Langenseifen

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Langenseifen
Wappen der ehemaligen Gemeinde Langenseifen
Koordinaten: 50° 7′ 13″ N, 8° 0′ 34″ O
Höhe: 421 m ü. NHN
Einwohner: 500 (11. Okt. 2007)
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65307
Vorwahl: 06124
Rathaus in der Ortsmitte
Rathaus in der Ortsmitte

Langenseifen ist der westlichste Stadtteil der Stadt Bad Schwalbach im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen. Für den Stadtteil besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenseifen liegt westlich von Bad Schwalbach auf einem Höhenrücken, der zum Westlichen Aartaunus gehört, jedoch weit nach Westen abzweigt und hoch über die Täler des Dornbachs im Norden und des Fischbachs im Süden aufragt, die schon zum Wispertaunus gezählt werden.[1]

Langenseifen ist umgeben von ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen, die von teilweise steil abfallenden bewaldeten Talhängen umrahmt sind.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenseifen wird im Jahr 1270 als Langensiven erstmals urkundlich erwähnt. Es war eines der 15 überhöhischen Dörfer, die nach einer Grenzbeschreibung des Rheingauer Weistum von 1324[3] zum Kurmainzischen Territorium gehörten und außerhalb des Rheingauer Gebücks lagen. Der Mittelpunkt der überhöhischen Dörfer war Bärstadt.

Zur Zeit des Herzogtums Nassau gehörte Michelbach zum Amt Langen-Schwalbach. Nach der Annexion durch Preußen wurde es 1867 dem Untertaunuskreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet.

Anlässlich der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Langenseifen am 31. Dezember 1971 zusammen mit fünf Nachbargemeinden auf freiwilliger Basis in die Stadt Bad Schwalbach eingegliedert.[4] Wie für jeden Stadtteil außerhalb der Kernstadt wurde durch die Hauptsatzung auch für Langenseifen ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild wird von folgenden historischen Gebäuden geprägt: der 1822 am westlichen Ortsausgang erbauten Schule (heute Heimatmuseum), dem Brunnenhaus von 1832 und dem 1839 in der Ortsmitte errichteten Rathaus.[5]

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle Langenseifen

Seit 2012 steht die Evangelische Feldkapelle oberhalb des Ortes. Der einzigartige Kuppelbau aus natürlichem Lärchenholz bietet Platz für 60 Besucher.[6][7]

Ab 2005 wurden Ideen für den ersten Kirchenbau Langenseifens entwickelt. Als erster Schritt sollte ein Altar auf dem freien Feld errichtet werden. Der Bildhauer Holger Walter stellte eine 3,92 m hohe natürliche Basaltlava-Säule auf.[8] 2007 reiste eine Besuchergruppe aus Island eigens nach Langenseifen, um den „Altar auf dem Feld“ zu besichtigen.[9]

Anschließend entwarf Architektin Barbara Schmid die Kapelle, die um die bestehende Skulptur herum gebaut wurde. Die Skulptur steht nun im Gottesdienstraum und kann als Altar genutzt werden. Der ansonsten fensterlose Raum erhält nur durch ein rundes Glasfenster direkt über dem Altar natürliches Licht. Er besitzt eine charakteristische Atmosphäre und wird für verschiedene Veranstaltungen genutzt.[10]

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Vereinsleben gehören der Männergesangverein Liederkranz 1896, die Freiwillige Feuerwehr 1934, der Sportverein 1963, der Heimatverein „Bei uns deham“ und ein Seniorenclub.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenseifen bietet sich Naturinteressierten als Ausgangspunkt für Wanderungen durch den Hinterlandswald im Wispertaunus an. Der Wispertaunus ist einer der waldreichsten Teile des Taunus und wurde zu großen Teilen als FFH-Gebiet ausgewiesen. Zudem ist die ganze Region Teil des Naturpark Rhein-Taunus, der den Menschen eine naturnahe Erholung ermöglichen will.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langenseifen liegt an der L 3374, die in Ost-West-Richtung die kürzeste Verbindung von Bad Schwalbach zum Wispertal nach Geroldstein und Lorch darstellt. Drei Kilometer östlich von Langenseifen hat die Landstraße Anschluss an die Bundesstraße 260, über die man nach Süden Wiesbaden und das Rhein-Main-Gebiet erreichen kann.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Westlicher Aartaunus, Zorner Hochfläche, Katzenelnbogener Hochfläche, Nastätter Mulde und Unterlahnhöhen
  2. a b Topografische Karte 1:25.000
  3. vgl. Hinterlandswald
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377.
  5. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Lorcher Straße 34: Rathaus. In: DenkXweb, Online-Ausgabe von Kulturdenkmäler in Hessen
  6. Kunst-Kapellen-Projekt
  7. Kapelle Kirchengemeinde
  8. Obo: Am Anfang steht der Altarstein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. September 2005, Nr. 211, S. 70.
  9. Thorsten Stötzer: Altarstein beeindruckt Isländer. In: Wiesbadener Tagblatt, 21. November 2007
  10. Wie ein kleiner Dom. In: FAZ vom 4. Juni 2012, S. 37