La Toya Jackson

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La Toya Jackson (2010)
La Toya mit Geschwistern (1977)

La Toya Yvonne Jackson (* 29. Mai 1956 in Gary, Indiana) ist eine US-amerikanische Popsängerin und Ex-Playboy-Model. Sie ist eines der neun Geschwister der musikalisch erfolgreichen Jackson-Familie. Ihre bekannteren Geschwister sind Michael Jackson und Janet Jackson. Ihre Eltern sind Joseph Jackson und Katherine Jackson.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Toya war die erste Jackson-Schwester, die eine Solokarriere startete. Ihre erste Single Night Time Lover schrieb sie zusammen mit ihrem Bruder Michael. Bei dem dazugehörigen Album La Toya Jackson, das 1980 veröffentlicht wurde, wirkten u.a. Stevie Wonder und Ray Parker Jr. mit. Bis auf ihre Anfangsarbeiten wurden im Allgemeinen ihre Alben jedoch meist von Kritikern eher negativ beurteilt. Kommerziell konnte sie keine großen Erfolge verbuchen. In den deutschen Singlecharts hatte sie 1980 einen kleinen Achtungserfolg mit If You Feel the Funk. In den USA schaffte sie lediglich 1984 mit der Single Heart Don’t Lie den Sprung auf eine mittlere Platzierung in den amerikanischen Pop-Charts. Die meistverkaufte Platte, die ihre Stimme enthält, ist aber Thriller von Michael Jackson. Hier sang sie bei P.Y.T. (Pretty Young Thing) im Hintergrund; die Platte verkaufte sich insgesamt rund 100 Millionen Mal und ist das weltweit bisher erfolgreichste Album.

La Toya Jackson ist nicht nur Sängerin, sondern auch Komponistin. Ihre eigenen Titel schrieb sie meist zur Hälfte selbst. Für ihre 1984er Langspielplatte Heart Don’t Lie schrieb sie einen Titel namens Reggae Nights, der jedoch nicht auf ihrem Album zu finden ist, sondern auf dem des Künstlers Jimmy Cliff. Der Titel wurde weltweit zu einem großen Erfolg. Später schrieb sie zwei weitere Titel für ein Album von Cliff, das sogar für einen Grammy nominiert wurde.

Jacksons Karriere wurde in den 1980er Jahren stark von Europa (insbesondere von Deutschland aus) geführt und gesteuert. 1987 unterschrieb sie einen Plattenvertrag bei der Hamburger Firma Teldec (heute East/West Records), die ihr 1988er Album La Toya koordinierte. Für dieses Album arbeitete Jackson auch mit dem britischen Hit-Produzenten-Trio Stock Aitken Waterman zusammen. Ihr Nachfolgealbum Bad Girl wurde von Tony Monn sogar vollständig in München aufgenommen. Vier Kompositionen stammten zudem vom deutschen Liedschreiberduo Klarmann/Weber.

Begleitet wurde ihre musikalische Karriere immer wieder von Schlagzeilen. Sie ließ sich nackt im Playboy abbilden, schrieb mit Growing Up in the Jackson Family eine schockierende Autobiografie, in der sie ihren Vater des Inzests beschuldigte, ging mit einer Boa Constrictor um den Hals einkaufen und teilte mit, dass alle Verdächtigungen gegen ihren Bruder Michael Jackson der Wahrheit entsprächen. Das tat sie zumindest noch im Jahr 1993, sagte aber später, sie habe seinerzeit unter dem Einfluss ihres Managers gestanden. Bei den erneuten Vorwürfen gegen ihren Bruder im Jahr 2004 stärkte sie ihm den Rücken. In der Zwischenzeit hat sie sich mit ihrer Familie ausgesöhnt. Ihrer Aussage nach sei das Image des schwarzen Schafs der Familie eine Erfindung ihres 2005 verstorbenen Ex-Ehemanns und Managers Jack Gordon gewesen.

Nach ihren Playboy-Fotos trat La Toya ein halbes Jahr im Pariser Moulin Rouge auf und verschaffte dem bekannten Theater sechs Tage in der Woche zwei ausverkaufte Vorstellungen und sich selbst stehenden Applaus nach jeder Vorstellung. Die Gage in Millionenhöhe war das teuerste Engagement des Moulin Rouge in seiner über hundertjährigen Geschichte. Jackson verließ das Moulin Rouge jedoch sechs Monate vor Ablauf des Vertrages und wurde später vom Theater verklagt.

Auch im sozialen Bereich engagiert sich La Toya: Zusammen mit der ehemaligen First Lady Nancy Reagan trat sie 1987 im Anti-Drogen-Programm Just Say NO auf.

Eine erfolgreiche Petition seitens ihrer Fans, den selbsterklärten Toy Soldiers der „Church of La Toya“, veranlasste das Label Cherry Pop, ihr Debütalbum am 22. Mai 2006 wiederzuveröffentlichen. Es war das erste Mal, dass ihr Erstling in Großbritannien erschien.

Für 2009 war die Veröffentlichung ihres achten Albums Startin’ Over angekündigt, das jedoch schon seit Mitte 2002 immer wieder verschoben wird. Aus dem Album hat La Toya Jackson 2004 zwei Singles ausgekoppelt (die jedoch nur zu Promotionszwecken an Radiostationen und Clubs geschickt wurden): Just Wanna Dance kletterte bis auf Platz 13 der amerikanischen Billboard-Dance-Charts. Free the World, angelehnt an Michael Jacksons Heal the World, schaffte es auf Platz 24. Am 28. Juli veröffentlichte La Toya die Single Home, die sie ihrem am 25. Juni 2009 verstorbenen Bruder Michael Jackson widmet. Nach dem Tod ihres Bruders wurde das Album auf unbestimmte Zeit verschoben.

Am 4. Juni 2014 gab La Toya Jackson in der Fernsehsendung Good Morning America bekannt, dass sie mit ihrem langjährigen Manager verlobt ist.[1]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1980 LaToya Jackson
Polydor 6291
116
(13 Wo.)
26
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1980
Produzent: Ollie Brown
1981 My Special Love
Polydor 6328
175
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1981
Produzenten: Ollie Brown, Randy Jackson
1984 Heart Don’t Lie
Private I. 39361
149
(6 Wo.)
65
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1984
Produzenten: Amir Bayyan, Howard Hewett, Tito Jackson

weitere Alben

  • 1986: Imagination
  • 1988: La Toya / You’re Gonna Get Rocked
  • 1990: Bad Girl
  • 1991: No Relations
  • 1992: Formidable
  • 1994: He’s My Brother
  • 1994: From Nashville to You
  • 1995: Stop in the Name of Love
  • 1996: My Country Collection
  • 2001: Moulin Rouge
  • 2002: Startin’ Over (nur als Promo erschienen)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: World of LaToya Jackson: Sexual Feeling (VÖ: 15. März)
  • 1996: Sexual Feeling (VÖ: 24. Juni)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2][4][5] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dance
1980 Night Time Lover
LaToya Jackson
59
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1980
Autoren: La Toya Jackson, Michael Jackson
1980 If You Feel the Funk
LaToya Jackson
42
(7 Wo.)
40
(14 Wo.)
17
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1980
Autoren: Dorie Pride, Kamau Peterson
1981 Stay the Night
My Special Love
31
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1981
Autoren: Billy Ocean, Ken Gold
Original: Billy Ocean, 1981
1983 Bet’cha Gonna Need My Lovin’
Heart Don’t Lie
22
(11 Wo.)
55
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1983
Autoren: Amir Bayyan, Cynthia Huggins, Kelly Barretto
1984 Heart Don’t Lie
Heart Don’t Lie
56
(8 Wo.)
29
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1984
Autor: Amir Bayyan
1984 Hot Potato
Heart Don’t Lie
43
(11 Wo.)
38
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1984
Autoren: Amir Bayyan, La Toya Jackson
1986 He’s a Pretender
Imagination
76
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1986
Autoren: Gary Goetzman, Mike Piccirillo
1986 Oops, Oh No!
Cerrone’s Collection
89
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1986
mit Cerrone
Autoren: Cerrone, Donnell Spencer, Nick Mundy
1988 You’re Gonna Get Rocked
La Toya
66
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1988
Autoren und Original: Full Force, 1988
2004 Just Wanna Dance
(Jason Randolph Remix)
Startin’ Over
13
(? Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 2004
Autoren: La Toya Jackson, Jeffré Phillips, Peter Roberts
2005 Free the World
(Jason Randolph Remix)
Startin’ Over
24
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 2004
Autoren: La Toya Jackson, Jeffré Phillips, Peter Roberts

weitere Singles

  • 1981: Giving You Up
  • 1981: Mi amor te hizo a un lado (My Love Has Passed You By)
  • 1981: I Don’t Want You to Go (VÖ: Oktober)
  • 1984: Private Joy
  • 1985: Baby Sister
  • 1986: Imagination (Remix)
  • 1986: Yes, I’m Ready
  • 1987: (Ain’t Nobody Loves You) Like I Do
  • 1988: (Tell Me) He Means Nothing to You at All
  • 1988: You Blew
  • 1989: Such a Wicked Love (VÖ: Februar)
  • 1989: Bad Girl
  • 1990: Sexual Feeling (La Toya Remix)
  • 1990: You and Me
  • 1991: Sexbox
  • 1991: Why Don’t You Want My Love?
  • 1991: Wild Side
  • 1992: Let’s Rock the House
  • 1996: I Can’t Help Myself
  • 1998: Don’t Break My Heart (mit Tom Beser)
  • 2007: I Don’t Play That
  • 2009: Home (VÖ: 28. Juli)
  • 2011: Starting Over (Songs That Inspired the Book) (EP mit 7 AAC-Files; VÖ: 21. Juni)
  • 2014: Feels Like Love (VÖ: 21. Juli)
  • 2015: Trouble (La Remixes) (VÖ: 22. September)
  • 2016: Tehran (Andy feat. La Toya Jackson; VÖ: 11. März)

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: A Sizzling Spectacular!
  • 1989: Latoya Jackson
  • 1995: Exotic Club Tour
  • 1995: Step Up Workout

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kreiszeitung.de: La Toya Jackson: "Ja, ich bin sehr verlobt", abgerufen am 5. Juni 2014
  2. a b Chartquellen: DE Billboard Hot 100 Billboard 200
  3. Joel Whitburn: Top R&B Albums 1965–1998, ISBN 0-89820-134-9
  4. Joel Whitburn: Hot R&B Songs 1942–2010: 6th Edition, ISBN 978-0-89820-186-4
  5. Joel Whitburn: Hot Dance/Disco 1974–2003, ISBN 978-0-89820-156-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Toya Jackson – Sammlung von Bildern