Lambert-Saint Louis International Airport

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Lambert-Saint Louis International Airport
Flughafen Saint Louis Logo.svg
Lambert-terminal1.jpg
Kenndaten
ICAO-Code KSTL
IATA-Code STL
Koordinaten
38° 44′ 55″ N, 90° 22′ 12″ WKoordinaten: 38° 44′ 55″ N, 90° 22′ 12″ W
188 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 21 km nordwestlich von St. Louis
Straße I70 I470 H67
Bahn S-Bahn:
MetroLink Red Line
Basisdaten
Eröffnung 1920
Terminals 2
Passagiere 12.752.331[1] (2015)
Luftfracht 56.973 t[1] (2015)
Flug-
bewegungen
185.865[1] (2015)
Start- und Landebahnen
06/24 2317 m × 46 m Beton
11/29 2744 m × 46 m Beton
12R/30L 3359 m × 61 m Beton
12L/30R 2744 m × 46 m Beton

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Der Lambert-Saint Louis International Airport ist der Hauptflughafen für St. Louis, Missouri und Umgebung. Er liegt 21 km nordwestlich der Innenstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinloch Field[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anstelle des Flughafens befand sich früher ein Ballon-Startplatz mit der Bezeichnung Kinloch Field. Auf diesem Gelände absolvierte der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt im Oktober 1910 seinen ersten Flug.[2]

Bau des Flughafens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen wurde 1920 von Albert Bond Lambert, einem Luftfahrtpionier und Veteranen des Ersten Weltkriegs, auf dem von ihm gepachteten Gelände des Ballon-Startplatzes erbaut. Anschließend ließ er andere Piloten den als St. Louis Flying Field bezeichneten Flughafen kostenlos nutzen. 1923 gründete die Missouri Air National Guard in St. Louis das 110th Observation Squadron. Im gleichen Jahr konnte Albert Bond Lambert St. Louis als Veranstaltungsort für ein internationales Luftrennen durchsetzen, daraufhin wurde der Flughafen in Lambert St. Louis Flying Field umbenannt. Bei diesem Luftrennen war auch Charles Lindbergh anwesend, der sich dazu entschied, in St. Louis als Fluglehrer zu arbeiten.

Als der Pachtvertrag 1925 auslief, kaufte Albert Bond Lambert das Gelände. Außerdem wurde in diesem Jahr auch eine Luftpostverbindung nach Chicago eingerichtet, auf diese geht auch American Airlines zurück. Charles Lindbergh wurde vom US Post Office auf der Strecke zum Chefpiloten ernannt. Im November 1927 wurde das Gelände der Stadt St. Louis für 68.000 US-Dollar zum Kauf angeboten, diese entschied sich jedoch vorerst dazu, den Flughafen nur zu pachten. Am 7. Februar 1928 nahm die Stadtverwaltung das Angebot schließlich an. Damit wurde der Flughafen zumindest innerhalb der Vereinigten Staaten zum ersten Flughafen in Kommunaleigentum.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 wurde in St. Louis die McDonnell Aircraft Corporation gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges diente der Flugplatz als Produktionsstätte für McDonnell Aircraft Corporation und die Curtiss-Wright Corporation. Insgesamt stellten diese Unternehmen während dieser Zeit mehr als 3.000 Militärflugzeuge her. Außerdem wurde in St. Louis 1941 eine Naval Air Station errichtet. Im gleichen Jahr wurde die Start- und Landebahn 6/24 gebaut.

Der Flughafen in den 1940ern

Ab 1943 wurde die Naval Air Station zur Ausbildung von Piloten der US Navy und der Royal Navy genutzt. Im Folgejahr wurde das 110th Observation Squadron der Missouri Air National Guard in den Pazifikkrieg entsendet, Einsätze erfolgten unter anderem auf den Philippinen und auf Okinawa.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende verkaufte Curtiss-Wright seine Fabrik an McDonnell. 1947 wurde erneut eine neue Start- und Landebahn fertiggestellt, heute trägt diese die Bezeichnung 12R/30L. 1950 nahm die Fluggesellschaft Ozark Air Lines in St. Louis den Betrieb auf. Das 110th Squadron der Missouri Air National Guard wurde 1951 nach Korea verlegt. Bereits 1953 wurde die Start- und Landebahn 12R/30L für den Betrieb von Jets verlängert.

Ein nach dem Zweiten Weltkrieg begonnener Umbau wurde 1956 abgeschlossen. Unter anderem erhielt der Flughafen ein neues Terminal, das von dem Architekten Minoru Yamasaki gestaltet wurde. Zwei Jahre, am 25. Mai 1958, später startete die McDonnell F-4 in St. Louis zu ihrem Erstflug und wurde anschließend dort produziert.

Jet-Zeitalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jet-Zeitalter begann in St. Louis im Jahr 1959, als die TWA die Boeing 707 in Dienst stellte. Im gleichen Jahr erhielt die McDonnell Aircraft Corporation den Zuschlag zum Bau des Mercury-Raumschiffs. Beim folgenden Gemini-Programm erhielt McDonnell ebenfalls den Zuschlag zum Bau des Gemini-Raumschiffs. Um den steigenden Passagierzahlen in den 60er Jahren gerecht zu werden, wurde der Flughafen um die parallele Start- und Landebahn12L/30R erweitert, zusätzlich wurde auch das Terminal vergrößert.

1966 stellte auch die Ozark Air Lines ihren ersten Jet, eine Douglas DC-9 in Dienst. 1967 fusionierten McDonnell und die Douglas Aircraft Company zu McDonnell Douglas.

Im November 1971 erfolgte die Umbenennung des Flughafens in Lambert-St. Louis International Airport. Ab 1972 setzte TWA in St. Louis auch Großraumflugzeuge ein, anfangs waren dies vor allem die Boeing 747 und die Lockheed L-1011. Außerdem ging 1972 die F-15 Eagle in St. Louis in Produktion, 1978 folgten die F-18 Hornet und die AV-8 Harrier II. Die F-15 und die F-18 werden heute noch in deutlich weiterentwickelten Varianten in St. Louis hergestellt.

Seit 1985 wird der Flughafen auch von Southwest Airlines angeflogen. 1986 wurde Ozark Air Lines von TWA übernommen. Das 110th Squadron der Missouri Air National Guard wurde 1991 mit F-15-Kampfjets ausgestattet. Zwei Jahre später erhielt der Flughafen mit der MetroLink eine Schienenanbindung an das Stadtzentrum von St. Louis. 1997 erfolgte die Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing IDS. Bis 1998 erweiterte Southwest Airlines ihr Angebot deutlich, sodass die Fluggesellschaft in diesem Jahr ein eigenes Terminal erhielt. Bis heute ist die Nutzung von Terminal 2 Southwest Airlines vorbehalten.

Zwei F-15 über der mittlerweile geschlossenen Militärbasis

In den 90er Jahren wurden unter der Bezeichnung W-1W umfangreiche Ausbauplanungen begonnen, dem Ausbau wurde schließlich 1998 von der FAA genehmigt.

Bedeutungsverlust[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umsetzung des W-1W-Projekts begann 2001. Die größte Baumaßnahme in dessen Rahmen war der Bau der Start- und Landebahn 11/29, die 2006 fertiggestellt wurde. Außerdem wurde TWA im Jahr 2001 von American Airlines übernommen. Darauf folgten stark fallende Passagierzahlen.

Flughafendiagramm

Infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 mussten umfangreiche Sicherheitskontrollen eingeführt werden. Um die Effizienz wieder zu steigern, begann 2007 ein umfangreicher Umbau am Terminal 1. Am 22. April 2011 wurde das Terminal 1 von einem Tornado schwer beschädigt. Der Flughafen konnte am nächsten Tag wieder eröffnet werden, jedoch dauerten die Reparaturen rund ein Jahr.

Nach 86 Jahren schloss die Missouri Air National Guard 2009 ihre Basis in St Louis mit der Verlegung der letzten F-15C zur Rosecrans Air National Guard Base.[3]

2013 führte die Solar Impulse einen USA-Überquerungsflug durch und legte dabei auch einen Zwischenstopp in St. Louis ein.[4][5][6]

Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lambert-Saint Louis International Airport zählte im Jahr 2015 zu den 50 größten Flughäfen in den Vereinigten Staaten. Jedoch hat der Flughafen innerhalb der letzten 15 Jahre erheblich an Bedeutung verloren, nachdem er im Jahr 2000 mit mehr als 30 Millionen Passagieren noch zu den größten Flughäfen der Welt gehörte. Einer der Hauptgründe hierfür war die Insolvenz der TWA und der anschließende Übernahme durch American Airlines. TWA hatte seinen Firmensitz in St. Louis und benutzte den Flughafen als wichtigstes Drehkreuz. American verlegte bald nach der Übernahme diese Funktion zu ihrem Drehkreuz nach Chicago.

Heute ist Southwest Airlines die mit Abstand größte Fluggesellschaft am Lambert-Saint Louis International Airport.

Entwicklung der Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrszahlen des Lambert-Saint Louis International Airport 1985–2015[1][7]
Betriebs-
jahr
Fluggast-
aufkommen
Flugbewegungen
Luftfracht
(Tonnen)
2015 12.752.331 185.865 56.973
2014 12.384.015 183.920 58.958
2013 12.570.128 188.273 64.557
2012 12.688.726 190.942 69.210
2011 12.526.150 189.950 69.576
2010 12.331.426 170.175 68.690
2009 12.796.302 209.057 74.169
2008 14.431.471 247.617 86.156
2007 15.384.557 254.302
2006 15.205.944 272.585 85.551
2005 14.697.263 288.091
2004 13.396.028 283.647
2003 20.431.132 324.210
2002 25,626.114 437.117
2001 26.695.019 474.161
2000 30.558.991 481.025
1999 30.188.973 502.865
1998 28.700.622 502.979
1997 27.661.144 516.889
1996 27.274.846 513.849
1995 25.719.351 519.156
1994 23.362.671 479.943
1993 19.923.774 453.268
1992 20.984.782 427.755
1991 19.151.278 413.212
1990 20.065.737 439.002
1989 20.015.015 428.875
1988 20.170.060 432.515
1987 20.362.606 419.234
1986 20.352.383 458.293
1985 19.942.401 428.032

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lambert-St. Louis International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Air Traffic Reports. flystl.com, abgerufen am 10. August 2016.
  2. TR's flight was risky, flier says. upi.com, 12. Oktober 1910, abgerufen am 13. August 2016.
  3. Missouri Air National Guard celebrates End of Era with final F-15 departure. 131bw.ang.af.mil, 16. Juni 2009, abgerufen am 10. August 2016.
  4. History. flystl.com, abgerufen am 13. August 2016.
  5. Timeline. flystl.com, abgerufen am 13. August 2016.
  6. History (2005). flystl.com, archiviert vom Original am 4. Februar 2005, abgerufen am 13. August 2016.
  7. Worldwide Airport Traffic Statistics 2006. Airports Council International, Dezember 2006, archiviert vom Original am 8. Oktober 2007, abgerufen am 4. März 2015 (PDF; 720 KB, englisch).