La Carolina

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Gemeinde La Carolina
La Carolina – Türme des Stadttors
La Carolina – Türme des Stadttors
Wappen Karte von Spanien
Wappen von La Carolina
La Carolina (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Jaén
Comarca: Sierra Morena
Koordinaten 38° 16′ N, 3° 37′ WKoordinaten: 38° 16′ N, 3° 37′ W
Höhe: 600 msnm
Fläche: 201,37 km²
Einwohner: 15.508 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 77,01 Einw./km²
Gründung: 1767
Postleitzahl: 23200
Gemeindenummer (INE): 23024 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: La Carolina

La Carolina (benannt nach König Karl III.) ist eine Kleinstadt und eine aus dem Hauptort sowie mehreren Dörfern und Weilern (aldeas) bestehende Gemeinde (municipio) mit insgesamt 15.508 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2017) im Norden der Provinz Jaén in der autonomen Region Andalusien. Die Stadt ist der Hauptort mehrerer Ende des 18. Jahrhunderts neu gegründeten und von angeworbenen Zuwanderern aus Süddeutschland, der Schweiz und Italien besiedelten Dörfern im Gebiet der Sierra Morena.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort La Carolina liegt auf der Südseite der Sierra Morena an der Autovía A-4 ca. 68 km (Fahrtstrecke) nördlich der Provinzhauptstadt Jaén einer Höhe von ca. 600 bis 620 m ü. d. M.[2] Das Klima im Winter ist gemäßigt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die geringen Niederschlagsmengen (ca. 485 mm/Jahr) fallen – mit Ausnahme der nahezu regenlosen Sommermonate – verteilt übers ganze Jahr.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2016
Einwohner 4.728 9.756 13.437 14.938 15.579

Der kontinuierliche Bevölkerungsanstieg im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Zuwanderung von Menschen aus den ländlichen Regionen des Umlands zurückzuführen.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Carolina liegt im Norden der schier endlosen Olivenbaumplantagen der Provinz Jaén. Früher wurden auch Getreide, Weinreben etc. zur Selbstversorgung angepflanzt; Gemüse stammte aus den Hausgärten. Viehzucht (Schafe, Ziegen, Hühner) und Forstwirtschaft (vor allem die Gewinnung von Holzkohle) wurden ebenfalls betrieben. Im Ort selbst haben sich Kleinhändler, Handwerker sowie Dienstleistungs- und Industriebetriebe aller Art angesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege für eine Besiedlung der Gegend in karthagischer und römischer Zeit fehlen; die Westgoten drangen wahrscheinlich ebenfalls nicht bis in die ehemals waldreiche Gegend vor und auch die Anwesenheit der Mauren ist nicht belegt. Nach dem Ende des Kalifats von Córdoba (1031) wurde die Region Bestandteil des Taifa-Königreichs von Jaén. Zwischen Christen und Berbern (Almohaden) fand im Jahr 1212 nur wenige Kilometer östlich die Schlacht bei Las Navas de Tolosa statt. Um das Jahr 1226 wurde das Gebiet von den Christen ohne viel Gegenwehr zurückerobert (reconquista). Danach entstand eine kleine Siedlung mit einem Karmeliterkonvent, in welchem auch Johannes vom Kreuz einige Jahre lebte. Der heutige Ort wurde erst im Jahr 1767 unter Karl III. (reg. 1759–1788) und seinem Ratgeber Pablo de Olavide im Rahmen der Nuevas Poblaciones in der Sierra Morena gegründet.[5][6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Ortsbild überrascht mit seinen geradlinig verlaufenden Straßen und Plätzen.
  • Die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der Stelle eines kleinen Vorgängerbaus des Karmeliterordens aus Hausteinen erbaute Iglesia de la Inmaculada Concepción ist der unbefleckten Empfängnis Mariens geweiht. Der Turm wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneuert. Das Innere der Kirche ist einschiffig; bemerkenswert ist der als Oktogon gestaltete Vierungsbereich.
  • Links neben der Kirche steht der Palacio Olavide, dessen repräsentative Fassade durch zwei Doppelsäulenpaare und ein Königswappen im Giebel gekennzeichnet ist.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. Caltofen: La Carolina. Schweizer Volksbuchgemeinde, Luzern 1951.
  • Manuel Capel: La Carolina, capital de las nuevas poblaciones. Un ensayo de reforma socio-económica de España en el siglo 18. Jaén: C. S. I. C., Instituto de Estudios Giennenses. 1970.
  • Werner Hacker: Auswanderungen aus Rheinpfalz und Saarland im 18. Jahrhundert. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0487-X.
  • Georg Niemeier: Die deutschen Kolonien in Südspanien: Beiträge zur Kulturgeographie der untergegangenen Deutschtumsinseln in der Sierra Morena und in Niederandalusien (= Ibero- Amerikanische Studien. Band 10). Behre, Hamburg 1937.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Carolina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. La Carolina – Karte mit Höhenangaben
  3. La Carolina – Klimatabellen
  4. La Carolina – Bevölkerungsentwicklung
  5. La Carolina – Geschichte
  6. La Carolina – Geschichte in Stichworten
  7. La Carolina – Kirche und Palacio Olavide