen. Die Churerstrasse (jetzige Hauptstrasse ChurZürich) würde dann ein Ort der Begegnung werden.[4]

Steinfabrikareal Pfäffikon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Abstimmung vom 26. November 2006 wurde die Initiative «Umzonung Steinfabrik-Areal» angenommen. Damit erhielt der Gemeinderat von den Stimmberechtigten den Auftrag, das heute zur Hafenzone gehörende Gebiet des ehemaligen Steinfabrikareals in Pfäffikon in eine neu zu schaffende «Zone für öffentliche Parkanlagen» umzuzonen. Bis jetzt hat sich aber noch nichts getan, da die Korporation Pfäffikon 70 Millionen Franken für das Grundstück verlangt, während der Gemeinderat 40 Millionen Franken ausgeben möchte für das Areal.[5][6]

Dorfgemeinschaft Pfäffikon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Dorfgemeinschaft Pfäffikon (DGP) am 28. Oktober 1981 von einigen Bewohnern mit dem Ziel, das Dorf weiterzubringen. Heute tagt die sie regelmässig und diskutiert neue Vorstösse zuhanden der Gemeinde. Bis jetzt konnte vieles umgesetzt werden, wie z. B. «Tempo 30», Neugestaltung des Dorfplatzes oder der Weihnachtsmarkt. Die Dorfgemeinschaft organisiert ausserdem jedes Jahr den Räbeliechtliumzug sowie das «Kino am See».

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man Group
LGT
Hauptsitz Charles Vögele

Pfäffikon hat sich seit Anfang der 2000er Jahre zu einem bedeutenden Finanzplatz, speziell für Hedgefonds-Gesellschaften und zum Wirtschaftszentrum des Kantons Schwyz, entwickelt. Es gilt als eines der bedeutendsten Funds-of-Hedge-Funds-Zentren der Welt. Geschätzte 100 Milliarden Franken werden von Pfäffikon aus gemanagt. Verglichen mit anderen Hedge-Fonds-Zentren liegt Pfäffikon nach New York und Shanghai auf dem dritten Rang. Der Wirtschaftsboom begann in Pfäffikon in den 1990er-Jahren, als die eidgenössische Bankenkommission die Regeln lockerte. Die Nähe zu Zürich und die tiefen Unternehmenssteuern waren ebenfalls massgebend für die rasante Entwicklung. Daraufhin verlegten mehrere Finanzinstitute ihren Sitz nach Pfäffikon. Die grössten und weltweit bekanntesten Firmen am Ort sind: OC Oerlikon, Man Group, Pamasol und LGT Bank. Weitere bekannte Firmen mit Sitz in Pfäffikon sind; Glacier Reinsurance, Charles Vögele Gruppe und die Markant AG. In Pfäffikon haben neben der Schwyzer Kantonalbank auch die Credit Suisse, die Raiffeisen Schweiz, die Bank Linth LLB, die Migros Bank und die UBS eine Niederlassung. In Pfäffikon befindet sich das Kongresshotel Seedamm-Plaza samt Casino.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BBZ Pfäffikon
Kantonsschule Pfäffikon

Pfäffikon besitzt acht Kindergärten und drei Primarschulen; Brüel, Felsenburgmatte und Steg. Nachdem die Kinder die Primarschule erfolgreich bestanden haben, besuchen sie die Sekundarstufe I an der Mittelpunktschule Weid.

In Pfäffikon befindet sich einer der beiden Standorte der Kantonsschule Ausserschwyz (ehemalige Kantonsschule Pfäffikon & Nuolen). Gleich neben dem Gymnasium liegt das Berufsbildungszentrum Pfäffikon. Ausserdem hat Pfäffikon eine Fernuniversität.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voralpen-Express in Pfäffikon

Der Verkehrsknotenpunkt Pfäffikon liegt an der Bahnlinie ZürichChur und wird von fünf S-Bahn-Linien des Zürcher Verkehrsverbundes erschlossen. Die Regioexpress Zürich-Chur, die ebenfalls anhalten, bieten Anschluss an die Strecke St. GallenGoldauLuzern der Südostbahn. Von Pfäffikon aus erschliessen drei Postauto-Linien Samstagern, Reichenburg und Schindellegi-Feusisberg. Innerhalb des Dorfs stehen den Reisenden zwei Buslinien zur Verfügung sowie eine Linie in Richtung Bäch. Über den Zürichsee verkehren von Pfäffikon aus Kursschiffe der ZSG.

Die Autobahn A3 BaselSargans sowie die Hauptstrassen Richtung Rapperswil, Zürich, Schwyz und Chur erschliessen Pfäffikon für den Individualverkehr.

Religion und Konfession[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Pfäffikon

Einst war die Insel Ufnau mit der Kirche St. Peter und Paul das kirchliche Zentrum der umliegenden Dörfer am Zürichsee. Der Gottesdienstbesuch war nur per Schiff möglich. Die Bevölkerungsentwicklung der Region sowie schwere Unglücksfälle auf dem Zürichsee – einmal sollen im Sturm in den Fluten 50 Kirchgänger ums Leben gekommen sein – führten 1308 zur Gründung einer eigenständigen Pfarrei in Freienbach. Mit dem Bau der neuen Pfarrkirche in Pfäffikon 1965 erhielt die Gemeinde Freienbach ein zweites kirchliches Zentrum. Zur heutigen Pfarrei Pfäffikon gehören Pfäffikon, das Dorf Hurden und die Insel Ufnau; Wilen und Bäch gehören zur Pfarrei Freienbach. Die reformierte Konfessionsgemeinschaft errichtete im traditionell katholischen Pfäffikon 1967 ein eigenes Kirchgemeindehaus. In der politischen Gemeinde leben 57 % Katholiken, 21 % evangelisch Reformierte und 22 % gehören anderen oder keiner Religionsgemeinschaften an.

Kirchliche Bauten Pfäffikon:

Röm.-kath. Pfarrei Pfäffikon:

  • Martinskapelle auf der Ufnau (9./10. Jh.)
  • St. Anna-Kapelle in Pfäffikon (1132, abgerissen wegen neuer Kirche)
  • Kirche St. Peter und Paul auf der Ufnau (1141)
  • Kapelle zu Ehren der heiligsten Dreieinigkeit in Hurden (1497)
  • Schlosskapelle in Pfäffikon (1566)
  • Drei-Eidgenossenkapelle in Pfäffikon (1594)
  • Pfarrkirche St. Meinrad in Pfäffikon (1965)

Evang.-ref. Kirchengemeinde Höfe:

  • Evangelisch-reformiertes Kirchgemeindehaus in Pfäffikon (1967)

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fasnacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Januar beginnt die Fasnacht mit der Höfner Narrenfahrt. Örtliche Umzüge, Maskenbälle und Kostümprämierungen folgen. Zudem findet jährlich ein Bezirksumzug statt, abwechslungsweise in den drei Höfner Gemeinden. Der Narrenbaum mit allen Bezirksmasken wird jeweils im Umzugsort in der entsprechenden Ortschaft aufgestellt.

Räbeliechtli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr organisiert die Dorfgemeinschaft Pfäffikon einen Räbeliechtliumzug. Er findet jeweils am ersten Freitag im November statt. Alle Kinder der Primarschule Pfäffikon machen mit. Ab der vierten Klasse kann man sich zusätzlich bewerten lassen und etwas gewinnen.

Freizeit und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seedamm Kulturzentrum
Schlossturm
Meinradskapelle auf dem Etzel-Pass

Die meisten der Pfäffiker Sehenswürdigkeiten und Attraktionen sind nahe den Einfallstrassen gelegen und somit gut erreichbar. Von Süden her kommend direkt an der Autobahn liegt das Einkaufszentrum Seedamm-Center. Direkt dahinter ist das Alpamare, das grösste gedeckte Schwimmbad Europas. Dazwischen steht das Seedamm-Kulturzentrum, das 1976 vom Unternehmer Charles Vögele gegründet wurde.

Von Osten her, aus Rapperswil kommend, sieht man links die Holzbrücke nach Hurden, ein Bestandteil des Wanderwegs nach Pfäffikon. Sie wird im Sommer und an Wochenenden von vielen Einheimischen und Touristen benutzt. Auf der rechten Seite Richtung Pfäffikon liegen die Inseln Ufnau und Lützelau, die zum Gemeindegebiet von Freienbach gehören. Zwischen der Bahnlinie und dem See liegt der Frauenwinkel, der zusammen mit den beiden vorher genannten Inseln ein Naturschutzgebiet bildet. Seine Erhaltung wird von der Schweizerischen Eidgenossenschaft finanziell unterstützt. Eingangs Pfäffikon liegt rechts das Seedamm Plaza mit dem Casino Zürichsee.

Der Schlossturm im Herzen Pfäffikons wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts im Auftrag von Abt Anselm von Schwanden erbaut. Er diente der Abwehr feindlicher Angriffe und zum Schutz der Einkünfte aus den Klosterländereien.

Pfäffikon liegt am Fusse des Etzel. Über den 1096 Meter hohen Berg führt eine Passstrasse. An dieser Strasse steht der Meinradsbrunnen. Auf der Passhöhe ist die St. Meinradskapelle zu finden, die nach dem heiligen Meinrad von Einsiedeln benannt ist.

Weitere Impressionen aus Pfäffikon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arbeitsgruppe «Höfner-Buch» (Bezirksrat Höfe): Höfnerland Höfnerlüüt. Verlag Bruhin, Freienbach 1981.
  • Reto Bodmer, Harry Pfister und Alois Suter: Chronik über Ufnau, Frauenwinkel, Lützelau, Pfäffikon und Hurden. Verlag Alois Suter, 1975.
  • P. Odilo Ringholz O. S. B.: Beiträge zur Ortskunde der Höfe – Wollerau und Pfäffikon – im Kanton Schwyz.
  • Peter Hüsser: Geschichte der Unabhängigkeitsbestrebungen in Ausserschwyz 1790–1840. Druck der Verlagsanstalt Benziger, Einsiedeln 1925.
  • Anja Buschow Oechslin: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz. Schwyz IV. Bezirk Höfe (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 118). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2010, ISBN 978-3-906131-93-1, S. 124–185. Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pfäffikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.freienbach.ch/freienbach/portrait/freienbachzahlen
  2. Geschichte des Kantons Schwyz: sz.ch (Memento des Originals vom 15. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sz.ch
  3. Zürichsee-Zeitung: zsz.ch@1@2Vorlage:Toter Link/www.zsz.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  4. Städtebauliches Konzept Pfäffikon: pfaeffikonsz.ch
  5. Steinfabrikareal Pfäffikon: pfaeffikonsz.ch
  6. ZSZ Beitrag: zsz.ch@1@2Vorlage:Toter Link/www.zsz.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
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